Kategorie-Archiv: Optionen

Ist Deutsche Bank reif für ein Investment mit Optionen

 

Lange Zeit habe ich mit den Optionen auf Deutsche Bank gespielt. ich war viele Jahre bei diesem Unternehmen beschäftigt, es war nicht verboten, unter bestimmten Vorlagen versteht sich. Aber darum geht es nicht. Ich hielte damals diese Bank für unerschütterlich. Trotz aller Höhen und Pannen war sie für mich eine Oase des deutschen globalisierten Kapitalismus im 21. Jahrhundert.

Den schleichenden Untergang wollte ich nicht sehen. Meinen Wechsel 2010 in die Beratung begründete ich wie oft mit der eigenen speziellen Situation. Nie war ich wirklich von der strukturellen Schwäche dieses Ladens überzeugt, die nun seit Jahren sichtbar ist.

Ich investierte deshalb in Deutsche Bank Optionen. Es waren anfangs nur Verkäufe der gedeckten Kaufoptionen oder der Verkauf von Cash Secured Puts.

Ich machte es viele Jahre und ich verlor am Ende Geld. Es war die falsche Strategie, die falsche Aktie und ich war zu ungeduldig. Ich wollte natürlich von der hohen impliziten Volatilität profitieren und verkaufte sie einfach, so dumm! Ich war nur halbwegs nach unten ABGESICHERT UND MUSSTE außerdem stets die Positionen anpassen. Hinzu kamen starke Erholungsphasen, in welchen meine verkauften Calls schnell in den Verlust liefen. Ein kostspieliges Geschäft. Damals wäre es offensichtlich besser gewesen, langfristige Optionen zu kaufen. Denn die hohe IV bezeugt eine bestimmte Erwartungshaltung der Teilnehmer. Nämlich, dass sich der Kurs stark verändert. Es gab darüber hinaus keine fundamentalen Anzeichen für eine Verbesserung.

Und heute?

Die schlechten Nachrichten über die Deutsche Bank versickern oder zumindest werden nicht so publik gemacht wie früher. Der Geldwäsche-Skandal mit der Danska Bank der letzte Miniskandal der Deutschen.

Die Bank investiert in die Zukunft. Zum Beispiel in die Digitalisierung. Und sie verdient. Es geht also, trotz der niedrigen Zinsen und der insgesamt schlechter Aussichten für die Branche.

Bravo und was nun?

Ich habe mich zwar längst von dieser Aktie verabschiedet, bleibe aber offen für einen Wiedereinstieg. Warum auch nicht. Das Unternehmen zahlt Dividende, Aktie kostet wenig und die implizite Volatilität ist hoch, bei fast 41%.

Welche Strategie bietet sich an? Ich würde sagen, meine beliebten Diagonals. das heißt ich kaufe und verkaufe Puts zu unterschiedlichen Monaten und Strikes, in der Regel mit einem Kredit, sprich ich vereinnahme Prämie. Charttechnisch ist demnächst mit einer heftigeren Bewegung zu rechnen, egal ich welcher Richtung, s. unten.  Chart mi. f. G. http://www.tradesignalonline.com

 

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>lternativ würde ich Cash Secured Puts mit Covered Calls kombinieren. Wichtig ist, das die implizite Volatilität nicht noch weiter steigt, denn in diesem Falle würde man schlicht zu wenig Prämie für die unischere Aktie nehmen.

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Deutsche Telekom – die richtige Strategie vor der Dividende

Die Aktie der Deutschen Telekom gehört zu meinen Lieblingspapieren. Nein, nicht wegen der Dividende. Sondern vor allem, weil ich seit Jahren meine privaten Investments mit Hlfe von EUREX-Optionen betreibe. Die Optionen auf die DTE ( = Kürzel der Deutschen Telekom) eignen sich hervorragend für Coverd Calls und Cash secured Puts. Beide sind neutrale Strategien, die in seitwärts bis leicht steigend verlaufenden Märkten die besten Renditen erbringen. Mit richtiger Absicherung ( =Hedging) sind beide unschlagbar. Ich habe bereits im letzten Jahr mehrfach über meine Transaktionen berichtet und belegte auch meine Ergebnisse. Ich verkaufte Puts mit der Laufzeit 1 Monat und sicherte sich langfristig ab. So konnte ich mehrere Monate die Prämie vollständig als Gewinn verbuchen. Im Prinzip kann man diese Strategie mit Buy and Write kombinieren. Sobald die Puts ausgeübt werden, behalte ich die Aktien und schriebe aggressive ATM Calls. Im besten Fall werde ich die Aktien nach einem Monat wieder los, wenn der Kurs gestiegen ist. Danach schreibe ich neue Puts und so weiter… Dieses ruhige Handeln funktioniert, solange ich das richtige Gefühl für die Volatilität habe. Und ich hattes es viele Monate. Ich wusste, dass die historische also realisierte Vola niedriger als die implizite, die aus dem Optionspreis abgeleitet werden kann. Die historische Vola lag, wie unten zu sehen, oft unterhalb 13%. Die Implizite war immer höher, zurzeit bei 21%.

Bedenken sollten Sie lediglich, dass der Kauf von Aktien wesentlich mehr Kapital erfordert. Ich hielt z. B. 20 Kontrakte, also müsste ich im Notfall 2000 Aktien kaufen, was einem Transaktionswert von ca. 28.000 Euro entspricht. Denken Sie dabei an die Gebühren!

Nun aber scheint sich einiges zu ändern, und ich überlege, das Geschäft vorerst auszusetzen. Es gab eine Reihe Abstufungen, s. unten

https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11181579-deutsche-telekom-aktie-bonner-abgestuft

Und die Bieteraktion für Breitband-Frequenzen. Und die Dividende, die nun nicht mehr in Aktien umgewandelt werden kann. Apropos Dividende. Die Hauptversammlung findet am 28.03.2019 statt. In den Apriloptionen sind bereits die Dividenden-auf und -abschläge enthalten. Deshalb rechnete ich mit einer stärkeren Nachfrage. Vielleicht kommt sie noch. Dann werde diejenigen, die jetzt kaufen, eine recht hohe Dividendenrendite einstreichen.

Was mir noch aufgefallen ist, sein hohe Umsätze der Apriloptionen. Am Freitag sind Tausende Puts über die EUREX gehandelt worden, s. Link

http://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/180102!onlineStats?productGroupId=858&productId=34904&viewType=3&cp=Put&year=2019&month=04&busDate=20190125

Das sind wohl die Großinvestoren, die ihre Bestände vor der nach der Dividendenausschüttung erwarteten Korrektur schützen wollen. In den letzten Tagen verlor die DTE fast 1 Euro oder fast 7%. Die implizite Volatilität ist inzwischen ebenfalls höher. Es bleibt spannend beim einstigen Langweiler.

Was ist nun die richtige Strategie? Am einfachsten wäre es, Aktien kaufen und Puts zum Strike zwischen 13-14. Dieses Puts sind aber teuer und am Ende ist die Absicherung doch nicht so groß. Beliebt sind Volatilitätsstrategie sog. Earnings. Man profitiert durch simultanen Kauf von Calls und Puts von der anziehenden imliziten Volatilität. Oder umgekehrt, man verkauft die Vola kurz vor der Ausschüttung. Beide Strategien mögen im US-Markt sinnvoll erscheinen, für die DTE halte ich sie für wenig geeignet.

Chart m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

 

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