Die verdammten 12.000 im DAX

Die verdammten 12.000 im DAX

Und wieder dasselbe Spiel. Zwei Wochen vor dem gr0ßen Verfall an der Deutschen Terminbörse EUREX scheinen sich die Optionshändler auf eine Patt-Situation geeinigt zu haben. Sie wollen den DAX anscheinend etwas höher sehen als noch vor einer Woche. Meine Auswertung der Open Interests – offener Positionen in Kauf – und Verkaufsoptionen, ergibt einen leicht steigenden Trend.

Die open interests awerde täglich an der EUREX publiziert, z. B. unter

https://www.eurexchange.com/exchange-en/market-data/statistics/market-statistics-online/100!onlineStats?productGroupId=13394&productId=70044&viewType=3&cp=Put&month=6&year=2019&busDate=20190607

Der gewichtete Strike liegt zurzeit bei

Calls: 11412 , letzte Woche 11525

Puts 9736, letzte Woche 9677

Nicht zu übersehen ist also ein leichter Trend nach oben.

Für die Rally sprechen auch die Charts, an die ich zwar nicht wirklich glaube, die aber durchaus einiges über die Stimmung der Händler sagen.

Der MACD steht kurz vor der Wende nach oben. Die realisierte Volatilität befindet sich im Niemandsland. Ein weiterer Rückgang ist nicht auszuschließen. #

Aus Fibonacci-Sicht bedeutet ein weiterer Anstieg über 12153 die Fortsetzung der Sommerrally bis in den Bereich 13000-13500. Ein Rückgang unter 11800 könnte einen schnellen Strurz bis auf 11000 und darunter bedeuten.

Nun, welche Rolle spielt es eigentlich, was wir uns über den künftigen Marktverkauf denken? Von heute auf morgen kann die Welt schon anders aussehen. Die Rally ist durch die Zentralbanken insbesondere in Europa getrieben worden. Das wissen alle. Und deshalb verlangen viele nach einer angemessenen Korrektur. Ja, die alten neuen Crash-Propheten sind wieder da. Das kann sogar auf das Gegenteil hindeuten.

Der Mai ist zu Ende und wahrscheinlich bewies dieser Monatg die von mir mehrmals erwähnte Gesetzmäßigkeit, dass man sich im Mai am besten für die Sommerrally eindecken kann, weil die Unruhe, die nach der Dividendensaison eine aufkommende Korrektur suggeriert, überinterpretiert wird. Nein, liebe Leute, es geht aufwärts und zwar spätestens nach dem Verfall in zwei Wochen.

Bis dahin wird die 12.000 Marke im DAX wie ein Magnet die Preise erstarren lassen.

Ich denke, solange keine dramatischen Nachrichten vermommen werden, kann man sich günstig mi Dividendenstarken Aktienoptionen eindecken.

DAX_20190109

 

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Schwarzer Montag und danach Erholung – meine Analyse

 

Aktuelle Stimmung

Gewagte Prognosen stelle ich nicht selten im Blog. Das wissen diejenigen, die mich seit 2007 lesen. Und es sind nicht weniger. Ich tue es, um vor allem den Blick des durchschnittlichen Börsenbeobachters zu schärfen, der auch gelegentlich in den Markt eingreift. Der aber weder über Spezialkenntnisse noch über Insiderwissen verfügt. Ich schreibe, was mir mein gesunder Menschenverstand sagt. Und ich beachte dabei die Grundregel. Versuche immer gegen den vorherrschenden Trend zu wetten. Denn die meisten Börsianer liegen falsch. Diejenigen die den meisten folgen, verlieren erst recht. Ich bin so menschlich wie die meisten und reagiere dementsprechend wie die anderen. Ich empfinde Angst und Gier und ich neige dazu, so zu handeln, wie die anderen. Der Unterschied ist jedoch, dass ich anderes handle, als meine Intuition mich zu täuschen versucht. Diese andere Meinung, die mich letzten Endes erfolgreich gemacht hat, lesen Sie oft in diesem Blog und deshalb klingt sie auch so befremdlich.

Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit. Seit Jahresanfang steigen die Märkte und die meisten von uns haben irgendwann angefangen, an den immer währenden Aufstieg der Märkte zu glauben. Allen Unsicherheiten und schlechteren Unternehmenszahlen zum Trotz. Und gegen den gesunden Menschenverstand, der sagt, auf Dauer wird eine durch Notenbanken getriebene Rally nicht laufen.

Nach und nach haben sie die Bären zurückgezogen. Die letzten Skeptiker unter den Hedgefonds Manager wechselten die Seiten. Und die Volatilität war am Boden.

DAX und Charts

Gerade dann schien sich etwas im Markt getan zu haben, was der breiten Öffentlichkeit völlig entgangen ist. Nämlich, dass seit Anfang Mai die Märkte im Abwärtstrend sind. Und das Ende ist nicht absehbar. Nach kurzen Erholungen sackt der DAX wieder ab.

Im Chart unten haben ich die aktuelle Situation dargestellt. Kurzfristig kann es durchaus zur Erholung kommen, da die Bollinger Bänder von unten angefasst worden sind und das wird oft als Wende interpretiert. Aber Vorsicht, es kann noch 1-2 schlechte Tage geben. Deshalb habe ich vom schwarzen Montag im Titel gesprochen. Die anderen Indikatoren sind negativ. Der MACD eindeutig im Baisse – Modus. Zwei DOWN-Gaps sprechen für sich.

Insgesamt wird sich in den nächsten Tagen einiges entscheiden. Erstens, war der Anstieg seit Januar lediglich die Korrektur des Abschwungs Es ist denkbar, weil die maximale Fibonacci-Korrektur nicht überschritten worden ist. Das würde bedeuten, dass die DAX-Hochs von 13600 zu Beginn 2018 den Beginn der Baisse markieren.

Denkbar ist auch, dass wie seit Januar 2019 eine neue Aufwärtswelle haben, die nun korrigiert wird. Dann gäbe es noch Potenzial bis auf 11.000. Sollte der DAX unter 11000 fallen, dann sieht es schlecht aus und dies würde heißen, dass eben die Aufwärtsbewegung seit Januar bis Mai lediglich eine Gegenbewegung der Abwärtswelle im 2018 wäre.

Und umgekehrt, sollte der DAX über 12500 steigen, dann ist der Aufwärtstrend im Jahr 2018 komplett korrigiert und der Weg zu 13600 ist wieder frei.

Im zweiten Chart habe ich auch die historische Volatilität eingefügt und die Standardabweichung. Dort sehe ich seltsames Verhalten. Jedenfalls scheint der große Krach noch bevor stehen. Die Schwankungen haben noch lange den Höhepunkt nicht erreicht.

Indikation aus dem Optionshandel – Open Interest

Mein Spezialthema seit Jahren ist die Analyse der offenen Optionspositionen an der Deutschen Terminbörse EUREX. Daraus lässt sich mit etwas Erfahrung einiges auf die Stimmung im Markt schließen. Die Interpretation ist nicht immer trivial. So wie jetzt.

Unten sehen wir die Verteilung der Calls im Juni und im zweiten Bild sind es die Puts im Juni.

Ihc habe die Verteilungen im gestenr und vor einer Woche verglichen.

Was sehen wir dort?

Bei Calls scheint der Optimismus nicht wirklich nachgegeben zu haben. Die meisten offenenen Kontrakte liegen bei 12800 und 13000 und mittlerweile auch bei 12500. Gegenüber der letzten Woche hat sich kaum etwas geändert. Keine Verschiebung nach unten.

Die Puts sind relativ beliebig verteilt. Die Schwerpunkte liegen bei 11500, 11000, 10500 und auch darunter. Hier ist eine kleine Verschiebung nach unten zu beobachten aber eigentlich auch kaum.

Anscheinend hat die aktuelle Lage die Händler nicht wirklich beeinflusst.

Zusammenfassung

Zwischen 11000 und 12500 liegt das Niemandsland. Darunter sind wir in der Baisse und darüber winken die alten Hochs im DAX.

Der DAX befindet sich im Abwärtstrend. Es herrscht immer noch zu viel Optimismus. Deshalb ist ein kurzer aber heftiger Ausverkauf möglich und danach eine Erholung, die ebenfalls heftig ausfallen könnte. Und danach sehen wir es weiter. Den Beginn einer langen Abwärtswelle kann niemand ausschließen, da jedoch die Zinsen faktisch gleich Null sind, haben die Anleger weiterhin keine Optionen mehr.

So war also der Mai, der wahrscheinlich, wie schont oft, eine gute Gelegenheit zum Kauf geboten hat.

 

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DAX_Call_OI

 

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