Nur die hohe Volatilität macht uns nervös

 

Die Aussichten sind blendend. Die Märkte haben sich offensichtlich endgültig von der Nachrichtenlage entkoppelt und sie steigen in Abhängigkeit von der Hoffnung. Es ist die Hoffnung n-ten Grades. Denn zu erste gibt es keine Perspektive für die deutsche Wirtschaft. Was bevorsteht, mutet eher skeptisch an:

  • Verschuldung – sie wird durch die EURO-Bonds weiter zunehmen
  • der Zusammenbruch der Globalisierung und den damit verbundenen Absatzmärkten und Produktionsstätten.
  • Erwartete Arbeitslosigkeit in der gesamten westlichen Welt
  • Stark sinkende Nachfrage in den meisten Branchen angefangen von Automobil bis zum Hotelier.
  • Steigende Preise und zwar in den Zeiten niedriger Sparzinsen
  • Politische Unruhen

Man könnte weiter zählen. Aber die Börsianer schauen nach vorne, und stellen sich vor, dass es der Wirtschaft tatsächlich in einem Jahr beschissen geht, aber in einem Jahr werden die Aussichten vielleicht besser. Und darauf spekuliert man. Am Ende geht es darum, dass die Staaten stets eingreifen und die Kapitalmärkte von allen klassischen Spielregeln befreien.

So gesehen ist auch die Verfassung des Deutschen Leitindex DAX nicht überraschend. Es geht nach oben. Der letzte Widerstand lag knapp unter 12600 und er wurde überschritten. Zwar sank der Index zum Wochenende ein wenig und die US-Märkte haben ebenfalls nachgelassen, an der gesamten Euphorie ändert das nicht viel.

Charttechnisch lautet das nächste Ziel 13000 und sollte der DAX korrigieren, dann liegt eine starke Unterstützung in der Gegend von 11000, also nicht ganz so weit. Ansonsten sprechen alle mir bekannten langfristigen Indikatoren für die Fortsetzung der Rally.

Aus der EUREX kommen ebenfalls eher positive Signale.

Das Put-Call Ratio erreicht neue Tiefstwerte. Für den Juniverfall wird auf der Oberseite ein Wert zwischen 11500-11800 eventuell darüber erwartet. Auf der Unterseite liegen viele offene Kontrakte bei runden Werten 11000, 10500 10000 und so weiter. Sie haben keine Aussagekraft.

Demnach kann ein Investor noch nur der leuchtenden Zukunft entgegen schauen.

Gäbe es nicht die Volatilität! Denn diese will nicht zurückgehen.

Seit Wochen dauert inzwischen die Erholung. Wie man im Chart unten sieht, hat der DAX seit März 30% zugelegt. Die implizite Volatilität sank zwar Ende März auf 30% und seitdem verharrt sie auf diesem Niveau. Ihre Schwankungen werden immer kleiner, man hat das Gefühl, da muss was passieren. Aber sie will nicht weiter fallen. Das ist eine ungewöhnliche Situation. Sie macht den Optionshandel etwas schwieriger.Die Prämien sind recht hoch zum Kauf aber auch zu gefährlich zu Verkauf. Man würde Puts in den steigenden Markt verkaufen, was mit hohem Risiko verbunden ist.

Erstaunlicherweise sieht es bei anderen Vola-Indizies nicht anders aus. Ob VIX, VSTOXX alle sie bleiben knapp über 30% oder darunter.

Der Markt schreit nach einer Korrektur – das ist für mich die Botschaft. Aber sie wird erst dann wieder kommen, wenn die meisten damit nicht mehr rechnen.

 

DAX-20200530

Veröffentlicht von Option_Basil

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