Monthly Archives: Mai 2017

Invest-Bericht

Ich werde konservativer. Ja, ich weiß, wenn alle sich zurückhalten,  dann werden die Kurse weiter steigen. Aber mich macht die Tatsache nachdenklich, dass nach vielen Umfragen zu dem sogenannten Sentiment steigt der Risikoappetit der Börsenhändler. Interessantes Phänomen. Als die Kurse unten waren, oder bereits den Boden gefunden hatten, hielten sich alle zurück. Zahlreiche Hedgefonds wurden ins Leben berufen und wir alle glaubten, die Volatilität wird schon ewig hoch bleiben. Ich will jetzt keine Besserwisser hören, die es bereits wussten, dass der DAX bald über 10.000 stehe. Denn geahnt haben wir es alle. Wie oft habe ich zwischen 2009-2013 DAX – Stände jenseits von 6000 prophezeit?

Trotz der Weitsicht trauten sich die wenigsten langfristig orientierten Händler auf Absicherungen zu verzichten. Ich auch nicht. Man wollte nicht ins Bett gehen, ohne sicher zu sein, den Weltuntergang zu überleben zu können.

Jetzt ändert sich alles. Nachdem sich der DAX seit 2009 fast vervierfacht hat lässt plötzlich das Bedürfnis nach Sicherheit nach. Ich beobachte es am eigenen Verhalten. Und wie ich über Twitter mitbekomme, auf diversen Konferenzen zu alternativen Investments die meisten Investoren auf die Kaufseite gewechselt haben.

Die niedrigen Zinsen und tiefe Volatilität führen zu Auswüchsen, die ich political Trading nenne. Jedes Ereignis, das die politische Landschaft verändern könnte, wird zum Hoffnungsschimmer der Options- und Aktienhändler. Etwas Nervosität und danach geht erneut gen Norden.

Ich reduziere meine Investments vor allem auf Strangles mit DAX-Optionen. Diese Kombinationen laufen am besten und liefern genug Prämie. Im Moment wie unten zu sehen,  bin ich auf der Shortseite mit 13250 Calls und 11800 Puts. Dagegen halte ich doppelt so viele Optionen auf der Longseite entsprechend weiter im Geld. Und ich kaufte die ersten Juli – Puts zur Absicherung der Juli – Verkäufe.

Auf der anderen Seite verkaufe ich Puts auf DAX-Aktien, zurzeit sind es Deutsche Telekom und Deutsche Bank. Die DTE –Puts werde ich kurz  der Dividendenzahlung mit gutem Gewinn glatt  stellen. Die DBK laufen seit langem nicht gut. Ich konnte dennoch den Juni Put 17 auf reinen Zeitwert im August rollen. Darüber hinaus warte ich auf eine gute Gelegenheit für Fresenius, Lufthansa, und EON. Ich verkaufe inzwischen keine offenen Calls auf Aktien mehr. Es kann sein, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, um damit auf fallende Aktienpreise zu wetten. Ich tue es dennoch nicht. Mit diesen Kombinationen habe ich auf Dauer Geld verloren. Calls auf Aktien bringen wenig Prämie und sind stets riskanter als Puts. Egal wie ich rolle, lohnen tut sich das nur bei sehr hohen Volumina.

Und hinzu kommt noch die Tatsache, dass diese Optionen amerikanischen Typs sind und früher ausgeübt werden können. Und gerade das geschieht oft. Unternehmen veröffentlichen oft unerwartet gute Nachrichten. Außerdem ist die Liquidität bei den Aktienoptionen miserabel.

Vorerst bleibt es also bei den Index-Optionen und Covered Calls bzw. Short-Puts auf DAX-Aktien.

 

27. Mai
 ODAX  C  JUN17  13.250,0000  0  0  0  0  1  0  0  EUR  133,00  -12,00
 ODAX  C  JUN17  13.600,0000  0  2  0  0  0  0  0  EUR  -57,00  3,00
 ODAX  P  JUN17  10.700,0000  0  2  0  0  0  0  0  EUR  -40,00  16,00
 ODAX  P  JUN17  11.850,0000  0  0  0  0  1  0  0  EUR  35,00  -72,00
 ODAX  P  JUL17  10.600,0000  0  1  0  0  0  0  0  EUR  6,00  46,00
77
27. Mai
 DTE  P  JUN17  15,40  0  5  0  0  0  0  0  EUR  -10,00  5,00
 DTE  P  JUN17  16,50  0  0  0  0  10  0  0  EUR  220,00  -80,00
210
27. Mai
 DBK  P  JUN17  15,00  0  10  0  0  0  0  0  EUR  -120,00  120,00
 DBK  P  AUG17  16,00  0  0  0  0  6  0  0  EUR  -12,00  -462,00
-132

 

 

 

 

 

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Politische Börsen – die Chance 2017 und Mini-Investbericht

Es begann im letzten Jahr. Die niedrige Volatilität – sprich Nervosität und die stets steigenden Aktienpreise hatten Crash-Propheten laut werden lassen. Nicht wenige dieser Gurus rechneten mit dem Sturz an den Börsen bereits an konkreten Terminen in 2016. Ich markte mir dieser „Prognosen“ und zitierte sie nach deren Verfallsdatum.

https://invest-signale.de/2016/12/18/rueckblick-2016-crash-propheten-sind-die-groessten-verlierer/

Der Markt steigt und steigt und das wird solange andauern, bis der letzte Pessimist eingestiegen ist. Das wissen wir und ärgern aufs Neue, sobald neue Hochs gemeldet werden.

In diesem ultrapositiven Markt suchen alle nach dem Anker, der sie an den so ersehnten Boden festmacht. Oder sie an den Boden bringt. Seit 2016 haben sich politische Ereignisse als solche Anker etabliert. Es begann mit spektakulären FED-Sitzungen, in denen eine erwartete Zinserhöhung beschlossen werden sollte. Darauf folgten BREXIT, Trump, FRAXIT und so weiter. Der letzte Versuch war ein angebliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump. Auch diese so hoch geredete politische Unsicherheit ist gerade dabei, sich aufzulösen.

Alle diese Ereignisse haben eine Gemeinsamkeit – die implizite Volatilität steigt zuerst und fällt nach dem Ereignis. Dass hier gute Verdienstmöglichkeiten bestehen, haben inzwischen manche erkannt und deshalb sinkt die Vola inzwischen früher, wie es vor den Frankreich-Wahlen der Fall war.

Die Frage des Jahres lautet, was kommt als Nächstes. Ich tippe auf die Bundestagswahlen im Herbst. Davon bleiben auch die US-Investoren nicht unverschont, die ja das Geschehen an  en weltweiten Börsen lenken. Allerdings wenn ich anfange, tiefer darüber nachzudenken, zweifle ich immer öfter an dieser Theorie. Im Gegensatz zu Frankreich sind keine Überraschungen in Deutschland zu erwarten. Egal wer gewinnt, die mächtige deutsche Wirtschaft wird in der neuen Regierung ihre Seilschaften pflegen. Diese deutsche Wirtschaft will nicht verhindern, dass immer mehr Chinesen einheimische Unternehmen und neuerdings auch Banken übernehmen. Asiatische Kultur wird Einzug  bei uns halten, es ist nur die Frage der Zeit und Volumens. Diese Kultur ist das Gegenteil der westlichen – hierarchisch und unkreativ.

Diese deutsche Wirtschaft jubelt, wenn Analphabeten aus Nordafrika das Land überschwemmen.  Schließlich bedeutet mehr Einwanderung auch mehr Konsum auf Staatskosten und mehr Aufträge an Berater, Baufirmen, und Handwerker. Die Letzteren sind in Ballungsgebieten so wählerisch geworden, dass ich Schwierigkeiten habe, einen Betrieb zu finden, der mir zwei Räume verfliest.  OK, deren Zeit wird auch mal zu Ende gehen…

Die deutsche Wirtschaft wird also mit jedem Sieger außer den Linken zufrieden sein. Die SPD wird aber niemals mit der Linkspartei kooperieren.

Mit anderen Worten rechne ich nicht mit einem großen Anstieg der Marktnervosität vor den Wahlen.

Die Restunicherheit bleibt dennoch. Immerhin hat der DAX seit Jahresanfang massiv zugelegt. Und die Dividendensaison neigt sich dem Ende. Ich rechne mit einem weiteren Anstieg des Marktes bis August. Später muss es auch mal runter gehen.

Die EUREX-Zahlen sagen wenig aus. Nach dem Maiverfall habe ich mir die Open Interests angesehen

http://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/180102!onlineStats?productGroupId=826&productId=17254&viewType=3&cp=Put&month=6&year=2017&busDate=20170519

Wir sehen die meisten Positionen bei 12.000, was nicht erstaunt. Die Junipositionen werden seit Monaten aufgebaut und nicht so schnell aufgelöst. Ich kann nicht sagen, ob diese Positionen von Stillhaltern initiiert worden sind. Dafür liegen sie zu tief im Geld.

Das Put-Call-Ratio ist wieder gestiegen, was für eine Korrektur spräche.

Demnächst werde ich nur meine Positionen in DAX-Optionen  präsentieren. Die anderen fahre ich herunter. Sie kosten zu viel Aufwand und bringen zu wenig. Die Liquidität der EUREX-Aktienoptionen ist nur für die serien am Geld tragbar. Und nicht zuletzt sind die Prämien schlicht zu gering.

Wie unten zu sehen, wurde auch in der Maiperiode ein Gewinn realisiert. Neue Positionen sind bereits im leichten Gewinn. Ich lehne mich gerne zurück und warte, bis die Börse nervöser wird.

20. Mai
 ODAX  C  JUN17  13.250,0000  0  0  0  0  1  0  0  EUR  111,00  -34,00
 ODAX  C  JUN17  13.600,0000  0  2  0  0  0  0  0  EUR  -51,00  9,00
 ODAX  P  JUN17  10.700,0000  0  2  0  0  0  0  0  EUR  -24,00  32,00
 ODAX  P  JUN17  11.850,0000  0  0  0  0  1  0  0  EUR  -23,00  -130,00