Kategorie-Archiv: Optionen

Zurückhaltung ist jetzt nicht die beste Strategie

 

Und wieder grüßt da Murmeltier. Die weltweiten Märkte sind eingebrochen, was zu erwarten war. Von mir zumindest. Vor zwei Wochen schrieb ich „Bis dato ruhen die „schwarzen Schwäne“ und werden dadurch noch unberechenbarer. Die Totenstille wird unheimlich“.

Letzte Woche riet ich bereit zu vorsichtigen Verkäufen von Optionen, allerdings unter solider Absicherung. Es sieht im Moment so aus, das die Märkte ich in den kommenden Tagen erholen werden. Sicher ist das wie alles an der Börse. Auch der Ausgang der Landtagswahlen in Bayern könnte  den Markt morgen in die Knie zwingen. Für den Morgen zumindest. denn die US-Händler jucken die Wahlen in Europa kaum.

Es bleibt unberechenbar. Wie auch letzte Woche geschrieben bewegt sich die Volatilität seit Monaten im ansteigenden Trend. Aber es wird Erholungen geben, da bin ich mir sicher. Und diese bedeuten einen sofortigen Rückgang der Volatilität. Deshalb ist es falsch zu sagen, „tut bitte jetzt nicht“. Ich habe mir gestern einige der Brief- und Seminaranbieter angehört. Alle waren sich einig, jetzt sollte man auf keinen Fall Optionen verkaufen. Am besten alle Shorts kaufen und warten. Das ist die falsche Strategie. Denn Optionshandel ist Verkauf von Volatilität. Und diese sollte teuer sein. Zur Zurückhaltung hätte man vor sieben Tagen raten sollen.  Warum tun sie es? Haben sie wirklich keinen Plan und haben sie den Sinn vom Optionshandel wirklich nicht verstanden? Egal, Fakt ist, dass Optionshandel ein Geschäft ist, in welchem ähnliche Gesetze gelten, wie im Einzelhandel oder Gastronomie. Ich habe etwas zu bieten, was besser oder günstiger als bei den anderen ist. Nur so kann ich überleben. Wenn ich mit den anderen Optionen in dieselbe Richtung handle, dann werde ich verlieren.

Natürlich heißt das nicht, ich muss ins fallende Messer greifen und wie im Roulette verdoppeln. Aber bei sprunghaft gestiegener Vola bleibt man nicht einfach draußen

Was habe ich in der letzten Woche getan? Nun ließ ich den 11300 Put offen, dieser ist jedoch mit einem März Put auf der Longseite abgesichert. Diese Longposition habe ich sogar leicht nach oben gerollt. Ich habe aber ordentlich mit den ODAX Calls gehandelt und realisiert einen Gewinn nach dem anderen. Nun habe ich zwei Dezember Calls 12300 auf der Shortseite und einen 11300 Put sowie einen Put Bear Spread 1100/10900.

Ja, ich weiß, wenn der Markt, was ich übrigens nicht glaube ordentlich anzieht, dann kommen die Calls in Bedrängnis. Dafür will ich Euch kurz verdeutlichen, wie Optionen auf Änderung der Volatilität reagieren.

Beispiel 1. Mein Dezember Put 11300 kostet zurzeit 272 Punkte, was eine IV von 21% entspricht. Sollte die Vola auf 17% fallen, ohne das der DAX sich verändert, dann fällt die Prämie auf 198 also um fast 30% !

Beispiel 2 Mein Dezember Call 12300 kostet jetzt 53. Sollte die Vola um 3% fallen, dann kann der DAX sogar um 400 Punkte steigen, und die Prämie wird sich kaum ändern. OK, so einfach ist das nicht, weil mit steigenden DAX-Notierungen sich die Händlerpräferenzen ändern, und die Calls gegenüber den Puts besser bewertet werden. Aber der Effekt ist da. Unten habe ich mein DAX-Portfolio zusammengestellt.

Und was geschieht nächste Woche?  Die 11.000 und 10.000 sind zwar im DAX realistischer geworden. Zuerst könnte der Index auf 12300 steigen. Mal sehen, wie die Woche beginnt. Möglich ist auch das Gegenteil der allgemeinen Meinung, nämlich eine Beruhigung ohne nenennswerter Änderung bis zum Verfall am Freitag.

 

13.10.2018
Börse Kontrakt O/C Order Nr. Long Pos. Short Pos. gedeckt Handels- Whrg. Einstand akt. Kurs G & V Pos. Wert
 EUREX  ODAX  P  DEZ18  11000  0  O 7587003 1 0 U 13.08.2018 EUR 145,2 186,4 206,00 932,00
 EUREX  ODAX  C  MAR19  13300  0  O 7623654 1 0 U 14.09.2018 EUR 71,5 17,8 -268,50 89,00
 EUREX  ODAX  C  OKT18  12850  0  O 7629578 1 0 U 20.09.2018 EUR 9,5 0,1 -47,00 0,50
 EUREX  ODAX  C  OKT18  12900  0  O 7631489 1 0 U 21.09.2018 EUR 13,6 0,1 -67,50 0,50
 EUREX  ODAX  P  DEZ18  11300  0  O 7648257 0 1 U 05.10.2018 EUR 123,0 271,8 -744,00 -1359,00
 EUREX  ODAX  P  DEZ18  10900  0  O 7650033 0 1 U 08.10.2018 EUR 91,0 164,0 -365,00 -820,00
 EUREX  ODAX  C  DEZ18  12400  0  O 7653998 0 1 U 10.10.2018 EUR 73,5 40,7 164,00 -203,50
 EUREX  ODAX  C  DEZ18  12300  0  O 7659637 0 1 U 12.10.2018 EUR 55,0 55,6 -3,00 -278,00
 EUREX  ODAX  P  MAR19  10500  0  O 7659604 1 0 U 12.10.2018 EUR 205,0 210,6 28,00 1053,00
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Jetzt die Volatilität verkaufen könnte sich lohnen

 

Ich will nichts verschönern. Die Märkte sind und bleiben langfristig nervös. Ob die Jahresendrally nun zu Ende ist oder sie bald (diese Woche) den nächsten Anlauf startet, bleibt dahin gestellt. Fakt ist, das die Zinsen in den USA im Bereich liegen, wo sich demnächst lohnen könnte, in Zinspapiere zu investieren. Noch verdienen die Unternehmen, vor allem in den USA, zu gut. Aber das wird nicht ewig dauern. OK, das ist jedoch nicht der eigentlich Grund für den Anstieg der Volatilität. Es ist die Unsicherheit, ob das gesamte System doch nicht auf sehr wackligen Füssen steht. Die jahrelangen Interventionen der Zentralbanken waren vielen ein Dorn im Auge. Den volkswirtschaftlichen Sinn haben viele nicht verstanden. In Europa war es sicherlich der Wunsch,  die südeuropäischen Länder zu retten und das allgemeine Zinsniveau niedrig zu halten. Diese Argumentation reicht nicht aus. War es also eine übertriebene Angst vor der Austrocknung der Liquidität, die die Zentralbaken immer wieder zum Kauf der Anleihen motivierte. Nun steigt die Inflation seit Jahren , auch bei uns.

Der Markt wird nervös. Und er bietet endlich die Gelegenheiten, Geld zu verdienen. Ich habe gestern einen kurzen Beitrag im Youtube-Kanal veröffentlicht.

Entschuldigung für das improvisierte und langweilige Reden, aber die Botschaft dürfte klar sein.

 

Die Vola Peaks häufen sich und der langfristige Vola-Trend steigt langsam. Ich habe gezeigt, dass diese Schwankungen gute Gelegenheiten sind, kurzfristig implizite Volatilität zu verkaufen. Es ist natürlich risikoreich und erfordert eine solide Absicherung, aber die Geschichte meines Portfolios zeigt, es lohnt sich.

Während am Wochenende in den sozialen Netzwerken der Crash, ja der Jüngste Börsentag verkündet wurde, kommentierte ich es immer wieder mit leichter Ironie und betonte, dass an den Börsen die sog. Minority Game gespielt wird, in welcher die Mehrheitsmeinung nicht gewinnbringend ist.

Und heute? Ja, es ging wie erwartet nach unten, aber ein Black Monday war es nun nicht. Für morgen spätestens bis Dienstag erwarte ich einen signifikanten Rückgang der impliziten Volatilität. Dann werde ich die Gewinne mitnehmen. Und was habe ich gehandelt. Ich stellte die 12900 Dezember Calls glatt, sowie den Nov Put 11450 und realisierte einen beträchtlich Gewinn. Nach dem die IV etwas zugenommen hat, verkaufte ich Dezember Put 11300 mit viel höherer Vega. Heute schloss ich den Dez Call 12700  und den November Put 11500, insgesamt mit kleinen Gewinn und ich rollte den Strangle auf Dezember Call 12600 und Dezember Put 10900, also sehr konservative. Ich erhoffe mir auf diese Weise einen satten Gewinn, wenn die Implizite Vola herunter geht. Sollte es weiter runter gehen, bin ich mit den Longpositionen gut gewappnet.

Auf einen solchen Markt wartet man!