Volatilität handeln am Beispiel VW

Ein Optionshändler handelt Volatilität. Das ist der Schlüssel zum Erfolg, sagt jeder, der lange im Geschäft überlebt hat. Das Verhältnis der impliziten zur realisierten Volatilität bestimmt unseren Vorteil.Und einen Vorteil benötigen wir, wenn wir mit überschaubarem Risiko regelmäßig traden. Haben wir keinen Vorteil und handeln oft, dann wird uns das Gesetz der großen Zahlen vernichten.

Den Vorteil zu erahnen ist nicht schwer. Dafür beobachte ich die implizite Volatilitäten und die Skew. Aber wie handle ich Volatilität?

Hier ein Beispiel aus der eigenen Praxis.

Die Aktie VW Vorzüge (VO3) hat in den letzten Tagen einen enormen Boom erlebt. Der exponentielle Anstieg war begleitet durch immer höhere IV. Ich schaute mir die IV der VO3 am 19.03 genauer an und stellte Erstaunliches fest.

  1. Die IV war für eine spießige DAX-Aktie sehr hoch; Die April Optionen am Geld lagen bei 62%, aus dem Geld sogar bei 80%
  2. Die Skew war sehr untypisch; bei steigendem Strike war sie sogar zum Teil höher als bei tieferen Strikes. Normalerweise sinkt die Vola mit steigendem Strike
  3. Die IV für kurze war deutlich höher als für lange Laufzeiten. Dies ist nicht ungewöhnlich, jedoch selten so stark ausgeprägt.

Ich tätigte folgende Transaktionen:

Kauf Juni Put 170 zu 2,8 52%

Verkauf April Put 200 zu 2,9 57%

Kauf Juni Call 340 zu 3,7 IV 62%

Verkauf April Call 270 zu 2,6 72%

Auffällig ist, dass der Callpreis im April beim gleichem Delta höher liegt als beim Put. Es herrschte offensichtlich eine Hysterie, die für uns Optionshändler oft genauso gut ist, wie eine Panik.

Etwas nervig war die extrem schlechte Liquidität. Die Calls waren faktisch nicht handelbar.

Am Ende bekam ich die Preis oben

Nach genau einer Woche sieht es folgendermaßen aus:

Kauf Juni Put 170 zu 1,6 50%

Verkauf April Put 200 zu 1,07 45%

Kauf Juni Call 340 zu 1,90 IV 52%

Verkauf April Call 270 zu 1,5 IV 57%

Wir sehen einen deutlich Rückgang der IV und gleichzeitig schloss sich ist die Schere zwischen April und Juni deutlich bzw. ist viel kleiner geworden. Zwar kostet mich der Spread fast genauso viel wie vor eine Woche. Das ist aber gut. Die Juni-Positionen sind natürlich sehr Vega-sensitiv.

Jetzt aber, drei Wochen vor dem Verfall, beginnt das langsame Sterben der April-Optionen. Das wird also. Mehr am Wochenende.

Veröffentlicht von Option_Basil

Investieren

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: