Was ich aus dem Crash als Optionshändler gelernt habe.

 

Gerne komme ich zurück und schreibe. Ich tue es bereits seit genau 13 Jahren. Angefangen kurz vor der Hypothekenkrise, als die Welt noch ähnlich in Ordnung wie vor zwei Wochen war.

Ich wollte etwas erzählen und vielleicht einen Börsenbrief anbieten. Ich verkaufte Optionen. Wie ein Versicherungsunternehmen. Kauf- und Verkaufsoptionen auf den Deutschen Leitindex DAX.

Dar Markt war in den Jahren 2006-2007 sehr ruhig und es war ein sicheres Einkommen.

Danach kam 2008 und die Gewinne waren plötzlich weg. Das war die falsche Strategie für die Börsen damals. Ich zitterte um mein Geld, da die Finanzkrise 2008 etwas anders war als jetzt. Jetzt sorgen sich die Märkte um den Wirtschaft, die unter dem Produktionsstopp leiden wird und sie bewerten deshalb die Aktien anders. Keiner weiß, wie die Welt nach Corona aussehen wird. Ich behaupte, sie wird nur ein wenig anders. Bereits jetzt reisen chinesische Experten nach Italien und geben Ratschläge. Dabei wurde das Virus doch in China sozusagen erfunden. Und auch die zahlreichen Produktionsausfälle sind in erster Linie auf die Unterbrechungen der Lieferketten zu rückzuführen. Jetzt aber sorgen sich die Märkte nicht um die Liquidität wie 1987 oder 2008. Die Börsen funktionieren und sind faktische von der physischen Lokation der Akteure unabhängig.

Die Erfahrungen aus dem Jahr 2008 haben mich zum Umdenken bewegt. Ich lernte sehr viel über die finanzmathematische Grundlagen des Optionshandels und fragte mich immer wieder, wie ich es besser hätte machen sollen. Ich suchte Menschen, die Vorbilder für mich sein konnten. Ich beschäftigte mich mit den sog. Black Swan Strategien. Nach und nach änderte sich mein Trading-Stil. Ich realisierte, dass Optionen ein Finanzprodukt mit einem asymmetrischen Auszahlungsprofil sind. Das bedeutet, man profitiere enorm weil nicht linear von einer Marktbewegung.

In der Zwischenzeit. Die Idee ist also denkbar einfach. Man kaufe Optionen und lasse sie liegen, bis ihre Zeit komme. Dann aber explodieren sie wie tickende Zeitbomben. So viel die Theorie. Die Praxis erwies sich doch etwas komplizierter. Natürlich wenn ich gewusst hätte, wie extrem der letzte Crash ausfallen wird, hätte ich mein Gesamtvermögen eingesetzt und könnte mich einerseits jetzt zur Ruhe setze und für notwendige Projekte mein Geld spenden.

Um es abzukürzen, ja ich habe am Crash verdient, nicht viel aber mehr als in den letzten zwei Jahren zusammen. Das ist OK und zeigt, dass meine Lehren aus 2008 richtig umgesetzt wurden.

Ich habe vor langem bei Wikifolio ein Zertifikat angelegt. Zuerst pflegte ich es und ich hatte Investoren. Danach vernachlässigte ich das Projekt und machte daraus ein Black Swan Zerti light. Das heißt 90% Cash und der Rest aggressive Optionen.

Und was ist daraus geworden? Das Bild unten zeigt es deutlich. Ich werde demnächst das eigene Geld investieren und würde mich natürlich freuen, wenn andere folgen.

 

Wiki

 

Mein eigenes Portfolio zeige ich nicht, dafür ist es zu komplex und mein Geheimnis.

Der Optionshandel bietet jetzt gute Gelegenheiten, besonders weil wir eine schöne Skew sehen. Die kurze implizite Volatilität ist sehr hoch weit über 60%, die lange dagegen deutlich darunter. Gleichzeitig beobachten wir auch eine Skew zwischen den Basispreisen. Je weiter aus dem Geld, desto höher die IV. Das macht Put-Spreads sehr attraktiv.

Wo geht der Markt hin? Nach oben? Unwahrscheinlich. Dafür müsste zumindest das Ende der Stillstands absehbar sein. Erst wenn die betriebe wieder funktionieren und die Flugzeuge fliegen, wird die zeit für Käufe reif. Aber wer weiß, vielleicht wird dann zu spät sein.

Veröffentlicht von Option_Basil

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