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DAX – die Jagd nach verpasster Rendite

Nun sind alle euphorisch. Diese Chance sollte man nicht verpassen. Ich bin in diversen Communities angemeldet und bekomme zumindest mit, was die Mehrheit denkt. Unten der Auszug aus einem Trading-Protokoll, wo Mitglieder ihre Trades posten.

 

  • 🎫 Underlying: DIA
    🔹Strategie: 228 Short Put

Underlying: HM.B (H&M)
Strike: 140 Short Put

 

🎫 Underlying: QQQ (NASDAQ ETF)

🔹Strategie: 145 Short Put

 

Underlying: DVMT (DELL)
Strike: 60 Short Put

 

Underlying: Nvda (Nvidia)
Strike: 220 Short Put

 

Und so weiter. Anscheinend haben sich alle auf eine Richtung geeinigt. Nun kann es nur noch aufwärts gehen. Alle verkaufen Puts in die Stärke. Ich frage mich, wer ist die andere Seite? Jemand muss doch eine Gegenposition eröffnen wollen. Egal wie ich es betrachte, es ist ein Nullsummenspiel. Beide Seiten wollen gewinnen. Ich kann mir vorstellen, dass die Aktienbesitzer sich gegen einen Kursrückgang absichern und Puts kaufen. Tun sie das wirklich erst, wenn eine Stillhalteranfrage eintritt? Wohl kaum. Es sind eher die Market Maker oder andere professionelle Trader, die entsprechend den Herdentrieb zum eigenen Vorteil ausnutzen. Nun wie?

Wenn ich auf die EUREX-Statistiken schaue und den DAX näher betrachte, s.

http://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/180102!onlineStats?productGroupId=826&productId=17254&viewType=3&cp=Call&month=3&year=2018&busDate=20180223

dann stelle ich fest, dass es Verdichtungen von offenen Positionen – sog. open interests gibt, die den Aufschluss darüber geben, wo sich Käufer und Verkäufer auf einen Preis einigen. Bestimmte Basispreise zeigen erstaunlich viele OI. Zurzeit sind es im DAX auf der Call-Seite: 12.800, 13.000, 13.100 und 13.500. Auf der Put-Seite sind es vor allem 12.000 und 11.800.  Bei diesen Preisen glauben Stillhalter, der Index würde nicht darüber bzw. darunter gehen. Und die Käufer glauben, dass der  Index gerade schafft, diese Strikes zu berühren. Allerdings werden diese Geschäfte durch die Stillhalter initiiert, die Gegenseite passt sich an und sichert sich woanders, etwa im Kassa-Markt ab. Das hieße, dass tatsächlich die Strikes mit besonders hohem OI die Meinung der Stillhalter widerspiegeln.

Charttechnisch hat sich nicht viel bewegt. Der DAX zögert mit dem Marsch auf 13.000. Auf dem Weg dahin muss der Index noch einige Marken überwinden, die als „Widerstand“ gelten, etwa bei 12.600.

Am Ende sind wie genauso schlau wie vorher. Im Allgemeinen gehe ich von einer Erholung aus, die, so meine Erwartung schnell verpuffen wird.

Mein Depot hat etwas dazugewonnen. Die sinkende Volatilität hat dazu beigetragen. Die Juni 13450 Call –Shortposition habe ich inzwischen mit zwei März-Calls abgesichert. Sonst tue ich nichts.

 

DAX 23.02.2018
 ODAX  P  MAR18  12350  0 0 2 U 01.02.2018 EUR 109,0 147,4 -384,00 -1474,00
 ODAX  P  MAR18  11900  0 3 0 U 13.02.2018 EUR 187,0 58,7 -1924,50 880,50
 ODAX  C  MAR18  13300  0 1 0 U 15.02.2018 EUR 5,5 3,9 -8,00 19,50
 ODAX  C  JUN18  13450  0 0 1 U 15.02.2018 EUR 73,0 78,7 -28,50 -393,50
 ODAX  P  MAR18  11750  0 0 1 U 16.02.2018 EUR 64,0 44,7 96,50 -223,50
 ODAX  C  MAR18  13100  0 1 0 U 23.02.2018 EUR 10,0 9,6 -2,00 48,00
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Nach dem Verfall im Februar 2018

Die Stimmung hellt auf. So wünschen sich viele. Aber noch mehr wünschen sich, dass die Märkte wieder nach unten drehen. Schauen Sie sich die Meinungen in den sozialen Medien an. Hier und da wird vor „hoher Volatilität trotz steigender Kurse“ gewarnt. Für manche hat der Bärenmarkt bereits begonnen. Und so weiter.

Die Kurse dürften jetzt tatsächlich erstmal steigen. Und zwar bis 13.000-13100. Dort liegen nämlich die meisten offenen Call-Kontrakte an der EUREX, s. unten.  Auf der Unterseite wird nach wie vor die 12.000 Marke als Kursziel der Bären bevorzugt. Charttechnisch dürfte die Fibonacci-Korrektur bei 13.000 beendet sein. Frühestens bei 12600 kommt die Minirally ins Stocken  Alles vorhersagbar, oder? Ich wäre mir nicht so sicher, der Markt ist generell unsicherer geworden. Das wird sich in wenigen Tagen nicht sofort ändern.

Schauen Sie sich unten den VDAX an – Index für die aus Optionspreisen abgeleitete implizite Volatilität. Die Notierungen sind bis auf 40% gestiegen, und lagen somit so hoch wie seit 2011 nicht mehr. Damals nach der Fukushima-Katastrophe glaubte man, die Welt würde untergehen.  2015 kam es im August zum Minicrash. In allen Fällen fiel der VDAX zuerst und sprang später erneut hoch,  allerdings etwas tiefer. Dieses langsame Abklingen dauerte also etwas. In dieser Zeit waren die Aktienmärkte bereits im Aufschwung. Diesmal herrscht eine grundsätzliche Skepsis wegen der steigenden Zinsen. Man sollte also noch länger mit größeren Schwankungen rechnen.

Der Verfall war nicht sehr glücklich. Ich habe zwar effektiv einen Gewinn realisiert, verschob den Verlust sozusagen auf März. Auch wenn alles gut läuft, wird der Verlust zwar deutlich geringer als der zurzeit nicht realisierte, ich komme aus dem Minus nicht raus. Das dürfte wohl 2-3 Monate dauern, ohne dass ich mein Portfolio durch zu viel Risiko gefährde.

Ich habe im Prinzip nicht Falsches getan. Der Markt bewegte sich um fast 1200 Punkte nach unten, das wirft jeden Stillhalter aus dem Spiel. Es sei denn, Sie wissen als Hellseher, wie lange die Korrektur anhält und bleiben solange draußen.

Zuerst habe ich die zwei Februar 12750 Puts mit kleinem Verlust glatt gestellt und eröffnete zwei Puts auf der Shortseite bei 12350. Auf der Longseite waren bereits drei Feb 12000 Puts. Die März-Puts waren sofort im hochem Verlust, die drei Februar –Puts dagegen deutlich gestiegen.

Jetzt kommt wohl der Zeitpunkt, wo ich möglicherweise einen Fehler beging. Als die 12350 Puts getestet wurden, sprich, der DAX sank unter den Strike, hätte ich erneut rollen sollen und zwar auf den April. Das wäre dann ein Verlust von weiteren 1000 Euro und viel Prämie aus dem Roll. Stattdessen verkaufte ich die Long-Puts mit Gewinn und kaufte eine Absicherung bei 11700, die habe ich mit kleinem Gewinn auch verkauft und kaufte einen teuren Hedge bei 11900. Dabei ist es auch geblieben. Gut, auf der Call-Seite gab es ein paar Gewinnmitnahmen.

Fazit:

Die Anzahl der Long-Puts war diesmal zu gering im Verhältnis zu den verkauften Puts. Ich brach die eigene Regel. Somit war das Rollen, erschwert.  Beim nächsten Mal muss man einfach schneller die Position  nach unten rollen, notfalls auf den nächsten Monat.

An alle Anfänger unter den Lesern. Hätte ich nicht gehandelt und ei 12750 Puts bis zum Verfall nicht gerollt,  hätt eich einen Verlust von fast 3000 Euro am Freitag realisieren müssen. Ich wäre wohl aus dem Spiel…

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DAX 15.02.2018 12480
 ODAX  C  MAR18  13300  0  1  0  0  0  0  0  EUR  -1,00  26,50
 ODAX  C  JUN18  13450  0  0  0  0  1  0  0  EUR  -84,00  -449,00
 ODAX  P  MAR18  11750  0  0  0  0  1  0  0  EUR  29,50  -290,50
 ODAX  P  MAR18  11900  0  3  0  0  0  0  0  EUR  -1677,00  1128,00
 ODAX  P  MAR18  12350  0  0  0  0  2  0  0  EUR  -696,00  -1786,00