Marktbericht – gemischte Signale dennoch aufwärts

Die Charttchnik erspare uns heute. Dort kann ich alles ablesen, nicht jedoch, dass das Erklimmen neuer Höchststände zu Ende geht. Immer wieder neue Up-Gaps deuten auf einen unmöglichen Liquiditätsüberschuss hin. Da ist nichts hinzuzufügen. Die Dividendensaison ist noch lange nicht zu Ende und die Inflationssorgen werden verdrängt. Irgendwann werden neu emittierte Anleihen aus den USA einfach eine bessere Anlage als Aktien sein und dann geht es richtig los, nach unten in die Börsenhölle.

Interessanter ist der Blick auf den Terminmarkt. Erstens geht die implizite Volatilität massiv zurück. Wie im Chart unten zu sehen, befinden wir uns hier etwa auf dem Niveau vom Anfang März 2020.

Die realisierte Volatilität geht ebenso zurück. Somit wird der Handel mit der Volatilität schwieriger. Dazu unten mehr.

Die EUREX Statistik ist etwas aussagekräftiger. Das Put-Call Ratio ist deutlich gestiegen. Ich kann aber diese Zahl nicht wirklich interpretieren. Sie schwankt von Tag zu Tag zu sehr. Man müsste über andere Produkte Durchschnitte bilden. Naiv würde ich sagen ,es werden mehr Puts gehandelt, das kann nicht unbedingt auf einen Pessimismus hindeuten. Denn es sind heute sehr viele Stillhalter unterwegs, die ihre Gehälter nicht ausgeben und von der Freiheit als „Optionshändler“ mit „Income Strategien“ in einer „Trader GmbH“ träumen und „Cash Covered Short Puts“ handeln.

Sie drücken letzten Endes auch die Put-Preise. Das ist aber nur meine eigene Interpretation.

Jetzt zu den Open Interets:

Auf der Call Seite dominiert 15000, klar.

Auf der Put-Seite entdeckte ich eine Anomalie. Die Strikes 13000 und 12500 sind zwar gut besetzt. Aber auch 14200 !. Dieser Basispreis wurde sehr stark am 18.03 gehandelt. Offensichtlich hat jemand seine Position gerollt. Es kann sich nur um einen Stillhalter handeln. Kein Hedger würde eine so am Geld liegende Position eröffnen.

Zusammenfassung

Der Optimismus überwiegt, die EUREX -Händler blicken auf 15000 in drei Wochen zum Aprilverfall.

Strategien

Wie gesagt durch die sinkende Differenz zwischen der impliziten und realisierten Volatilität wird der Handel etwas schwieriger. Der Verkauf von Indexcalls muss anders gehedged werden, da der Zeitwert nicht mehr sehr hoch ist. Dafür lohnen sich unter Umständen Kalender-Spreads, da die langlaufende Seite vega-sensitiv ist. Generell aber heißt eine sinkende implizite Volatilität nicht, dass der Verkauf von Puts unattraktiv ist.

Bilder m. f. G. tradesignalonline.com und eurexchange.com

Oben sehen wir den Stand OI am 22.03

Und hier vom 26.03

Veröffentlicht von Option_Basil

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