Corona Panik und die richtige Börsenstrategie mit Optionen

 

Alle die mich kennen, wissen, dass ich eher ein Bär bin. Ich fühle mich stets von Strategien angesprochen, die das reale Leben abbilden oder zumindest annähern. Deshalb oder vielleicht auch aus rein persönlichen Gründen habe ich mich wenig mit den klassischen Investmentstrategien angefreundet. Ja, ich habe auch Sparpläne ( für die Kinder), Immobilien, und lege viel Wert auf Sicherheit. Aber mein Herz schlägt für Derivate insbesondere für den Optionshandel, insbesondere wenn die Märkte nervös werden. Es ist schon ein wenig pervers, wenn ich feststellen muss, dass ich die letzte Wochenperformance erzielt habe seit vielen Monaten. Dazu später mehr.

Der Kerngedanke meiner Strategie ist der Schwarz-Schwan-Ansatz. Angetan durch Bücher des Universalgelehrten Nassim Taleb und durch einige Hedgefonds – Legenden habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit Optionsmodellen beschäftigt. Ich habe auch in meinem Handelsansatz stets das Risikoaspekt in den Mittelpunkt gestellt. Vor allem aber belehrt durch die Erfahrungen der letzten beiden Börsenkatastrophen 2002 und 2008 habe ich gelernt, immer mit dem Schlimmsten zu rechnen. Ich habe seit Oktober 2008 noch nicht auf ungedeckten Shortpositionen geschlafen, egal in welche Richtung. Das bedeutet, wenn ich Stillhalter in Puts bin, halte ich immer eine Gegenposition . In der letzten Zeit erweiterte ich diese Strategie um den Black-Swan-Ansatz erweitert. Ich halte immer einen kleinen Überschuss an offenen Longpositionen, so dass eine etwaige starke Bewegung für mich auf jeden Fall gewinnbringend ist.

An dieser Strategie zu halten war nicht immer einfach. Es war oft frustrierend, zuzusehen, wie ein Bullenmarkt ohne Volatilität die Prämien auffrisst. Verkaufte Calls mussten abgesichert werden, was wiederum viel kostete.

In solchen Zeiten wie diese zahlt sich die Strategie – eine Mischung aus Stillhalten und Black-Swan auszuzahlen.

Jetzt aber zu der Situation. Die Panik ist insofern begründet, dass sie den Beginn einer neuen Wirtschaftskrisen markieren könnte. Ähnlich wie 09/11 oder die Lehman-Brothers -Pleite. Beide Ereignisse haben einerseits eine Panik ausgelöst, danach begann eine länger andauernde Wirtschaftskrise. Es ist immer die Unsicherheit, die Panikverkäufe vorantreiben. Der Ausgang der Corona-Krise ist nicht absehbar, vor allem für die globale Wirtschaft. Das darf man nicht unterschätzen. Natürlich sind die gesundheitlichen Aspekte auch nicht ganz zu ignorieren. Zwar liegt die Mortalität der Erkrankten etwas höher als bei einer gewöhnlichen Grippe, so dass eigentlich nur Alte und chronisch kranke zu Schlimmes zu befürchten haben, aber am Ende gibt es immer noch kein Heilmittel. Mit Erstaunen stellte ich beim heutigen Wochenkauf die ersten Hamsterkäufe in meiner Kleinstadt fest. Warum eigentlich?!

Jetzt zur Börse. Der DAX ist auf unterhalb 12000 gefallen.  Dort vermutete ich letzte Woche die erste größere Unterstützung. Sollte diese gleich am Montag fallen, dann geht es schnell auf über 10000 runter. Darunter liegt die Unterstützung bei 9200. Erst dann wird sich entscheiden, ob die aktuelle Korrektur nur eine vorübergehende war, wie etwas Fukushima in 2011 oder 2015 oder 2018. Oder liegt eine strukturelle Krise vor, wie 2008 und früher 2002. Ich persönlich glaube eher an das Erstere. Wenn die Genesungsraten weiterhin so rasant steigen, wie bisher, werden Schwarzmalereien in den Medien nachlassen, und die Bereitschaft Aktien zu verkaufen abnehmen.

Die Zinsen bleiben niedrig und Alternativen für das Cash gibt es sowieso nicht.

Man weiß natürlich nicht. In den kommenden Tagen kann eine Gegenbewegung einsetzen. Für alle Börsen-Neulinge ein Hinweis, diese Gegenbewegung kann sehr heftig ausfallen. Ein DAX-Anstieg von über 5% ist denkbar. Bevor es wider runter geht. Es wird also die Gelegenheit geben, die letzten offenen Kaufpositionen zu lösen. Nah der zweiten Welle wird sich eben zeigen, in welchem Modus wir uns befinden – Korrektur oder strukturelle Krise.

An der EUREX werden zurzeit natürlich viel mehr Puts als Calls gehandelt, wen wundert’s.

https://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/100!onlineStats?productGroupId=13394&productId=70044&viewType=3&busDate=20200228

Die Analyse der offenen Positionen – Open Interests (OI) zeigt, dass die meisten Händler doch mit einem DAX bei 12000 in drei Wochen rechnen. Aber auch bei 11000 ist denkbar. Darunter eher kaum. Die Calls OI zeigen keine großen Veränderungen. Hier ist offensichtlich der Sturz zu schnell geschehen…

DAX-20200229

 

Jetzt zum Portfolio.

Zuerst ein Hinweise in eigener Sache. Die Ausführungen darunter sind keine Beratung oder Empfehlung. Die Transaktionen bilden auch nicht meine eigenen Kontobewegungen ab. Ich will lediglich eine Strategie unter reellen Bedingungen testen. Die März-Put – 12700 Position ist natürlich im Moment im Verlust. Dieser wird zum Teil durch den Gewinn des Black-Swan-Puts, des 11300 Puts und des Calls kompensiert. Ich halte ihn trotzdem noch, um den vielen Freunden des Stillhaltens zu zeigen, wie man es konsequent macht.

Ich selbst empfehle natürlich auch in diesem Blog mehrfach den Kauf von Put-Spreads zur Absicherung eines getesteten Legs. Oder auch das Rollen in den nächsten oder übernächsten Monat. Beides funktioniert, ist aber ein Teil meiner sehr persönlichen Strategie, die ich hier nicht gratis erläutern will. Hier habe ich lediglich den 14000 Call glattgestellt und verkaufte Dezember Call 14000, der natürlich seitdem wieder ordentlich performt.

Condor ODAX:

Short 1 Dezember Call 14000 1900 Euro

Long 2 März Call 14400 -60 Euro

Short 1 März Put 12600 180 Euro

Long 1 Feb Put 11300 -40 Euro

Darüber hinaus halte ich stets eine kleine Schwarzer-Schwan -Position:

Long Dez. Put 8000

Long Sept Call 15000

 

Transaktionen ( GuV nach Gebühren): Feb Call 13800 + 120

Feb. Put 12600 + 120

Feb Call Spread +95

Feb Put Spread + 95

März Call 14000 +170

Veröffentlicht von Option_Basil

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