Nach den Euphorikern kommen die nächsten Schwarzen Schwäne

 

Bemerkenswert ist das letzte Interview von Nassim Taleb in Bloomberg TV

https://www.bloomberg.com/news/videos/2020-03-30/nassim-taleb-says-white-swan-coronavirus-pandemic-was-preventable-video

Demnach, so der eigentliche Schöpfer des Schwarzen Schwans der Börsen, ist der Corona-Crash kein Schwarzer Schwan, denn er war vorhersagbar und vermeidbar. Anders als 09/11. Ich bin da anderer Meinung. 09/11 war für mich eine logische Fortsetzung vieler politischer und sozialer Ereignisse in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Aber sei es drum. Fakt ist, dass der Absturz viel Kapital vernichtet hat und die Wirtschaft erst einmal still gelegt hat. Jetzt kann man nur spekulieren, ob die Erholung nach dem Exit alles wieder gut machen wird oder nicht. Eine Verschuldung des Staates ist eine der harmlosesten Folgen.

Börsen leben von der Hoffnung. Es ist manchmal die Hoffnung zweiten oder höheren Grades. Also Hoffnung auf Hoffnung und so weiter. Wir befinden uns in einem solchen Modus und warten auf erste Hoffnungszeichen. Die Abschwächung der Neuinfektionsrate versetzt anscheinend aller in eine Euphorie. Positive Nachrichten aus bestimmten Industriebranchen legen noch einmal einen darauf. Dabei ist der Grund für die nicht so steil steigenden Fallzahlen in erster Linie zurückgehende Bereitschaft der Menschen, sich testen zu lassen.

Egal, die Märkte wollen steigende Aktienpreise. Und so geschehe es!

Unten habe ich wie immer den DAX-Chart angehängt. Die aktuelle (Bären)Rally dürfte den DAX bis auf 10300-10800 hieven. Danach müsste langsam eine Gegenbewegung einsetzen. Ich gehe immer noch von einem Pendelverkehr zwischen 8000-10000. Wobei ein Anstieg auf 10800 wäre für mich ein Zeichen, dass die aktuelle Aufwärtsbewegung noch eine Weile andauern kann.

Zwar hat die Dynamik des Anstiegs im Laufe der letzten Woche etwas abgenommen, dennoch blieb der Index im positiven Modus, was mich etwas verwunderte. Besonders aufregend könnte es werden, wenn der DAX in die Nähe der 200-Tage Linie kommt. Sie befindet sich zurzeit bei 12400.

Von der EUREX kommen auch eher positive Impulse, das Put-Call -Ratio bleibt erstaunlich klein. Die implizite Volatilität fällt deutlich unter 40% und die Skew hat ebenfalls abgenommen.

Der Volatilitäsfuture z. B. VSTOXX befindet sich nicht mehr in Backwardation.

Am 19.03 sieht man unten, war die langfristige Volatilität deutlich höher als die kurze: 60 zu 27

https://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/100!onlineStats?viewType=4&productGroupId=48872&productId=34702&cp=&month=&year=&busDate=20200319

Bereits am Freitag sah die Welt schon ganz anders aus. Die lange Vola hat kaum abgenommen, die kurze dagegen liegt unter 45. Es war eine gute Gelegenheit, mit einfachen Spreads Geld z machen.

Im Moment lohnt es sich, allmählich auf größere Bewegungen zu setzen. Eventuell als Mischung aus Debit und Credit-Spreads. Die Prämien bleiben relativ hoch, dennoch ist mit einer heftigeren Bewegung in eine Richtung zu rechnen. Aber wie Taleb sagte, Schwarze Schwäne haben nur eine Eigenschaft, die sie eindeutig von allen anderen Investement-Produkten unterscheidet. Es gibt keinen richtigen Einstiegszeitpunkt. Solche Ereignisse bleiben völlig zufällig. Man muss schon das Risiko eingehen und eine Portfolio-Versicherung ohne Grund zu kaufen.

 

DAX-20200406

Veröffentlicht von Option_Basil

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