Invest-Bericht im August 2017

Die Märkte scheinen den Prophezeiungen vom Jahresanfang zu folgen, und sie werden schwächer. Im August lässt es sich auch nicht vermeiden. Das gerne zitierte Argument, Trader-Robots machen keinen Urlaub mag richtig sein, ihre humanen Betreiber sind wohl oft nicht im Einsatz. Die Umsätze fallen und der Optimismus schwindet. Man sucht nach potenziellen Auslösern eines Crashs. Die deutsche links-liberale Presse hofft auch den Trump und wird nicht müde, seine Untauglichkeit und das von ihm ausgelöstes Chaos hinzuweisen. Dabei übersieht sie, dass die Wirtschaft weniger auf die moralische Seite sondern auf die Auswirkungen einer Amtsführung auf das Kapital achtet.  Trumps Handlungen will ich hier nicht kommentieren, das ist nicht der Zweck dieses Blogs. Ich sehe dennoch keine unmittelbare Bedrohung für die Märkte. Für die Börsen sind andere Faktoren maßgebend, etwa die Zinsen, das Wirtschaftswachstum und Absatzmärkte.

Kriege sind für die Märkte im Prinzip nicht schlecht, wenn sie die USA nicht unmittelbar bedrohen.

Ich könnte weiter philosophieren, weshalb und warum. Aber lasst uns auf Fakten schauen.

Der DAX und Dow Jones befinden sich im Abwärtskanal, soviel ist zumindest aus der neusten Vergangenheit zu erkennen. Der DAX startete zwar einen Erholungsversuch, ab 12500 könnte damit Schluss sein, vielleicht auch früher. Die von mir mehrmals avisierte Marke 12.000 scheint wie ein Magnet zu wirken.

Was sagen die Derivatehändler an der EUREX. Ich schaute wie gewöhnlich auf die Open Interest – Anzahl der gehaltenen Kontrakte und entnahm, dass die meisten Investoren bis zum Großen Verfall im September auf eher fallende Kurse setzen. Die meisten offenen Put-Kontrakte liegen bei 11500 und 11000. Viele erwarten den DAX auch viel tiefer, etwa bei 10.000. Auf der Oberseite herrscht ebenfalls ein Konsens. 13.000, 12500 –da s sind die Schwerpunkte der Sep-Call-OIs. Eine Ausnahme ist 136000 mit fast 30.000 Kontrakten. Ich denke, diese Positionen wurden viel früher gebildet und sind kaum etwas wert.

http://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/180102!onlineStats?productGroupId=826&productId=17254&viewType=3&cp=Call&month=9&year=2017&busDate=20170818

 

Die recht hohe Einigkeit auf der Oberseite spricht fast für die Erholung, das Gesamtbild bleibt jedoch eher getrübt. Der US Markt schwächelt und das könnte zum Problem werden.

Nach dem kleinen Verfall am Freitag habe ich kaum neue Positionen eröffnet. Das DAX-Portfolio brachte dieses Mal einen kleinen Verlaust, was jedoch angesichts der zahlreichen Gewinne in Folge OK ist. Im nächsten Monat erwarte ich einen Gewinn von ca. 250 EUR pro Kontrakt.  Deutsche Bank bleibt ein Problemkind. Der Aktienkurs brach um fast 2,5 Euro ein,  Ich handle 8 Kontrakte. Hätte ich die Aktien, dann hätte ich 1600 Euro verloren. Nun sind es 150 geworden, was mich auch ärgert. Ich habe vorerst neue Puts weit aus dem Geld geschrieben. Der Deutsche Telekom Put Bull Spread verfiel wertlos und brachte einen kleinen Gewinn. Ich weiß noch nicht, ob ich auf DTE neue Optionen schreiben werden. Ich will die Munition für größere DAX-Turbulenzen bereithalten. Optionshandel ist ja schließlich ein Geduldsspiel.

Chart m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

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19. Aug
 DBK  P  SEP17  12,00  0  9  0  0  0  0  0  EUR  -9,00  45,00
 DBK  P  SEP17  13,50  0  0  0  0  6  0  0  EUR  6,00  -156,00
18. Aug
 ODAX  C  SEP17  12.600,0000  0  0  0  0  1  0  0  EUR  19,00  -111,00
 ODAX  C  SEP17  13.100,0000  0  2  0  0  0  0  0  EUR  -13,00  22,00
 ODAX  C  DEZ17  13.900,0000  0  1  0  0  0  0  0  EUR  -25,50  32,00
 ODAX  P  SEP17  11.250,0000  0  0  0  0  1  0  0  EUR  36,50  -168,50
 ODAX  P  DEZ17  9.500,0000  0  1  0  0  0  0  0  EUR  60,50  180,50

DAX- keine Aussicht auf den Crash?

Ich fange stets mit dem Bauchgefühl an. Was sagt mein Unterbewusstsein über die Lage in den Märkten? Nun, ich habe seit langem die 12.000- Marke als das erste Preisziel im DAX avisiert. Den Abwärtsgang erkannte ich bereits vor ein paar Wochen. In den leider wenigen Blogbeiträgen können Sie meine Meinung sozusagen live verfolgen. Vor zwei Wochen schrieb ich sogar eine klare Empfehlung zum Kauf der Volatilität. Es war bisher das erste Mal, dass ich ausdrücklich auf eine Kursrichtung wettete. Ich kaufte Dezember – Optionen auf den DAX, s. meinen Investbericht.

Nun aber ist es geschehen. Die ersehnte Korrektur könnte begonnen haben. Nordkorea war ein willkommener Anlass.

Und wie ist meine Meinung jetzt? Ich habe keine. Eine Rückkehr zum Aufwärtstrend ist zwar denkbar, sie wird unwahrscheinlich von heute auf morgen passieren. Der DAX erreichte die Minimalkorrektur und bleibt vorerst bei 12.000. Ein weiteres Abrutschen könne den Index bis auf 11200 drücken. Am Freitag haben wir den Augustverfall, bis dato wird es wohl bei 12.000 bleiben. Und danach? Es hängt ein wenig von der Entwicklung in der Nord Korea Krise ab. Flacht diese ab, ist die Sache längst vergessen. Andererseits darf man nicht vergessen, der DAX sowie andere Märkte erreichten bereits den Boden der Volatilität und Sprünge sind nun eher zu erwarten.

Die EUREX-Händle haben sich bereits auf die neue Zeit eingestellt. Die Open Interests – offene Kontrakte in DAX-Optionen deuten auf einen Kompromiß bei 12500 auf der Oberseite hin. Nach unten rechnen anscheinend die meisten mit einem Kursrückgang bis auf 11.000. Jedenfalls liegen die meisten Puts bei 11500, 11300 und 11000.

http://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/180102!onlineStats?productGroupId=826&productId=17254&viewType=&cp=Put&month=9&year=2017&busDate=20170811

 

Chart m. f. G. http://www.tradesignalonline.com

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