Kopf-Schulter-Formation im DAX und die Vorfreunde auf den zweiten Lockdown.

 

Charts spielen inzwischen für mich eine ungeordnete Rolle. Zu viele ungewöhnliche Konstellationen habe ich bereit in meinem Börsenleben besehen. Zu unpräzise sind die aus der Charttechnik abzuleitenden Handlungsanweisungen. Charts sind eine Pseudowissenschaft, die die wesentlichen Erkenntnisse der Finanzmathematik über die Modellierung der Aktienpreise ignoriert. Darüber hinaus werden aus den Charts oft Empfehlungen für den Handel generiert, als gäbe es keine CAPM. Charttechniker sehen Kursverläufe als einen von Menschen unabhängigen Fluss, der stets die gleichen Regeln folgt, egal, ob sich jemand dafür interessiert oder nicht. Ähnlich wie der Verlauf des Flusses Main unter meinem Fenster.

Das ist natürlich aus zwei Gründen falsch. Erstens, der Verlauf der Charts ändert sich, je nach Reaktion der Chartbetrachter. Zweitens, relevante erfolgversprechende Erkenntnisse werden sofort umgesetzt.

Dennoch schaue auch ich gelegentlich auf die langfristigen Verläufe, Für mich haben sie eine gewisse Aussagekraft, genauso wie die sehr kurzfristigen Verläufe. Nicht jedoch die Charts zwischen 1-20 Tagen. Denn die Reaktionen auf Chartkonstellationen sind oft einheitlich. Ist sich die Masse der Börsianer einig, dass der Index fallen wird, dann verkauft sie die Wertpapiere. Das führt automatisch zu einer Verkaufswelle.

So habe ich mir den DAX-Verlauf auf Monatsbasis seit 2011 angesehen. Unten sehen Sie das Bild.

Und es sieht für mich beunruhigend aus. Wir haben es offenbar mit der klassischen Kopf-Schulter-Formation zu tun. Noch ist nicht auszuschließen, dass sich sogar ein Dreifach-Top ausbildet. Beide Formation heißen nicht gutes. Es hängt ein wenig davon ab, ob dem DAX gelingt, bis Ende des Monats über 13360 zu steigen. Sollte dies nicht gelingen, dann sind größere Abgaben wahrscheinlich. Offensichtlich reicht die Nachfrage auf dem Niveau von 13000 nicht aus, um das gestiegene Angebot abzufangen. Einmal werden viele die Geduld verlieren. Hier eine gute Einführung in die Interpretation der Formation.

http://www.chartanalysen-square.de/formationen/umkehrformationen.html

Aktuell spricht jedoch nicht sehr viel für eine Korrektur. Der DAX ist ein wenig gefallen, hatte sich später wieder gefangen. Der EUREX-Verfall blieb ruhig, wenn auch weit unter meiner Schätzung. Für den Septemberverfall erwarten viele den DAX maximal bei 13600 und auf der Putseite liegen die Open Interest bei 12000. Also alles beim Alten.

Das Put-Call Ratio ist etwas gestiegen, was durchaus eine Korrektur andeuten könnte. Es ist jedoch generell schwierig aus den kurzfristigen Schwankungen des P/C Ratios auf einen Trend zu schließen. Dafür müsste man sämtliche Aktienoptionen berücksichtigen, Durchschnitte bilden und so weiter.

Der etwaige Sturz könnte durchaus mit einer unerwarteten Ankündigung eines zweiten Lockdowns zusammenkommen. Oder glaubt Ihr, es wird vorher lange gewarnt?! Kaum. Deshalb ist jetzt die richtige Zeit, sich mit Puts einzudecken. Wie ich am Freitag schrieb, werde ich demnächst ein neues Musterportfolio einführen, das Black-Swan Portfolio.

Natürlich freue ich mich auf den zweiten Lockdown. Der Markt muss bereinigt werden, und die Menschheit sollte begreifen, auch mit Corona zu leben. Vor allem freue ich mich auf die gestiegene Volatilität, die einerseits kurzfristige Trades auf fallende Kurse ermöglichen als auch attraktive Puts-Verkäufe ermöglichen wird.

 

Veröffentlicht von Option_Basil

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2 Kommentare zu „Kopf-Schulter-Formation im DAX und die Vorfreunde auf den zweiten Lockdown.

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