DAX vor dem Sprung (oder Fall) und Eckpfeiler meiner Strategie

Ich bin kein Trader. Zugegebenermaßen habe ich es nur halbherzig ausprobiert. Aber ich weiß, es ist nichts für mich. Trading funktioniert nur dann, wenn Du es unregelmäßig betreibst. Sie brauchen keinen Plan. Es gibt keine Pläne und Regelwerke, die dauerhaft den Markt schlagen. Irgendwann werden andere auf einer noch so ausgetüftelte „Strategie“ kommen. Ihr Vorteil kann in erster Linie im Glück bestehen. Sie bleiben nur sehr kurz im Markt, suchen sich einen Zeitpunkt, wo zum Beispiel eine stärkere Bewegung gerade ansetzt. Und dann kaufst Du opportunistisch mit dem Trend. Schnell den Gewinn mitnehmen und den Trading-Tag beenden. Das kann lange gut gehen. Sie riskieren nicht viel und werden Monate brauchen, bis die Niederlagen die Gewinn doch übersteigen.

Nein, auch das ist nichts für mich. Ich bin in erster Linie ein strategischer Investor und handle deshalb Index- und Aktienoptionen. So bin ich nicht so sehr auf das richtige Timing angewiesen. Es gibt für mich Leben außerhalb der Börse. Und viel zu viele Interessen, um dauerhaft auf den Bildschirm zu glotzen.

Deshalb Optionen. Dieses kannst Du zwar auch im Trading-Modus handeln, erfunden wurden sie für ein anderes Geschäft. Als Absicherungsinstrument und um das Kapital zu schonen. Statt Aktien kaufen, verkaufe ich Verkaufsoptionen und kaufe länger laufende Puts als Absicherung.

Statt beim ersten größeren Move direkt einzusteigen, kaufe ich länger laufende Puts und ich warte. Diese sogenannte Black Swan Strategie liebe ich. Sie befindet sich zurzeit in der Testphase, aber ich sehe schon jetzt, dass sie viel Spaß macht. Warten und Schadenfreude empfinden, ist das nicht herrlich? Diese Strategie hat natürlich ihren Preis. Dieser muss woanders erarbeitet werden.

Jetzt zum DAX. Der große Schwung steht unmittelbar bevor, so viel steht fest. Jedoch unbekannt ist die Richtung. Ich rechne mit einem Sprung und dann aber zeitnah wird es zur Korrektur kommen. Die laufende Erholung – eine Fortsetzung der Sommerrally ist erstaunlich stabil. Einen Angriff auf 13000 kann ich mir deshalb gut vorstellen.

Das Black Swan Portfolio mit DAX-Optionen profitiert von einer solchen Entwicklung, jedoch nicht so sehr wie von einem Kurssturz. Unten seht Ihr die aktuelle Zusammensetzung des Black Swan Portfolios. Der seit April aufgelaufener realisierte Gewinn beläuft sich auf 2200 Euro.

07.07.18
 EUREX  ODAX  P  SEP18  10900  0  O 7461873 1 0 U 24.04.2018 EUR 113,0 53,8 -296,00 269,00
EUREX  ODAX  C  SEP18  12900  0  O 7491710 1 0 U 22.05.2018 EUR 590,0 148,4 -2208,00 742,00
 EUREX  ODAX  C  JUL18  12650  0  O 7544332 0 1 U 02.07.2018 EUR 37,0 59,4 -112,00 -297,00
 EUREX  ODAX  P  AUG18  11550  0  O 7549731 0 1 U 06.07.2018 EUR 50,0 49,4 3,00 -247,00

 

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Das Zittern um 12200 im DAX

In einem der letzten Beiträge schrieb ich:

„Insgesamt ist jedoch das Bild getrübt, und ich würde jetzt nicht mehr von einer phlegmatischen Sommerrally sprechen. Die Volatilität ist da. Sollte der DAX unterhalb 12300 fallen und auch so bis zum Tagesende bleiben, dann rutscht es schnell auch 11500. „

Ich bleibe bei dieser Einschätzung. Andererseits spricht manches für eine vorübergehende Erholung. Unter anderem die zyklisch verlaufende realisierte Standardabweichung. Diese bewegt sich wellenartig und beim aktuellen Stand ist eine Bewegung nach unten die wahrscheinlichere.

Ein aufmerksamer Blick gehört auch den Open Interests an der EUREX, s. Unten. Ich schaue jede Woche auf die Statistik mit den offenen Kontrakten. Die Interpretation ist schwierig, dennoch bekommt man so deutliche Hinweise, wie sich das „große Geld“ positioniert.

Wie man unten sieht, liegen die meisten offenen Calls zwischen 12500-12700. Währenddessen liegen die meisten offenen Puts auf DAX im Juli irgendwo zwischen 12000-12300.

Daraus drängt sich die Erwartung eines Abrechnungskurses am Juliverfall bei ca. 12400. Das wäre natürlich für mich optimal und zu schön, um wahr zu sein.

Ich rechne trotz der Schwankungen nicht damit, dass der DAX das Fenster 12000-12400 verlassen wird. Wir werden sehen.

In meinem Depot hat sich wenig getan. Der schwarze Schwan lässt weiter auf sich warten. Die Strategie reduziert sich zurzeit zur Finanzierung der langlaufenden Optionen durch Leerverkäufe kurzer Optionen.Es ist nicht der eigentliche Zweck, aber durchaus ein Teil der Realisierung.

In den Telekom-Optionen ist noch viel Zeitwert, ich fasse sie deshalb noch nicht an.

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