Monthly Archives: Juni 2017

DAX-klassisches Verkaufssignal oder doch nicht

Ich halte nicht viel von der sogenannten Chartanalyse. Zumindest halte ich sie nicht für ein gutes Handelswerkzeug. Im Rückblick erscheint immer alles einfach. Die vielen kleinen Abweichungen vom Regelfall machen die Anwendung schwierig bis unmöglich. Meistens sehen die reellen Kursverläufe ähnlich jedoch selten identisch mit den typischen Charts in der Literatur.

Es gibt allerdings Ausnahmen. Immer dann wenn exakt alle Bedingungen zutreffen. Eine solche Situation im DAX hatten wir im DAX am 19.06.17, also vor einer Woche. Damals stieg der Index auf 12912, erreichte somit den nächsten Höchststand und sank anschließend unterhalb des Tiefs vor Vortag. Diese wunderbare Chartkonstellation war nach mindestens zwei Regelwerken ein Shortsignal.

Zum einen sagte die Candesticks-Analyse. Demnach lag ein sog. „Bearish Englufing Pattern“ vor. Ein weißer Körper, der durch einen schwarzen Körper umschlossen wird, zeigt an, dass das Angebot die Nachfrage überwiegt.

Das andere Regelwerk ist Turtle one oder Turtle soup. Es ist das Gegenteil der berühmten Turtle –Methode, mit welcher vor Jahren Richard Dennis berühmt wurde.

Übrigens einen  schönen  Artikel über Richard Dennis finden Sie unter

http://www.sueddeutsche.de/geld/sz-serie-die-grossen-spekulanten-der-turtle-chef-1.702554

Zum Turtle Soup also dem Gegensatz zum Turtle  hat Jeff Cooper in seinem Buch „Hit and Run Trading II“ das Regelwerk vorgestellt.

Kurz und bündig. Sollte der Index ein neues 20-Tage Kurs markieren, im Laufe des Tages aber unterhalb  des letzten Hochs gefallen sein, das mindestens vier Tage zurückliegt, dann liegt ein Shortsignal vor.

Beides scheint sich zu bestätigen. Der DAX drehte tatsächlich nach dem 19.06, zumindest für ein paar Tage. Kurzfristig orientierte Trader hätten etwas Geld machen können. Sollte der Index nicht mehr über die Marke 12912 steigen, dann könnte es endlich krachen, worauf alle schon warten, und es damit sozusagen verhindern.

screenshot_20170626_215140

Advertisements

Invest-Bericht am 23.06.2017

Die lauen Tage bringen nicht nur wegen der physikalischen Temperatur den Körper zum Schwitzen. Auch spekulative Anleger und Aktienhändler wissen nicht wirklich, was sie tun sollten. In einem solchen Markt gelten verschiedene Herangehensweisen. Sie können einfach traden, indem Sie kurzfristige Schwankungen auszunutzen versuchen. Denn diese gibt es auch jetzt. Der Index kann in wenigen Tagen 200 Punkte fallen und danach steigt er wieder. Manchmal sind es 300 Punkte. Da die meisten Händler von der endlich aufkommenden Korrektur ausgehen, besitzen sie bereits keine Aktien (langfristig) und warten… Ähnlich bei den Einzeltiteln. Es gibt gute Nachrichten, etwas mehr Gewinn oder eine vielversprechende Kooperation. Der Aktienkurs startet mit einem Gap, es ist eine gute Gelegenheit, etwas zu verdienen. Danach steigt er noch eine Weile und fällt anschließend. Nach ein paar Tagen wiederholt sich der Zyklus. Manche Aktien bewegen sich bereits seit Jahren in einem Seitwärtskorridor. Etwa die Deutsche Telekom. Hier sollte man nur nicht pro-zyklisch handeln.

Insgesamt als Trader müssen davon ausgehen, dass Aktienpreise auf kurze Sicht der Normalverteilung folgen, was bedeutet, dass wenn Sie heute kaufen und morgen verkaufen, dann betragen Ihre Gewinnchancen ca. 50%. Es sei denn, das Unternehmen kündigt an, höhere Dividende zu zahlen. Ansonsten nur das Rauschen.

Der von mir geschätzte Stan Druckenmiller (https://en.wikipedia.org/wiki/Stanley_Druckenmiller) behauptet, 50% der Aktienbewegung wird durch den Gesamtmarkt bestimmt, 20% durch den Industriesektor, der Rest ist sozusagen individuell.

Die andere Herangehensweise besteht darin, auf eine größere Bewegung zu spekulieren.  Ich bin hier nicht abgeneigt. Meine Investoren und Leser wissen, dass ich es auch in meiner Strategie anwende. Mit wenig Risiko auf einen größeren Move zu warten, ist gar nicht schlecht. Diese Schwarzer-Schwan-Strategie ist jedoch kostspielig. Optionen sind teuer und Sie niemals wissen, wann eine stärkere Bewegung einsetzt. Vielleicht nicht mehr in Ihrem Leben?

Schließlich gibt es eine dritte Variante. Diese bevorzuge ich. Mit wenig Risiko durch Verkauf von Optionen regelmäßige Erträge erzielen, ohne jedoch „unter Volldampf“ zu fahren.

So habe ich mein Portfolio aufgebaut. Zurzeit befinden sich dort ODAX-Strangles und einige Put-Kombinationen in DTE und DBK.

Besonders lukrative erscheint meine DAX-Strategie, die ich bereits seit einem Jahr betreibe. Es ist eine ausgewogene Mischung aus regelmäßigen Einnahmen und einer potenziellen Gewinnerwartung bei größeren Bewegungen.

Nun eine Woche nach dem Verfall befinden sich auch die Julikontrakte im Gewinn.

Wie geht es weiter mit dem DAX. Interessant, was sich in den letzten sieben Tagen an der EUREX getan hat. Ich beobachte wie Positionen in den einzelnen Serien auf- oder abgebaut werden. Das gibt mir Hinweise, was das „große Geld“ denkt, bzw. was die Großinvestoren erwarten. Die meisten Open Interests bei DAX-Juli-Calls liegen zwischen 13.200-13300. Gegenüber der letzten Woche sehen wir eine leichte Verschiebung nach oben.

Auf der Unterseite hat sich nicht viel getan. Viele Puts sind zwischen 12.000-12.300 platziert.

Unten habe ich die Verteilung der OI angehängt.

Fazit: Es gibt nicht den geringsten Anlass, eine signifikante Änderung zu erwarten. Für den nächsten Verfall in drei Wochen rechnen die meisten mit einem DAX in der Gegend knapp über 13.100

 

screenshot_20170623_184237