Depot-Vergleiche im Internet und Ihr Nutzen

Aktien werden allmählich als eine sinnvolle wenn nicht sogar die einzige Alternative für Anleger erkannt. Es sind durch Banken und EZB geschaffene Tatsachen, nicht logische Gründe, die dafür sprechen. Wenn ich gefragt werde, wie lange die Rally noch laufen würde, dann antworte ich „Bis der letzte Geldschein durch die EZB ausgedruckt ist“.

Deshalb tut sich etwas in unserer Gesellschaft. Vielleicht wird sich an der börsenkritischen auf Sicherheit fokussierten Grundeinstellung doch etwas ändern. Die Hoffnungslosigkeit am Markt für Zinsprodukte und die ausgebliebene Korrektur an der Börse, auf die mittlerweile seit 2009 sehnsüchtig gewartet wird und die nicht kommen will, zeigen Wirkung. Wirklich?

Wie komme ich zu diesem Schluss? Naja, bestimmt nicht anhand der tatsächlichen Zahlen. Zumindest nach dem Deutschen Aktieninstitut stagnieren die Aktionärszahlen seit Jahren und stehen bei knapp über 60% des Standes von 2001.

https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/studien/2015-02-12%20DAI%20Aktionaerszahlen%202014.pdf

Zunächst spricht das persönliche Umfeld für gestiegenes Interesse an der Aktie. Immerhin werde ich immer wieder von Bekannten und Freuden auf die Aktienanlage angesprochen. Neuerdings rief mich ein Cousin an und fragte, wie er Aktien bei einem Online-Broker handeln kann. Ich fühlte mich gleich in die 1990er Jahre versetzt. Ein Unternehmer, der 12 Jahre als Geschäftsführer viel Geld verdient hat, weiß nicht einmal, wie man es angeht, selber an den Börsen zu agieren. Von Optionen – meinem Lieblingsthema, haben ohnehin die wenigsten etwas gehört, leider. Dabei hat dieser Cousin weit mehr Ahnung von der Börse und handelte Aktien über seine Sparkasse, als ich noch Kind war. Warum sage ich Ihnen dieses Beispiel? Die Deutschen wollen Sicherheit und dann Profit. Und sie bevorzugen notfalls das Erstere. Wenn sie jedoch doch an ein „Investment an der Börse“ denken, dann stellt sich schnell heraus, dass sie keine Ahnung haben, wie sie es angehen sollen.

Der offensichtliche Analphabetismus beim Thema Investieren haben sich zahlreiche Anbieter von sogenannten Vergleichsportalen zu Nutze gemacht. Sie vergleichen CFD-Broker, FX-Broker, Direktbanken, ECN-Broker , Binäre Optionen und scheinen davon zu leben.

Sie müssen nicht einmal googeln, sondern können sich selbst eine Internetadresse als Kombination aus den folgenden Wörtern bilden: Broker, Depot, Online, Aktien, CFD, FX. Sie werden mit Sicherheit fündig und landen bei einem der vielen Vergleichsportale. Diese steigende Anzahl der Vergleichsportale ist für mich eben ein weiterer Indikator, der für eine steigende Popularität der Aktie spricht. J

Und Sie finden in den Portalen immer die gleichen Infos. Es sind die Angaben über die Kostenstruktur bei den gängigen Brokern und Online-Banken sowie Testergebnisse. Und die Akteure sind ebenfalls immer die Gleichen. Sie heißen:

Consorsbank, CapTrader, Lynx, Aktionärsbank, DAB.

Bei Tagesvergleich kommt noch Onvista und Deutsche Bank dazu.

Die Konditionen unterscheiden sich nur geringfügig. Die Jahresgebühr liegt meistens bei Null. Die Ordergebühr, so wird geworben, liegen zwischen 3-7 Euro. Hier ist etwas Vorsicht angesagt. Denn diese Zahlen beziehen sich oft auf die Mindestkommission beim Aktienkauf und nicht selten werden nur Neukunden besonders begünstigt. In der Regel müssen Sie von 0,5% des Orderumfangs ausgehen. Achten Sie auf Werbeslogans für außerbörsliche Handelsplattformen, wo man angeblich keine Gebühr zahlt. Gemeint ist nur die Börsengebühr, die zwischen ca. 0,5-1,5 Euro liegt. Daran scheitert Ihre Brokerwahl nicht. Eher sollten Sie darauf achten, ob der Broker zum Beispiel für Teilausführungen oder Limit-Änderungen zusätzliche Gebühren verlangt.

Komplizierter wird es bei anderen Finanzprodukten, die der Broker eigentlich nicht an Privatkunden günstig vermarkten will, weil es für ihn ein Risiko bedeutet. Sie wissen schon, ich meine dabei echte Terminkontrakte, z. B. Optionen. Nur wenige Broker bieten Optionshandel in Deutschland an, aber alle werben für CFDs.

In diesem Zusammenhang erscheint der oft als Sieger in den Portalen zitierter Broker Lynx (http://www.aktiendepot.net/lynx-broker-erfahrungen/)im ganz anderen Lichte. Ich selbst habe einen Lynx-Account. Die Kommission im Optionshandel hängt von der Anzahl der Kontrakte ab. Das heißt, schon ab 3 Kontrakten zahlen Sie mehr Kommission als bei jedem anderen Broker.

Zweitens ist das Regelwerk zur Berechnung der Margin für Privattrader ungünstig. So wird im Vorfeld gewarnt, dass die Marginbelastung nach US-amerikanischen Richtlinien berechnet wird. Ansonsten ist die Lynx-Handelsplattform ziemlich geil mit unzähligen Features. Ein Warenterminhändler kann sich dort genauso austoben wie ein spießiger DAX-Investor.

Das Handelsblatt http://wertpapiere.rechner.handelsblatt.com/rechner/handelsblatt2/ versucht sich ebenfalls im Brokervergleich und will es besonders objektiv tun. Allerdings findet man dennoch dort die gleichen Broker auf der Empfehlungsliste. Als einzige Bereicherung kommt noch die Targobank zu der vorher zitierten Liste der Broker.

Vorläufiges Fazit: Neue Vergleichsportale bringen frischen Wind. Sie haben ihre Funktion als Trommler für Aktienmärkte erfüllt. Hoffentlich bleibt es nicht dabei wie bei Regenbeschwörern …

Vergleichsportale sind sicherlich die erste Hilfe, wenn ich Aktien handeln will, aber keinen Plan habe.

Der Markt ist übersättigt und der Kunde bekommt auch im Fernsehen mit, welcher FX-Broker der beste sei. Aber ich werte die Inflation der „Depotvergleiche“ trotzdem positiv. Denn sie könnten das erste Zeichen der sich wandelnden Aktienkultur in Deutschland sein. Es ist halt wie in den Märkten, zuerst steigen die Aktienkurse und dann wächst die Wirtschaft. Außerdem müssen die potenziellen Investoren eigenständige Entscheidungen bezüglich der Brokerwahl treffen und sich deshalb mit vielen Detailinformationen auseinandersetzen. So tasten sie sich so an die Börse heran und kommen vielleicht irgendwann aus dem trostlosen Dasein in der zinslosen Nische heraus.

Optionen-Depot-Bericht am 21.02.2015

Der Februarverfall ist vorüber. Der Markt ist ruhig und deshalb fast schon verdächtigt einladend zum Handeln. Die meisten der Positionen sind verfallen. Für März steht in der kommenden Woche noch ein Short-Call auf meiner ToDo Liste. Vermutlich wird der Strike zwischen 110600 und 110800 stehen. Alles hängt davon ab, wie die Handelswoche startet.

Die Performance war insofern zufriedenstellend, dass ich mit einem Plus diese Verfallperiode beendete. Und das trotz viele zu viele Trades und trotz eines zu schnell getätigten Hedges.

In der vergangenen Woche habe ich den 10800/10900-Call-Spread mit einem guten Gewinn verkauft der jedoch 30% unterhalb des Maximalgewinns lag. Wenn Du eine Position mit dem Chance/Risiko –Verhältnis = 1 hast, dann ist es halt nur ein Spiel und ich nahm lieber den Gewinn mit.

Ansonsten nutzte ich die Überbewertung mancher Optionen einen Tag vor dem Verfall aus und verkaufte so Deutsche Bank Calls gegen eine entsprechende Long-Position für länger laufende Calls. Auch dieses Geschäft ging gut aus, wobei ich zugeben muss, dass der Zeitwert einer am-Geld-Option auch wenige Sekunden vor der Schlussauktion erstaunlich hoch ist und nicht, wie die Bücher uns lehren, gegen Null geht. Aber das sind meine schwer erkauften „Geheimnisse“, die ich gerne in einer privaten Coaching-Session preisgeben kann.

Auf den neuen Monat der Optionen!

Basiswert Call/Put Laufzeit Strike long short Eröffnung Einstand GuV Positionsgröße
 ODAX  C  MAR15  11.700,0000 1 0 03.02.2015 42,0 -115,50 94,50
 ODAX  P  MAR15  7.600,0000 1 0 02.02.2015 9,0 -30,50 14,50
 ODAX  P  MAR15  7.800,0000 1 0 02.01.2015 42,0 -192,50 17,50
 ODAX  P  MAR15  9.100,0000 0 1 02.02.2015 37,6 124,00 -64
DAX am 20.02.2015 11.050
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