Eine andere Welt

 

Die Geschichte wird es zeigen. War die Corona-Hysterie wirklich nur etwas Harmloses, vergleichbar mit der saisonalen Grippe? Vieles spricht dafür. Niedrige Sterblichkeit, meistens unkomplizierte Verläufe sind ein Indiz. Auf der anderen Seite breitet sich Covid-19 viel schneller aus und das in einer perfekt vernetzten und globalisierten Welt. Das macht unruhig. Binnen kürzester Zeit wird das Virus faktisch überall registriert. Ist das vielleicht nur die bessere Datenerfassung? An der gewöhnlichen Grippe sterben nur in Deutschland jährlich Tausende Menschen.

War die Panik überzogen oder ist das erst der Beginn? Nun vergleichbar mit Ebola ist Corona nicht, Dort 90% Sterblichkeit, hier 0,8-1,5%. Dennoch blieb Ebola dort, wo schlechte Hygienebedingungen seit eh und je herrschen. Die übrige Welt hat es kaum mitbekommen.

Und jetzt?

Wir steuern auf eine andere Welt zu, keine Frage. Wir wollen es nur nicht wahrhaben. Die einen wollen eine völlige Ignoranz, als wäre nichts. Die anderen wollen die aktuellen Maßnahmen solange halten, bis das Virus verschwunden ist. Und die dritte Gruppe hofft, das wir im Herbst ein Impfstoff haben, der das Problem für immer wegschafft.

Alle drei täuschen sich.

Die Welt wird eine andere sein, für viele Jahre. Ob die Reaktion auf das Virus richtig war oder nicht, spielt keine Rolle, sie war da.

Es wird die Welt voller Unsicherheiten und Hoffnungen zugleich. Eine Welt mit eine Dauerüberwachung aller.

Und es wird eine Welt ohne Globalisierung in der alten Form sein. Vorbei die alte Reisefreiheit, wo ich einfach um 5:00 Uhr morgens aufwache und spontan noch am selben Tag nach Australien fliegen kann.

Die Welt wird ärmer sein, in jeder Hinsicht. Auch kulturell. Das geistige Gut wird bleiben aber in einer anderen Form, weniger kommerziell, und nicht überall präsent. Kultur wird zur Bereicherung. Vorher war sie eine Ware.

Alles wird anders. Kirchen werden noch leerer. Die Amtskirchen bestätigten in den letzten Wochen, wie opportunistisch sie sind, wie wenig bereit, eigene Meinung zu bezeugen, gegen den Staat.

Wird überhaupt noch jemand dahin gehen? Man muss sich vorher anmelden, darf nicht singen, und einen großen Abstand halten. Ich hätte keine Lust darauf.

Wirtschaftlich wird sich manches ändern. Ja, die Wirtschaft und die Börse werden bleiben.

Aber bestimmt nicht mit so vielen Unternehmen. Mache Branchen wie die Fluggesellschaften werden einfach überflüssig. Man braucht nicht so viele davon, oder?

Aber die Wirtschaft wird wachsen, wir Menschen haben keine andere Wahl, außer nach vorne zu schauen.

Daher kommt der Optimismus an den Börsen. Viel Geld wird in die Märkte gepumpt und es gibt keine Alternativen, wie oft haben wir das schon gehört. Und wiedermal die Hoffnung.

DAX

Der Index steht kurz unterhalb 11000 und wird voraussichtlich in den nächsten Tagen so bleiben. Denkbar ist ein Anstieg auf über 11000 und eine Gegenreaktion. Möglich auch eine Starre. Ja, viele rechnen mit einem kräftigen Anstieg auf über 11000. Auch das ist denkbar aber unwahrscheinlicher.

Am kommenden Freitag ist der EUREX-Verfall. Viele Händler setzten auf einen Abrechnungskurs des DAX zwischen 11000-11100. Jedoch herrscht hier kein klarer Konsens wie noch vor Tagen. Der Index kann deshalb auch weiter steigen oder fallen. Nach unten liegt die Grenze bei 10100. Darunter wird der DAX eher nicht fallen.

Charttechnisch hat sich nicht viel geändert. Ab 11000 stehen die Chancen auf grün, ab 11700 sogar auf dunkelgrün.

Die implizite Volatilität fällt weiter. Meine eigenen Indikatoren empfehlen wiederholt, Optionen zu verkaufen, da kein Ende in Sicht. Jeder muss natürlich selbst entscheiden. Ich würde jedenfalls bestenfalls auf Schwarze Schwäne setzen, also auf sehr unwahrscheinliche Ereignisse. Ich würde nicht versuchen, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen.

Das Put-Call Ratio, für mich ein guter Indikator für die Stimmung, fällt, wenn auch aus einem hohen Niveau. Das spricht ebenfalls für einen weiteren Anstieg.

Quelle www.eurexchange.com

Zusammenfassung.

Zurzeit steht die Ampel auf grün. Nach dem Verfall in einer Woche könnte es zur Trendwende kommen, oder, was wahrscheinlicher erscheint, zu seiner Bestätigung.

Strategie:

Credit Spreads verkaufen wird immer lukrativer, dem Trend folgend. Aber auch die ersten langfristigen Gegenpositionen könnten günstig aufgebaut werden.

Aktien, die verprügelt wurden. Lohnt es sich zu kaufen. Meine Kandidaten wären: LHA, DTE, DBK, VOW. Ich bin auch den Pharmawerten nicht abgeneigt. Hier empfehle ich eine breite Streuung.

 

DAX-20200510

Veröffentlicht von Option_Basil

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