Aktienindizes vor wichtigen Marken – sicher ist nur der Tod

 

 

Wenn es eine sichere Prognose im Leben gibt, dann nur die, dass eines Tages schlechte Nachrichten einen erreichen. Es kann die Mitteilung, dass ein naher stehender Mensch plötzlich gestorben ist. Oder eine unerwartete Krebsdiagnose. Beruflich ist es viel wahrscheinlicher, einem schwarzen Schwan zu begegnen. Ich kenne, ehrlich gesagt nach 20 Berufsjahren keinen Fall einer gelungenen Karriere, in welcher es keine Brüche gegeben hätte. Wie oft beobachtete ich, dass ein erfolgreicher Manager, charmant und engagiert auf einmal nicht mehr arbeitet. Wie viele Degradierungen habe ich bereits gesehen oder gar erlebt.

Im besten Falle eines störfreien Lebens kommt der Augenblick, den wir seit unserer Geburt verdrängen. Einmal müssen wir uns von dieser Welt verabschieden. In der Regel wollen wir es nicht und erst recht nicht zu dem für uns bestimmten Zeitpunkt.

Ähnlich geht es an den Börsen zu. Der allgemeine Trend wird immer nach oben führen. Zumindest in der freien Wirtschaft. Unternehmen werden stets nach Effizienz und Produktivität streben. In der Krisenphasen wird Personal entlassen, um kostengünstig zu produzieren. Insolvenzen sorgen für die gesunde Bereinigung. Nach Korrekturen werden die Corps wieder produktiv und die Aktienkurse müssen steigen. Und so weiter im ewigen Zyklus.

Zurzeit bestimmt jedoch nicht die Marktwirtschaft das Geschehen an den Börsen. Wir leben unter den Diktaturen der Zentralbanken. Um die Schulden halbwegs tilgbar zu machen, werden die Marktzinsen immer weiter gesenkt, obwohl sie sich mittlerweile längst im negativen Bereich befinden. Daraufhin können sich die Banken immer günstiger finanzieren. Das Ziel dieses Wirtschaftsdiktats ist die Stimulierung der Konjunktur. Nein, es ist nicht das Wohl der Menschen, was die Regierungen oder die Notenbanken treibt. Es sind nur reine Wirtschaftsinteressen. Deshalb jubelten die Banken nach dem Entscheid der EZB in der vergangenen Woche, die Anleihenkäufe zu erweitern. Wohin führt dieses diktatorische Verhalten der Zentralbanken, weiß keiner. Ich zweifle inzwischen, ob ich in meinem Leben noch die Wende sehen werde.

Aber eins steht fest. Einmal kracht es, und zwar ordentlich. Unternehmen verdienen kaum mehr. Trotzdem steigen ihre Preise an den Börsen, Es werden oft sinnlose Projekte gefördert, nur weil das billige Geld da ist.

Es ist also sicher, dass diese Rally bald unterbrochen wird. Letzte Woche schrieb ich, dass die bereits begonnene Jahresendrally bis Ende Oktober laufen könnte. Dann kommt es endlich zum nächsten Vola-Spike.

Diese Woche findet der EUREX-Verfall statt und danach könnte es ebenfalls zur Korrektur kommen. Beim DAX kommt es darauf an, ob die 12650 Marke auf Dauer überschritten wird. Denkbar ist auch ein Widerstand bei 12450 also beim heutigen Stand. Ich bin erstaunt, dass die großen EUREX-Positionen in DAX-Kaufoptionen bei 12450 weiter ausgebaut werden, s. Screenshot unten. Das spricht doch für eine kollektive Meinung des „Großen Geldes“ zum maximalen Wert des DAX am Freitag. Es sind doch Stillhalter, die solche Geschäfte initiieren. Und sie wollen doch den DAX über 12450 nicht sehen.

Sollte aber wider Erwarten der DAX weiter steigen, dann befindet sich erst bei 13000 der Halt.

Was tun? Neben dem opportunistischen Handeln mit dem Trend empfehle ich weiterhin den Kauf von Strangles, Kauf- und Verkaufsoptionen mit gleicher Laufzeit etwa eine Standardabweichung aus dem Geld. Steigt der Index weiter, gewinnt der Call etwas mehr als der Put verliert. Kommt es zur Korrektur, dann steigt meistens der Put viel stärker als der Call fällt.

Nicht nur der DAX sondern auch die US-Aktienindizes stehen vor wichtigen Marken. Da wird sich auch zeigen, wohin die Reise geht. Wahrscheinlich vorerst dorthin wo keiner mitreisen will – nach oben. Lawrence G. McMillan schreibt in seinem letzten Bericht unter

There was a slight consolidation in the 2960-2980 range, and now the Index is apparently on its way to challenge the all-time highs at 3025. The chart will be bullish as long as $SPX continues to close above 2940.

Gott sei Dank, sind auch euphorische Börsen wie wir Menschen nicht unsterblich.

 

 

 

 

OI_20190913

 

DAX_20190914

Veröffentlicht von Option_Basil

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