Ich mache es auch oft. Ich verkaufe Calls, wenn ich mit fallender Volatilität, vor allem aber mit fallenden Kursen rechne. ich verdiene damit Geld eigentlich nur dann, wenn anschließend eine starke Korrektur einsetzt. Zwar steigt die implizite Volatilität mit stürzenden Kursen, dennoch ist der Preis ( = delta) – Effekt stärker. Um ehrlich zu sein, ist diese Taktik nur dann profitabel. Sehr oft habe ich mit verkauften Calls Geld verdient. Noch öfter musste ich mich teuer hedgen.
Hier ein paar wesentliche Ratschläge, wie man mit Short-Calls umgehen soll.
- Verkaufe niemals nackte Calls auf Einzelaktie. Der potenzielle Verlust wird Dir vielleicht Anfangs schlaflose Nächste bereiten, aber das ist nicht das Hauptproblem. In der Regel steigen die Index-Optionen doch viel langsamer und berechenbarer als die einer Einzelaktie. Beim Index ist nacktes Verkaufen auch etwas stressig, da es auch dort theoretisch bis in den Himmel steigen kann., Die Realität bei Calls auf Einzelaktien ist viel brutaler. Beispiel 1 aus eigener Erfahrung. Ich saß einmal auf verkauften Calls auf die Bayeraktie, da es Gerüchte gab, eine medizinische Studie wäre gescheitert. Nun, ausgerechnet als ich im Tauchurlaub war, kam die News, Studie kam doch durch die Prüfung. Die Aktien steigt gleich um 10% und ich muss mich zurückkaufen, koste es, was es wolle. Beim DAX passiert das meistens nach unerwarteten Wahlergebnissen und wahrt kurz. Oder wenn die Ursache für einen Sturz, z. B. Kriegsgefahr sich relativiert. dann gibt es oft Sprünge über Nacht. Diese führen gleichzeitig zur fallenden Volatilität und sind deshalb halb so wild. Trotzdem
- Verkaufe immer Spreads. das folgt eigentlich aus dem ersten Rat, muss aber betont werden. Seit der Finanzkrise 2008/2009 verkaufe ich weder Puts noch Calls nackt. Bei einem Calls Credit-Spread können Sie immer rollen, auch ungünstig. Der Spread wird dann zum Debit-Spread. Ja., zahlreiche Studien haben zwar gezeigt, dass ein Spread weniger profitabler als nackter Call ist. Gleichzeitig aber kenne ich Studien, die sogar generell dem Call-Verkauf einen statistischen Vorteil absprechen. Anders als beim Put, Sie verlieren Geld, wenn Sie dauerhaft Calls verkaufen. Ich bin dennoch der Meinung, dass der Verkauf von Credit-Spread in einer Kombination wie Iron Condor sinnvoll ist.
- Wie roll man Calls? Hier steckt die Wahrheit über den Erfolg im Optionsgeschäft. Bei Puts ist das relativ einfach. Entweder kaufst Du die Option zurück und verkaufts eine länger laufende. Oder Du kaufts günstigere Debit-Spreads. Bei Calls lohnt sich der Verkauf höherer Strikes nicht wirklich. Der Zeitwert nimmt nur sehr schwach zu. Was mir sinnvoll erscheint, ist ein Kauf von späteren Termine. Somit wird ein Kalender oder Diagonal gebildet. Das ergibt insofern einen Sinn, weil beim Kursrückgang die Kombination nicht so stark verliert. Aber wie macht man das?. Tja, darüber wirst Du erfahren, wenn Du regelmäßig meinen Blog liest. Dort berichte ich regelmäßig über meine Geschäfte und belege sogar die Trades mit Depotauszügen. es gibt kein sicheres System oder Regelwerk, welches Du immer anwenden könntest.
- Reagiere schnell! Aufwärtsbewegungen vollziehen sich langsam, sie dauern aber länger. Anfang ist Dein Call kaum betroffen, und plötzlich fängt er an gegen Dich zu laufen. Ich reagiere dann sehr schnell. Irgendwann ist es zu spät. Der Gamma-Effekt – Veränderung des Delta macht sich bemerkbar. Lieber zu viele kleine Verluste als einen großen.
- Alle oben gesagte ist meine Meinung und keine Empfehlung im Sinne einer Geldanlage.