Monatsarchiv: Februar 2019

Ist der Schlusskurs des DAX am gestrigen EUREX-Verfall abgesprochen?

 

Der DAX wie auch die die anderen Börsen ist inzwischen ziemlich berechenbar. Der zuverlässigste Indikator scheint das Open Interest zu sein. Das ist die Anzahl der offenen Call- und Put-Kontrakte bei jeweiligen Basispreisen. Das sagt natürlich nichts über die Ausrichtung der Positionierung. Wenn es also heißt das Call-OI bei 11100 beträgt 4464, dann wissen wir nicht, wer diese Kontrakte initiiert hat – Stillhalter oder Käufer. Generell wird behauptet, die OI sagen über die Positionen des „Großen Geldes“ aus. Und es sollten vorwiegend die Stillhalter sein, die diese Positionen generieren. Die Gegensaite sind meistens die Market Maker.

So oder so, haben die Stillhalter das geringste Interesse, dass der Basispreis am Verfallstage überschritten (bei Calls) oder unterschritten (Puts) wird. denn dann müssen sie handeln, nämlich deren Differenzbetrag ausgleichen. Und bei Calls kann diese Differenz beliebig hoch sein. Aus diesem Grund brach gestern eine regelrechte Panik aus, als die Vorgaben aus den USA am Vormittag nach oben drehten. Da hieß es nur noch kaufen, kaufen.

Dabei war der Trend bereits seit Tagen absehbar. Vor allem, dass der DAX am Freitag, den 14.02 etwa bei 1120 liegen wird.

Im Screeshot seht Ihr es gut. Die Open Interests vor einer Woche waren am größten bei 11200 (Calls) und 11.000 bei Puts. Die Erwartungshaltung des großen Geldes stand also bereits fest.

Am 1.02 und am 8.02 waren bereits die meisten Calls bei 11200.  Auch der Woche zuvor direkt nach dem Januarverfall war es absehbar.

Quelle

http://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/180102!onlineStats?productGroupId=826&productId=17254&viewType=3&cp=Put&year=2019&month=02&busDate=20190215

Das sieht fast wie Absprachen unter den EUREX-Händlern. Ich kann es mir sehr gut vorstellen. Ein EUREX-Händler einer großen Bank ruft morgens am 1.02 seinen Bekannten  bei  einer anderen US-amerikanischen Bank an und man unterhält sich über die Lage auf den Märkte.

„Wir rechnen mit einer kurzen Rally und lassen die Retails ( = Privathändler) , die auf Shortpositionen sitzen, ausbluten.

„Mit was rechnet Ihr am Verfall“?

„Naja, so um 11200, bis dahin wird ohnehin nicht viel passieren“

„Dann machen wir es auch so“.

Und so weiter.

Eigentlich ist man nur blöd, wenn man diese Information nicht beachtet. Ich war zu faul und außerdem sind meine DAX-Positionen gewinnbringend und warum sollte ich weitere brokergebühren anhäufen?

Für die kommende Periode ist natürlich dieser Trend noch nicht so gut zu quantifizieren.

Die meisten März-Calls liegen bei 11500, nach unten besteht noch ein Spielraum zwischen 10700-11000. Börsianer sind Pragmatiker. Sie wissen, dass hier nicht viel Neues zu erwarten ist, allen „Experten“ zum Trotz.

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Warum ist man reich im Taunus

 

Wie lebt es sich im reichsten Kreis Deutschlands? Nun, ist die Kaufkraft im Hochtaunuskreis ist zwar inzwischen die zweitstärkste in Deutschland, der Kreis bleibt seit Jahren an der Spitze.  Hier die aktuelle Statistik nach Statista

https://de.statista.com/infografik/13522/deutschlands-kaufkraftstaerkste-stadt–und-landkreise/

Fast alle anderen liegen in Süddeutschland, nicht jedoch in Hessen, erstaunlich. Als ich 1999 in diese Region eingezogen bin, wusste ich es nicht und sah meine Immobile im Hintertaunus wie eine Art Schlafzimmer. Man arbeite im Frankfurt und lebe in der Provinz. Erst später nahm ich die Menschen, die hier leben besser wahr, nicht zuletzt dank meiner Familie. Und ich stellte Erstaunliches fest. Es ist ind er Tat eine sehr reiche Region, spricht Menschen besitzen hohe Vermögen. Viele sind gar nicht mehr berufstätig, oder sie arbeiten in Teilzeit. Es wird ständig an den Statussymbolen „geschraubt“,  Häuser werden wochenlang renoviert und neue noch größere Autos angeschafft. Ein Banker ist nun kein Bauer, der täglich mit seinem Geländewagen durch die Schottenpiste aufs Feld muss. Es ist angesagt, Immobilien im Ausland zu besitzen und deren Bilder in den sozialen Medien zu posten. Und die Kinder müssen grundsätzlich, vor allem, wenn sie nicht die hellsten sind, auf kostenpflichtigen Schulen

Die Frage für mich war, wie sie zu diesem Reichtum gekommen waren. Die Beobachtungen zeigten, dass die Wege zwar individuell waren, dass sie dennoch einige Gemeinsamkeiten besitzen.

Die wenigsten Nachbarn kamen aufgrund ihrer hohen Gehälter zu den Vermögen. Ja, solche gibt es auch, ein ehem. Unternehmer, der mit seiner IT –Firma in den 1990er eine halbe Milliarde verdiente, was anscheinend ausreichte, um die Tochter mit einem Adligen aus Luxembourg zu verheiraten.

Und der ehem. Antiquitätenhändler. Oder auch der Direktor in einer Bank oder Fondsgesellschaft. Ja, sie haben hohe Einkommen… Aber das alleine erklärt nicht den sichtbaren Reichtum. der dominante Faktor ist inzwischen das Erbe. Die Region nördlich von Bad Homburg, zwischen Kronberg und Usingen wurde angesagt, als in den 1980er das große Pendeln in Deutschland begann. Und der Finanzstandort Frankfurt aufgrund der hohen Gehälter eine immer stärkere Anziehungskraft ausübte. Die ländlichen Gegenden um Bad Homburg wurden plötzlich zu Baugebieten und machten die früheren Bauern zu reichen Privatiers. Das durch den Verkauf der Grundstücke erworbene Geld wurde ein neue Ländereien investiert und vermehrte sich weiter. Zwanzig Jahre später wird nun vererbt. Die Generation der Erben, heute zwischen 45-65 lebt in meiner Nachbarschaft. Das Interessante dabei ist die Feststellung, dass niemand darüber gerne redet. Das Erben scheint viele zu beschämen. Ich erkenne es bei den Bekannten und Freunden, wenn diese plötzlich eine etwas spektakulärere Reise unternehmen. Ansonsten erkennt man sich unter einander. Man spricht mit den anderen Beschenkten über den Schiurlaub und den neuen Wohnmobil. Und vor allem aber über die „notwendigen“ Ausbesserungsmaßnahmen am Haus. Nicht zuletzt sehen alle Türen und Fenster, bei den Nachbarn gleich aus. Man benutzt einen Staubsaugerroboter und versorgt die gesamte Familie mit den besten Fahrrädern.

Es ist traurig zuzusehen, wie langeilig die finanzielle Oberliga in Deutschland im Stillen nur damit beschäftigt ist, das erworbene Vermögen zu erhalten und risikofrei zu vermehren.  Ambitionen, die Welt zu verbessern haben die wenigsten. Ja, es gibt Menschen, die sich in der Kirche engagieren. Oft sind es gelangweilte Hausfrauen, die zuhause zu wenig Erfüllung finden.

Und natürlich gibt es ein lokales Fitnessstudio. Dort trifft und schätzt man sich ebenfalls. Und dir Gespräche in der Sauna drehen sich um die letzten Abenteuer im heimischen Garten, etwa bei der Nutzung des neu erworbenen Rasenmähers. Die Vorteile des Benziners gegenüber einem elektrisch betriebenen werden so offensichtlich.