Monatsarchiv: Januar 2018

Die Zeichen stehen auf Rot

Die Stimmung scheint zu kippen. US-Börsen reagieren negativ und wollen sich nicht mehr durch die Dauereuphorie tragen lassen. Bedenken Sie, die Hausse dauert schon seit 2009!

Nun sind die Zinsen in den USA gestiegen und sie werden auch im Euroraum wachsen. Steigende Zinsen sind aber tödlich für die Märkte, da gibt es keine Zweifel.

Ich selbst handle neben Kapitalmarktprodukten auch P2P –Kredite, meist auf internationalen Kreditplattformen. Ich tue es schon seit über einem Jahr. Und die Rendite beträgt 10,37. Die Volatilität ist bisher verschwindend klein. Ich muss mir zwar Sorgen wegen etwaiger Ausfälle machen, bis jetzt ist jedoch kein Kredit ausgefallen.

Nun erwarte ich mit meinem Optionsgeschäft 25-30% auf das gesamte eingesetzte Kapital. Ja, ich weiß, mit Aktien wie Facebook, Amazon etc. wären andere Beträge zu gewinnen. Dennoch ist das Börsengeschäft volatil und meistens völlig unberechenbar. Dafür bringt es etwas mehr.

Wenn aber der risikolose Zins steigt auf sogar 6%, werden Aktien automatisch uninteressant.

Auch Bitcoins und andere Kryptos sind eine Reinspekulation und keine sinnvolle Investment-Alternative. Zurzeit befindet sich Bitcoin im freien Fall. Und ich frage mich täglich, muss es überhaupt mehr als 1000 Euro kosten?

Die Stimmung wird also mieser.

An der EUREX überwiegen Put-Positionen mit dem Verfall im Februar.

http://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/180102!onlineStats?productGroupId=826&productId=17254&viewType=3&cp=Put&month=2&year=2018&busDate=20180129

Die Call-Händler rechnen mit dem Abrechnungskurs zwischen 13600-13700 und die Put –Händler mit dem Kurs zwischen 12600-13000. De Schwerpunkt liegt bei 13000.

An meiner ursprünglichen Prognose – DAX zwischen 13600-137000, halte ich immer noch fest. Allerdings kann man auch einen Schlusskurs bei 13.000 nicht mehr ausschließen.

Ich habe inzwischen eine neue Depotstruktur aufgebaut, die unten zu sehen ist. Im Moment liegt der DAX etwa in der Mitte zwischen den Basispreisen des Starngles. Ich gehe davon aus, dass es in dreieinhalb Wochen wertlos verfällt.

Insgesamt steigt die implizite Volatilität, wenn auch mit Schwankungen. Heute hat der VDAX fast 10% zugelegt. Die Volatilität neigt dazu, langfristig in Clustern zu verlaufen. Es mag also Schwankungen geben, im Mittel, folgt die Implzite Vola einem langfristigen Trend. Nach meiner vorsichtigen Einschätzung zeigt dieser Trend nach oben. Wir könnten die ruhigen Zeiten an den Börsen langsam hinter uns haben.

Das Bild zeigt den fünfjährigen Verlauf des VDAX.

 

screenshot_20180130_221716

30.01.2018
 ODAX  C  FEB18  14050  0  O 1 0 U 08.01.2018 13,0 1,3 -58,50 6,50
 ODAX  C  FEB18  14100  0  O 1 0 U 19.01.2018 7,5 2,1 -27,00 10,50
 ODAX  P  FEB18  12000  0  O 3 0 U 19.01.2018 7,8 7,0 -12,00 105,00
 ODAX  P  FEB18  12750  0  O 0 2 U 19.01.2018 26,0 42,0 -160,00 -420,00
 ODAX  C  FEB18  13700  0  O 0 2 U 29.01.2018 23,0 14,2 88,00 -142,00
 ODAX  C  FEB18  13950  0  O 1 0 U 29.01.2018 4,7 3,2 -7,50 16,00

 

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Gegen den starken Markt hilft nur, auf das Unglück zu warten.

 

Doch dieses Unglück lässt auch sich warten. Die Konjunktur läuft, Unternehmen verdienen und zahlen Dividenden. Was kann den Trend umdrehen? Natürlich wird erst danach klar, warum die Märkte korrigieren. Vorher war die Welt immer in Ordnung. Vielleicht werden es die steigenden Zinsen in den USA? Vielleicht etwas Unvorhergesehenes aus den USA oder China.

Aber müssen wir auf die Trendwerde überhaupt warten? Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass die Aufwärtstrends oft durch unangekündigte Korrekturen unterbrochen werden, die eine hervorragende Gelegenheit zum Kauf darstellen. Oder andersrum, wir können mit wenig Aufwand auf fallende Kurse setzen. Schlecht diese Idee nicht, wenn man bedenkt, allerdings steigend die Put-Preise. Die Skew (unterschiedliche Volatilitäten für unterschiedliche Serien) ist je nach Optionsserie an der EUREX beträchtlich.  Zurzeit sind an der EUREX fast dreimal so viele offene Put wie Call—Kontrakte. Und deren Preise sind höher als die der Calls. Die implizite Volatilität der Puts weit aus dem Geld liegt deutlich höher als die der Calls beim gleichen Delta.

Wenn man also Puts kaufen will, dann sollte man bedenken, dass sie etwas teuer sind und möglicherweise der Einsatz wertlos verfallen wird.

Zu den weiteren Aussichten kann ich nur anhand der EUREX-Open Interest urteilen.

Die meisten offenen Call-Positionen liegen zwischen 13600-13700 und auch bei 14000. Ich würde daraus schließen, dass wir zum Februarverfall den DAX bei 13650 erwarten könnten. Ansonsten lassen sich keine weiteren Prognosen aufstellen, da der DAX neue Hochs erreicht.

Mein Optionsdepot habe ich entsprechend umsortiert. Zurzeit halte ich Februar 13650 Calls, wie ursprünglich gedacht, für zu riskant. Der DAX kann deutlich darüber gehen, und danach wieder runter. Dennoch werden die Margin-Nachforderungen meine Strategie zerstören. Deshalb wird ein Update später erfolgen.

Update am 24. Januar. Der DAX hat nun doch etwas korrigiert. Ich habe bereits heute auf einen Kommentar geantwortet. Der DAX eröffnete gestern mit einem UP-Gap, was ein sehr starker Trendindikator ist. Allerdings kann ein Gap mit eiem Sprung oberhalb des Langzeithochs kann sehr gefährlich werden. Viele Handelssysteme haben sich bereits vor Jahrzehnten auf den „Anti-Turtle“ Ansatz fokussiert und warten, bis auf ein neues Hoch eine starke Korrektur folgt, bis auf unterhalb des vorletzten Hochs. Dann wird geshortet.

Und weiter? Ich würde die Korrektur nicht überbewerten.