Anzeichen einer Korrektur mehren sich

 

Irgendwann ist es soweit. Über Twitter melden sich bei mir inzwischen längst vergessene Freunde, die mich nach Aktientipps fragen. Plötzlich ist der Kapitalmarkt die Alternative zu den Zinsen und zum überteuerten Immobilienmarkt.

Für mich sind das Hinweise und Warnungen, dass sich die Hausse dem Ende nähren könnte. Ich weiß aber, es kann noch Monate dauern, bevor der Verkauf einsetzt.

Vieles spricht für eine langfristige Wende. Die Krise der Automobilindustrie, schwächelnde Unternehmensgewinne, Pulverfass Naher Osten und die Wahlen in den USA.

Kurzfristig ist es sogar sicher, dass wir demnächst eine heftige Korrektur sehen werden.

Schauen wir uns deshalb Fakten an.

Charts

Der DAX ist kurz davor, seinen Allzeit-Rekord zu schlagen, der vor zwei Jahren aufgestellt wurde.

Sollte dem Index nicht gelingen, über 13600 in den nächsten Wochen zu bleiben, muss der rasante Anstieg seit Anfang 2019 lediglich als eine Korrektur des Abwärtstrends interpretiert werden.

Zwar zeigen langfristige Indikatoren wie MACD immer noch nach oben, die Situation ist aber extrem überkauft. Die historische Volatilität fiel diese Woche unter 10% ist zieht langsam an.

Deutsche Terminbörse EUREX

Hier sind die Anzeichen viel deutlicher. Das Put-Call Verhältnis zieht eindeutig an,

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Werte um 1 und darüber waren in den letzten Wochen nicht beobachtet worden. Auch im US-amerikanischen Markt wird das Gleiche beobachtet. Lawrence McMillan schreibt in seinem Blog.

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In den Open Interests sieht man die größten Positionen für Februar-Calls bei 13800 und knapp darunter. Nach viel Optimismus klingt das nicht. Auf der Putseite passiert im Moment wenig. Die Positionen sind weit gestreut. Abgesehen davon, war am Freitag Verfall und die Positionen mussten gerollt werden, somit ist die aktuelle Aufnahme weniger aussagend.

Was tun in diesem Markt.

Ich würde mich rechtzeitig mit Puts eindecken, solange diese günstig bleiben Ich würde aber weiterhin dividendenstarke Aktien suchen. Die Dividendensaison hat gerade begonnen, und Aktien wie die Deutsche Telekom könnten noch zulegen.

 


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Kein 3. Weltkrieg und die Trump Rally geht weiter

 

Und wieder die große Enttäuschung. Gerade die Deutschen schienen fast auf den Nahost – Konflikt zu warten. Die Scheinheiligkeit der Medien und die gezielte Desinformation waren dabei wie immer die tüchtigen Helfer. Denn als der iranische General in einem Racheakt der US-Amerikaner getötet wurden, wurde kaum über die Gründe berichtet. Ich weiß selber nicht, was der Mann getan hat, dass er sterben musste. Was suchte er im Iran? Woher wussten es die Amis?

Warum sagen uns die verdummenden Medien (Spiegel, Tagesthemen, Panorama, Bild …) endlich nicht, um was es im Iran eigentlich geht. Die Krise kommt nicht überraschend. Auch der Irak ist ken zufälliger Tatort. Sicherlich hat Israel kein Interesse, starke Nachbarn wie Syrien und Iran zu haben.

Warum wird darüber nicht sachlich berichtet?

Trotz des sarkastischen Grundtons glich die Reaktion der Börsen in Europa der Erwartung des dritten Weltkrieges. Der DAX spielte verrückt. Zuerst der Sturz am Montag auf unter 13000 und danach der Anstieg auf 13500. Die europäischen Märkte mussten schließlich aufgeben und dem US-Markt folgen. Diese wird bekanntlich eher positiv auf einen Krieg reagieren. Vor allem aber glaubt dieser dass D. Trump keinen Krieg auslösen wird. Und so kann die Rally weiter gehen.

Charttechnisch sieht es im DAX sehr spannend aus. Heute sahen wir einen Gap, mit welche der höchste DAX-Stand seit fast einem Jahr markiert worden ist. Es ist ein starker positiver Indikator.

Der Weg zum Allzeithoch ist nicht mehr weit. Wenn jetzt der Index nicht einbricht, sehen wir den DAX bald bei 13800. Charttechnisch liegt der Index knapp über der oberen Begrenzung der Bollinger Bänder- und so ist eine Korrektur denkbar.

Interessante Impulse liefert der Optionsmarkt. Das Verhältnis der gehandelten Puts und Calls für Januarkontrakte bleibt erstaunlich niedrig, was für einen anhaltenden Optimismus spricht. Hingegen werden in den späteren Monaten deutlich mehr Puts als Puts gehandelt. Die Interpretation ist nicht einfach.

Noch schwieriger ist die Prognose, wo wir den DAX am Verfall in einer Woche sehen werden. Hier werden ich am Wochenende eine Analyse publizieren. Der DAX könnte durchaus über 13500 liegen.

Vielleicht war also der Iran-Konflikt notwendig, um die Märkte aufzurütteln.

 

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