Algorithmen Lethargie des DAX und niedrige Zinsen über meinen Tod hinaus.

 

Und es passiert nichts. Außer, dass der Mai wieder ein guter Einstiegsmonat gewesen wäre. „Sell in May and Go away“ ist insofern richtig, wenn man bis Oktober warten kann und sich erst danach in den Märkten engagieren will. Ich habe neulich auf FB einen Blogbeitrag weitergeleitet, der es schön auf den Punkt bringt, wenn auch mit einer anderen Botschaft.

https://www.thestreet.com/story/14103058/1/when-exactly-to-sell-in-may-and-go-away.html?

In der Tat ist das Investieren zwischen November und April wesentlich lukrativer, so die Statistiken, als der Börsenhandel im Sommer. Meine Untersuchungen bezogen auf den DAX zeigen allerdings, dass es durchaus sinnvoll sein könnte, Ende Mai einzusteigen und kurzfristig im Sommer die Gewinne realisieren. Denn dass im Mai die Kurse sinken, ist nachgewiesen, sie erreichen jedoch Ende Mai in der Regel ein vorübergehendes Minimum. Danach geht es meistens nach oben, abhängig von der Gesamtlage.

Auch in diesem Jahr scheint die Regel zu greifen. Der DAX startete den Mai mit 12400 und endete bei 11600. Und jetzt steht er im Niemandsland ein paar Hundert Punkte höher.

Es ist im Moment die typische Patt-Situation, wenn alle sich der Bedeutung der Bedeutung bestimmter Preis-Marken bewusst sind und warten, bis die anderen mutiger werden und sich vorher entscheiden. Der Markt ist in vielerlei Hinsicht schwieriger geworden. Alle sind über alles im Bereich Trading informiert und viele Entscheidungen werden durch Algorithmen getroffen. Ineffizienzen, die früher ganze Generationen von Börsenhändlern ernährten, fallen reihenweise weg. Sobald der Index oder ein Aktienkurs zu stark gefallen ist, kommen Käufer. Das wird sich nicht ändern, solange Zinsen im Keller bleiben, also möglicherweise über meinen Tod hinaus. Ich habe mich mittlerweile mit diesem Gedanken angefreundet und setze mit meinen Handelsaktionen auf eine nicht enden wollende Seitwärtsbewegung und eine schwache Rally. Natürlich bleibe ich stets mit ein paar lang laufenden Puts abgesichert, um den etwaigen schwarzen Schwan aufzufangen.

Im DAX, der Chart unten, ist sichtbar, dass sich nicht viel tun wird. Steht der Index über 12500, geht es schnell auf 13.000. Fällt er unter 12.000, geht es schnell auf 11400 und tiefer. Und so weiter. Völlig irrational. Die Bollinger Bänder sind auch noch weit weg und die Standardabweichung fällt langsam. Zu Deutsch – nothing happens, was wiederum einen leichten und nervigen Anstieg bedeuten könnte.

Diese Woche ist der Große Verfall an der Deutschen Terminbörse EUREX. Meine aktuelle Analyse der Open Interest

https://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/100!onlineStats?productGroupId=13394&productId=70044&viewType=3&cp=Put&month=6&year=2019&busDate=20190614

zeigt den mittleren Abrechnungskurs beim DAX zwischen 11.000 und 12500. Ich würde eher dem oberen Wert Bedeutung beimessen, Die meisten Börsianer haben offenbar ihre Erwartung seit einer Woche nach unten revidiert.

Danach beginnt das nervenzehrende Spiel von vorne. Wobei sich die Märkte meistens nach dem Verfall für eine bestimmte Richtung vorübergehende entscheiden.

Erstaunlicherweise bringt nichts die Märkte aus der Ruhe. Nicht einmal die Erwartung eines Krieges im Nahen Osten. Es ist also doch eine Chance für die Jäger des Schwarzen Schwans?

 

DAXY_20190617

Veröffentlicht von Option_Basil

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