Gedanken zum Crash im März 2020 und die Schwarzen Schwäne des 21. Jahrhunderts

 

Lange habe ich mit diesem Artikel gezögert. Nein, es geht mir nicht nur um die Performance. Ich verdiene wie noch nie. Zu verdanken ist das den Erfahrungen aus 2008. Damals habe ich konsequent Stillhaltergeschäfte mit nackten DAX-Optionen betrieben und fiel nach einer langen Erfolgswelle beinahe ordentlich auf die Nase. Ich bekam zumindest kalte Füße und keinen Schlaf,

als ich mit fast 10 offenen Puts nur zuschauen konnte wie am 8.10.2008 der Dow ins Bodenlose fiel.

Im Nachhinein wurde alles halb so schlimm. Die heutige Krise kann man nicht direkt vergleichen. Jetzt geht es um etwas Essentielles, nämlich um unser Leben. Wenn eine Epidemie sich unkontrolliert ausbreitet und ein nicht sehr geringer Anteil der infizierten stirbt, dann sind das eben andere Sorgen als die um das Finanzsystem wie damals.

Ich bete nur, dass wie alles verschont bleiben.

An der Börse haben sich dennoch die Spielregeln nicht geändert. Die Kurse fallen,weil die Folgen für die Börse unabsehbar sind. Mehrere Szenarien sind denkbar:

  1. Die Neuerkrankungen gehen zurück und bis zum Sommer kommt die Normalität zurück.
  2. Die Situation stabilisiert sich, aber die bereits vorhersehbaren Folgen für die Wirtschaft bleiben lange nicht ohne Nachwehen. Mit anderen Worten die einzelnen Branchen werden noch lange bluten. In dieser Zeit werden sich die Börsen allmählich stabilisieren.
  3. Die alte Globalisierung gehört zur Geschichte.Auch wenn die Angst abnimmt, die neue Welt wird bei weitem nicht so offen wie einst.
  4. Der Untergang nimmt seinen Lauf und 30% der Weltbevölkerung wird sterben.

Ich überlasse es Euch, zu spekulieren, was nun passieren wird.Alle drei Szenarien führen auf lange Sicht zum neuen Wachstum.

So oder so müssen die Börsen die neue Situation neu bewerten. Wie viel vom alten Wohlstand bleibt übrig, wenn die Reisefreiheit auf Dauer eingeschränkt bleiben wird.

Im Moment genieße ich das Gefühl, auf das richtige Pferd gesetzt zu haben. Seit dem besagten Oktober 2008 habe ich keine einzige Nacht geschlafen ohne eine kleine Shortposition. Stets war ich ein wenig für den Crash. Ihr wisst, dass eine kleine Schwarze-Schwan-Position immer in meinem Depot schlummert. Ich empfinde dennoch keine echte Freude. Im Gegenteil, ich fange langsam an, nach den richtigen Aktien Ausschau zu halten. Gemäß dem was in diesen Tagen W. Buffet sagt er kaufe wenn alle in Panik sind und verkaufe, wenn alle gierig werden.

https://mrtopstep.com/warren-buffett-compared-fear-and-greed-to-super-contagious-diseases-and-epidemics-investors-are-quoting-him-to-keep-calm-as-coronavirus-ravages-markets/

Noch aber dauert es, bis die Wende kommt.

Wie war es in der Vergangenheit?

Ich habe bisher die folgenden Schwarzen Schwäne erlebt, bzw. beobachtet:

  1. 2001 9/11 – es kam wie aus heiterem Himmel, würde man meinen. Nicht ganz. Die Märkte waren damals bereits reif für eine Korrektur. Nach dem 11. Sep 2001 begann eine kurze Rally und ab Jan. 2002 bis Mitte 2003 hatten wir einen Bärenmarkt, begleitet durch kurze Rallies.
  2. 2008 – Finanzkrise. Auch hier waren die Märkte überhitzt und stiegen weiter, auch wenn sich Vorzeichen einer Überschuldung der Privathaushalte in den USA mehrten. Die Märkte stürzten schnell und ab März 2009 ging es faktisch nur noch aufwärts.
  3. Es gab auch einen kleinen Crash 2011 – Fukushima – hier war der Spuk schnell vorbei.
  4. Und 2015 China Krise, was sonst

Gemeinsam für alle Korrekturen und Crashe sind die Unberechenbarkeit und eine rasche Erholung.

Stets wurde Geld locker und so rettete man die Märkte. Ob das immer funktionieren wird, weiß keiner. Im schlimmsten Fall dauert es halt ein paar Jahre und danach sehen wir das Licht.

Im heutigen Markt würde ich auf Put-Spreads setzen. Sie kosten nicht viel, tragen kaum Risiken und können einen ansehnlichen Gewinn bringen.

Ich baue jedenfalls das Spread-Portfolio aus.

Auf die Analyse meines Referenzportfolios verzichte ich, da es wahrscheinlich wenig Sinn macht. Ich habe selbstverständlich gehandelt. Ich will ja nicht pleite gehen, sondern im Spiel bleiben. Deshalb wurden, wie ich auch oft empfehle, Put-Spreads gekauft. Trotzdem werde ich nächste Woche nach dem Verfall natürlich das Portfolio aktualisieren, allerdings ohne Hedge. Ich will einfach zeigen, ob das konsequente Schreiben von Index-Optionen auf Dauer funktioniert.

Bitte nicht als Empfehlung sondern als Backtesting sehen.

Zum Chart kann ich wenig sagen. Bei knapp über 9100 könnte eine Unterstützung im DAX liegen.

Und darunter? Vielleicht 6000…

Aber ganz ehrlich, wenn ich mir den DAX-Verlauf der letzten Wochen ansehe, dann drängt sich die Behauptung, dass der Sturz fast eine zwingende Entwicklung war. Zuerst das zögerliche Ansteigen zum Jahresende,dann das Doppelhoch Anfang des Jahres und danach die Korrektur. Das musste fast so enden. Schlauer ist man immer danach.

 

DAX-20200312

Veröffentlicht von Option_Basil

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