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Verkauf ungedeckter Optionen –meine Erfahrungswerte

Das Thema verdient zurzeit immer mehr Aufmerksamkeit. Nicht weniger wenig geübter Optionsfreunde fangen an, Optionen leer zu verkaufen. Und mit hoher Wahrscheinlichkeit werden sie die ersten Trades gewinnen. Denn die Märkte stagnieren seit Monaten. Der DAX stand bereits im April wo er jetzt ist, und zum Jahresanfang nur unwesentlich darunter. Mit den deutschen Aktien konnte man kaum verdienen, von den Dividenden mal abgesehen.

Die Biotechnologie ist als Investment längst eingeschlafen und unrentabel geworden. Rohstoffe kommen noch nicht. Automobil fällt und fällt. Banken – da weiß keiner, wie sie künftig ihr Geld verdienen. Technologie wäre angebracht, aber sie ist bei uns unterentwickelt. Wir haben zwar fähige Entwickler und Wissenschaftler, Amazon Facebook und Co existieren woanders.

Und so tendieren der DAX und andere deutsche Indizes gegen den US-Markt.

In einem solchen Umfeld ist der Verkauf von Optionen erst einmal nicht schlecht, wenn man weiß, worauf man sich einlässt.

Meine Erfahrungen sind sehr gemischt und ich habe lange gebraucht, um, wie jetzt seit drei  Jahren einigermaßen jedes Jahr mit Gewinn abzuschließen.

Es begann 2001 mit Covered Calls auf Standardwerte, insbesondere auf die Deutsche Telekom. In sich ist es ein einfaches Geschäftsmodell, wenn man auch das negative Szenario akzeptiert, nämlich wenn die Aktie deutlich mehr als die eingenommene Prämie gefallen ist.

Deshalb:

Handeln Sie keine CC im hochvolatilen Umfeld. Es gibt Aktien, wie etwas Deutsche Bank zurzeit, die nicht zur Ruhe kommen wollen. Diese mögen sich über ein Jahr nicht viel bewegt haben, innerhalb von Wochen schwanken sie jedoch erheblich. Sie werden stets gezwungen, einzugreifen oder wie es heißt, rollen. Liebe suchen Sie sich Langweiler, bei denen weder Dividenden noch spannende Geschäftsergebnisse bevorstehen. Und bedenken Sie, wenn die Aktie kräftig zugelegt hat, dass lassen Sie sich ausüben. Und verkaufen Sie anschließend Puts. Überhaupt bevorzuge ich den Putverkauf. Das schont Liquidität und bringt genauso viel wie CC Writing.

Innerhalb kürzester Zeit fiel die Telekom von 70 auf 20 Euro und darunter. Covered Calls waren die falsche Strategie. Falsch war es auch, auszusteigen. Denn seit 2002 pendelt der Kurs zwischen 8-20 Euro.

Danach folgen meine ersten Versuche mit ungedeckten DAX-Optionen. Ich hatte wieder keinen Mentor, las viele Bücher und machte mir keine grundsätzlichen Gedanken, warum ich damit überhaupt gewinnen sollte. Und so lief es auch. Zum Teil kopflos auf Teufel kommt raus, verkaufte ich ODAXe und kaufte sie zurück und so weiter. Nach drei Monaten war das Spiel beendet. Ich war im falschen volatilen Umfeld tätig und hatte keinen Plan.

Jahre vergingen und 2007 stieg ich in das Geschäft mit ungedeckten Optionen wieder ein. Dieses Mal mit Bedacht. Ich hatte zumindest ein Konzept. Ich wollte die Optionen mit CFDs hedgen. CFDs waren einfach zu handeln und sie erforderten keine hohen Sicherheiten. Die Idee es sog.  „Gamma-Scalping“  war in sich nicht schlecht, wenn man es richtig macht. Sie verkaufen eine DAX-Putoption und sobald der Index den Strike testet, verkaufen Sie eine analoge Anzahl der CFD-Kontrakte.

Die entscheidende Frage lautet, was macht man danach? Wenn der Index sich weiter nach unten bewegt, dann bleibt man investiert und verdient Geld. Aber meistens geschieht das Gegenteil. Der Index dreht und fällt wieder und so weiter.

Bis 2008 lief das Geschäft gut, da nur selten der Strike getestet wurde. Später wurde hektischer.

Ich verlor und vergrößerte die Position. Am Ende handelte ich 10 Puts und 10 Calls gleichzeitig. Die CFD waren jetzt nur noch eine Notsicherung. Hinzu kam der Wunsch mit selbst und den anderen zu zeigen, ich hätte immer recht. Spätestens im Sommer 2008 hätte ich aussteigen und im März 2009 einsteigen sollen.

Aber ich blieb der Terminbörse treu. Ich testete über viele Jahre verschiedene Spreads – Kombinationsstrategien. Und so etwa 2012 kam die Erkenntnis. Inzwischen bin ich in DAX-Optionen stets investiert und zufrieden.

Was mache ich anders?

  1. Das Verhältnis Kapital / Margin ist viel höher etwa 3:1
  2. Die Gewinnerwartung sank auf die Mindestgröße 25% per Kapital
  3. Ich sichere Positionen grundsätzlich ab
  4. Weniger Handel
  5. Ich führe wöchentlich die Buchhaltung

 

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