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DAX zum Jahresende zwischen 13000 und 13400

An der Börse scheint eine Regel immer zu gelten. Nämlich aus Sicht des Investors finden die Aktienindizes stets einen Zustand, in welchem die meisten enttäuscht sind. Wenn Sie also angesichts der letzten Kursentwicklung eine neue Abwärtswelle erwarten, dann werde Sie wohl eher eine böse Überraschung erleben. Ähnlich die Optimisten. Einen stürmischen Angriff auf 14000 wird es bis zum Jahresende nicht geben. Weshalb bin ich mir so sicher? Nun beobachte ich den DAX und die anderen Märkte seit über 20 Jahren. So habe ich nicht nur ein Gespür für bestimmte Kursmuster, sondern auch gute Referenzwerte aus der Vergangenheit. Der heutige DAX ist anders als 1997. Den Index kann man eher mit der Preisentwicklung des Bitcoins vergleichen. Es war damals ein nicht unvollkommener Markt. Heute wird der Markt durch Algorithmen beherrscht. Sie alle denken ähnlich und gleichen sämtliche Ungleichgewichte aus. Da sie jedoch meistens opportunistisch handeln, verlieren sie meistens. Der Markt muss sich irgendwo einen Platz finden und tut es stets dort, wo ihn keine sehen will.

Ich muss zugeben, ich bin oft Opfer diese Regel, obwohl ich sie kenne. Als der Index im Oktober nach oben riss, dachte ich zwar, dass dies ein Beginn vom Ende sein könnte, eine Übertreibung sei es allemal. Dennoch, da ich die Irrationalität der Börse kenne, sicherte ich meine Shortpositionen mit überteuerten Calls ab, die ich nun mit Mühe abzustoßen versuche. Es ärgert mich, weil damit ein großer Teil meiner Jahresperformance verloren geht.

Wo sehen die Händler den DAX zum Großen Verfall am 15.12?

Der Blick auf die EUREX-Seite sagt einiges. Vor allem, wenn ich mir die Open Interest anschaue, also die Anzahl der offenen Kontrakte in den jeweiligen Serien. Die Zahlen sich schwieriger auszuwerten als in den früheren Monaten, da im Dezember viele Kontrakte im Laufe des Jahres platziert werden. Sie spiegeln also nicht unbedingt die aktuelle Stimmung wider.

Dennoch schauen wir uns das Bild des OI unten. Bei 13400 scheint ein Maximum zu existieren. Zwar gibt es noch mehr Kontrakte bei 10.000 und 14.000, beides ist wahrscheinlich historisch angewachsen. Für mich liegt eine saubere Verteilung mit einem Maximum zwischen 13100 und 13400. Die Put OI zeige ich nicht. Dort besteht eine weite Auffächerung und keine eindeutige Aussage scheint möglich. 12.000 ist hier allerdings sehr prominent.

http://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/180102!onlineStats?productGroupId=826&productId=17254&viewType=3&cp=Call&month=12&year=2017&busDate=20171124

Es ist also in den nächsten Wochen nicht mit viel Bewegung zu rechnen. Vielleicht in den Tagen zwischen den Jahren, die ja bekanntlich sehr gut für die Börse sind.

Und danach im Januar? Nun, das weiß keiner. Nichts spricht für einen Kursrutsch, vieles für einen weiteren Anstieg, weniger für eine Stagnation.

Und was sagen die Charts?

Unten erkennbar – DAX realisierte eine kleine Korrektur und bewegt sich nun mit immer größeren Schwankungen nach oben. Die Volatilität steigt, und zwar die historische und implizite. Sie tut als schleichend und niemand will es wahrhaben.

Und was machen meine Positionen? Nun, ich habe zuerst 10 DTE Puts verkauft zu Strike 14,5. Ich rechne nicht mit einer langen Fortsetzung der Korrektur bei der DTE. Mehr Sorgen bereiten mir seit ein paar Wochen die DAX-Optionen. Schleichend hat sich ein Verlust im Depot gefestigt. Nach jahrelanger Rally rollte ich zum spät Calls auf der Shortseite, bzw. tat dies nicht, sondern kaufte teure Calls Spreads. Nun habe ich die Gewinnseite realisiert und denke darüber nach, wie ich die Gesamtposition ins Positive drehen kann, Zurzeit ist die Position deltaneutral. Sollte der DAX verharren, realisere ich einen Verlust. Ansonsten hoffe ich doch auf eine Bewegung, wenn auch keine große. Noch leben die Optionen drei Wochen.

 ODAX  C  DEZ17  13.250,0000  0  1  0  0  0  0  0  EUR  -575,50  329,50
 ODAX  C  DEZ17  13.300,0000  0  2  0  0  0  0  0  EUR  -791,00  509,00
 ODAX  C  DEZ17  13.350,0000  0  1  0  0  0  0  0  EUR  -749,00  193,50
 ODAX  C  DEZ17  13.400,0000  0  0  0  0  2  0  0  EUR  111,00  -292,00
 ODAX  C  DEZ17  13.900,0000  0  1  0  0  0  0  0  EUR  -47,50  10,00
 ODAX  C  JAN18  13.400,0000  0  0  0  0  3  0  0  EUR  187,50  -1.402,50
 ODAX  P  DEZ17  9.500,0000  0  1  0  0  0  0  0  EUR  -118,50  1,50
 ODAX  P  JAN18  12.000,0000  0  0  0  0  1  0  0  EUR  -9,00  -186,50

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Die volatile Zeit hat begonnen

Woher weiß ich es? Es ist irgendwie nahe liegend. Die Volatilität verläuft bekanntlich in Clustern. Sie steigt langsam und in Schüben, die auch Spikes genannt werden. Sie sind das die  Suchobjekt vieler Optionshändler. Nach einem Spike fällt die implizite Volatilität auf den alten Zustand, um irgendwann wieder zu steigen. Längerfristig betrachtet werden die Spikes immer höher. Irgendwann erreicht die IV das Maximum, das verschiedene Treiber haben kann. Zuletzt waren es Frankreich-Wahlen und BRECIT. Früher war es Fukushima und andere unerwartete oder erwartete Katastrophen. In den Jahren 2008-2009 erreichte die IV die Höchststände, getrieben durch die Ängste um die Stabilität des Finanzsystems.

Wie im Chart unten sichtbar befinden wir uns seit 2015 in der abfallenden Flanke eines Vola-Clusters und haben inzwischen im VDAX Werte erreicht, die seit 1995 meistens nicht unterschritten wurde.

Zu Deutsch- es kann jetzt eigentlich mit der Nervosität nur noch aufwärts gehen. Die Frage ist nur wann.  In der letzten Woche schriebe ich über die kurzfristige Entwicklung im DAX.

 

Fangen wir deshalb mit dem für die meisten ungünstigsten an, was vielleicht am wahrscheinlichsten ist.

 

    Der Index fällt weiter, abhängig vom US –Markt wie immer. Zuerst steht der DAX bei 13.000 und bleibt beim Verfall knapp darunter. Danach beginnt ein langes Zerren um die 13.000 Marke. Es kommt dabei auf die Volatilität an. Steigt diese, dann wird es nicht bei 13.000 bleiben und der DAX immer tiefer fällt, was bei allen Optimisten Panik auslösen könnte.

    Der DAX startet positiv und bleibt in den nächsten Tagen zwischen 13200-13300. Da dieses Pendeln bereits in den letzten Wochen beobachtet wurde, halte ich dieses Szenario für recht unwahrscheinlich.

    Der DAX fällt zuerst und bleibt knapp über 13.000, nach dem Verfall beginnt allmählich der Anstieg, er könnte auch schon diese Woche starten und hektisch den Index auf die alten Höhen bringen

Es sind im Moment nach dem ersten oder vielleicht dem dritten Szenario. Es wird sich morgen früh zeigen. Rutsch der DAX tiefer, dann liegen wir unter 1 und das könnte ein schnelles Abrutschen bedeuten.  Immer noch denkbar ist der Anstieg auf die letzten Hochs und halten derer bis Ende des Jahres. Im nächsten Jahr kann der Trend endlich drehen. Who knows…

Der DAX drehte übrigens wie geahnt an der ersten Fibonacci-Korrektur.

Das EUREX –Open Interest deutet eher auf eine Korrektur hin. Die Dezember –Calls verdichten sich bei 13.000 und die Puts bei 12.000. das heißt, die meisten Händler glauben, dass beide Niveaus die DAX-Schwankungen umschließen.

http://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/180102!onlineStats?productGroupId=826&productId=17254&viewType=3&cp=Put&month=12&year=2017&busDate=20171117

 

Die Optionspositionen in meinem Depot habe ich am Freitag anlässlich des Verfalls verfallen lassen bzw. beendete. Ich habe noch keine neuen eröffnet.

Unten die Equity-Kurve 2017 der DAX-Optionen. In den kommenden Tagen werde ich neue Engagements eingehen. Der Verlauf ist typisch für den erfolgreichen Optionshandel. Lange Gewinn-Strähnen und große Verluste, auf die idealerweise neue Gewinne folgen.

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Charts m. f. g. tradesignalonline.com und commdirect.de

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