DAX und Optionen als Spiegelbild der Seele

Diese warme Abend hat es in sich. So lau und freundlich wie die Börse. Aus unerklärlichen Gründen steigt der Index in froher Erwartung, dass etwas Gutes in Griechenland passiert. Jedenfalls sinkt die Volatilität stark und die Kurse scheinen tatsächlich den Anlauf auf 12.000 zu nehmen. Mal schauen.

Im Chart unten sehen wir deutlich, wo die Märkte stehen. In der Gegen von 10700 befindet sich eine Fibonacci – Korrektur, die von den Börsianern zur Unterstützung definiert wurde. Denn diese Marke konnte bisher nicht unterschritten werden. Hingegen steigen jetzt die Kurse und nach meinen Berechnungen ist die von mir vor zwei Wochen avisierte Marke 11800 wieder realistischer geworden. Für alle, die den Beitrag nicht gelesen haben, damals hatte ich einfach auf die offenen EUREX-Positionen hingewiesen. Der Anstieg auf 11800 wäre auch die maximale Korrektur der Korrektur und somit als ein Widerstand geeignet. Wobei ich zugeben muss, die sogenannte maximale Fibonacci-Korrektur ist in der Regel kein Widerstand im DAX. Das hieße weiter aufwärts.

Und mein Optionsdepot entwickelt sich inzwischen prächtig. Zwar ohne riesige Sprünge aber gewinnbringend mit wenig Risiko. Und darin besteht eben die Kunst! Mit Optionen ist es wie mit Whisky – Herstellung. Einfach warten, egal ob als Stillhalter, Käufer oder Spread – Trader. Optionen sind Spiegelbild menschlicher Emotionen und diese sind meist von begrenzter Dauer.

Chart m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

Chart

Optionen-Depot (fast) bereit für den Grexit

Das wäre schön. Ich kaufe am Freitag Verkaufsoptionen (Put) auf den DAX und am besten gleich die gleiche Anzahl der Kaufoptionen (Call). In der Tat war diese Idee nicht verkehrt. Sie geht jedoch von einer gewaltigen Marktreaktion am Montag aus. Aber ich bin inzwischen ein Börsenpraktiker geworden, trotz meines anhaltenden Interesses an mathematischer Modellierung der Optionsmärkte. Und ich weiß deshalb, dass im Rückblick alles möglich gewesen wäre. Die Grexit-Diskussion dauert schon seit Monaten und der Markt zeigt sich kaum berechenbar. Noch vor zwei ( oder drei) Wochen hatten wir den Index sehr bullisch am Montag erlebt, so um die 4% gestiegen. Keiner konnte garantieren, dass man sich doch noch heute auf die Hilfszahlungen für Griechenland einigt und er DAX morgen mit 5% nach oben rauscht. Andererseits hieße es doch immer, der Grexit sei eingepreist und deshalb eine etwaige Pleite eher einen positiven Einfluss gehabt hätte.

Inzwischen deutet vieles auf eine sehr nervöse Woche mit ungewissem Ausgang hin. Dementsprechend werden die Märkte schwanken und morgen doch schwach eröffnen, da kann man wohl erwarten.

Aber ich gehöre mittlerweile, vielleicht altersbedingt, zu den Menschen, die keine Zeit verschwenden, über Geschehenes zu klagen. Viel wichtiger ist jetzt die Frage, wie man sich zu verhalten hat. In vielerlei Hinsicht wird dieser Crash eine Chance sein.

Denn zuerst sollte man den geeigneten Zeitpunkt zum Einstieg nicht verpassen. Natürlich nicht sofort, egal wie stark die Erholungen erscheinen.

Sollte der DAX morgen früh stürzen, dann würde ich auf die erste Erholung warten. Dies tritt meistens zwischen 11:00-12:00 Uhr ein, als bevor die ersten Signale aus den USA registriert werden. Am besten man kaufe Calls und Puts mit stärkerer Gewichtung der Letzteren. So werde ich übrigens auch bei meinem Wikifolio verfahren

https://www.wikifolio.com/de/132435

Ansonsten sollte man zurückhaltend beim Kauf von Puts sein, besonders in den Korrektur-Wellen. Man bekommt den höchsten Preis und ärgert sich nachher. Dann lieber vorsichtig in den Verkauf der Volatilität. Etwa durch Put Bull-Spreads weit saus dem Geld. Noch attraktiver könnten digital Spreads werden. Diese bestehen aus einem länger laufenden Put auf den Longseite und einem kürzer laufenden Put auf der Shortseite. Beide Strikes sind verschieden. Bei einem Ausverkauf steigen die kurzlaufenden Optionen oft stärker als die langlaufenden.

Jetzt aber zum meinem Depot.

Dieses hat in den letzten zwei Wochen kaum Veränderungen erfahren. Im Moment ist die Gesamtposition auf leicht fallende mit steigender Volatilität und den zunehmenden Zeitwertverfall ausgerichtet. Es ist zwar nicht falsch aber auch nicht optimal. Dafür müsste es auch nackte Put-Positionen auf der Longseite geben.

Die Calls sind vorerst kein Thema für mich, bis der Markt eine größere Erholungsphase begonnen hat. Ich habe die Juli 12950 Position geschlossen und warte nun auf eine Erholung. Erst dann werde ich wieder Calls verkaufen. Denn wenn ich eine wirkliche Weisheit an die jungen Investoren geben kann, dann ist der Rat, geduldig zu sein. Gerade im Optionsgeschäft kommt es auf das Warten an, egal auf welcher Seit man positioniert ist.

Darüber hinaus, gehe ich vom Ausverkauf des Euro aus. Eventuell könnte man auf die Parität wetten.

Viel Erfolg und eben Geduld!

Basiswert Call/Put Laufzeit Strike long short Eröffnung Einstand GuV Positionsgröße Delta Theta Vega
 ODAX  C  JUL15  12.850,0000 1 0 19.05.2015 48,0 1,1 5,50 0,01 -0,4 0,8
 ODAX  P  JUL15  9.850,0000 0 1 10.06.2015 32,0 19,2 -96,00 0,03 1,7 -1,9
 ODAX  P  JUL15  10.150,0000 0 2 11.06.2015 33,3 32,7 -327,00 0,12 6 -6,6
 ODAX  C  AUG15  12.800,0000 1 0 11.06.2015 28,0 22,5 112,50 0,1 -1,4 7,8
 ODAX  C  JUL15  12.350,0000 0 1 11.06.2015 28,0 20,2 -101,00 -0,1 2,5 -4,6
 ODAX  P  AUG15  9.200,0000 1 0 12.06.2015 33,0 24,9 124,50 -0,04 -1,1 4
 ODAX  P  JUL15  9.750,0000 1 0 12.06.2015 30,0 16,2 81,00 -0,02 -1,3 1,5
 ODAX  P  JUL15  9.600,0000 0 1 12.06.2015 18,0 12,5 -62,50 0,01 1 -1
 ODAX  P  JUL15  9.000,0000 1 0 19.06.2015 10,5 4,8 24,00 0 -0,13 0,14
 ODAX  P  SEP15  10.200,0000 1 0 01.01.1970 219,8 137,0 685,00 -0,2 -3 15
Summe -0,09 3,87 15,14
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