Baisse

Der Titel klingt provokant, ich weiss. Ich behaupte aber nicht, dass ich unbedingt recht habe. Vieles spricht aber dafür, dass die seit 2003 laufende Hausse sich ihrem Ende neigt. Selbstverständlich kann es immer wieder zu neuen Angriffen auf die alten Hochs kommen. Um so heftiger wird der darauf folgende Sturz. So viel zur Intuituion oder dem in den Medien so abgewerteten Bauchgefühl.

Was sagen die Fakten. Zunächst sieht es technich schon seit langem nicht sehr gut aus. Wie am 6.11 geschrieben befindet sich der deutsche Markt in hoher Unsicherheit. Diese bedeutet oft nach einer langen Hausse zumindest eine starke Korrektur. Dies scheint eingetreten. Der DaX steht bei 7500, wo ich ebenfalls eine Unterstützung sah. Nun heisst das  nicht allzuviel, außer, dass manche daran glauben. Die nächte realistische Unterstützung sehe ich bei 7000. Die runden Zahlen haben sich in dieser Hinsicht immer bewährt.

Fundamental spricht vieles für die Fortsetzung der Korrektur. Das Ausmaß der US-Krise ist noch lange nicht absehbar, der Euro steigt und vor allem aber die Rohstoffe. Zwar wird Letzteres schön geredet und es heisst  oft“ Spekulanten seien am Anstieg schuld“, aber gerade das spricht um so mehr für die Baisse. Man sieht nur Positives in den Nachrichten. Oder wie oft haben wir in den letzten Tagen schon mal gehört „Die Wirtschaft wächst robust, die Unternehmenszahlen sind solide “ etc. Sind sie es wirklich? Schaut Euch einige Firmen an, wie ihre Zahlen bestraft wurden. Beispiele: Nordex, Infineon, Banken. es mag sich dabei um Gewinnmitnahmen handeln, ich sehe aber in erster Linie die massive Enttäuschung, die in ihrer Dimension neu ist.

Eine Baisse kommt also schleichend. Die klassischen marktpsychologishen „Definitionen“ treffen nur begrenzt zu. Anbei ein Zitat aus einem Blog:

http://www.tinto.de/geld/crash2.htm 

Nach jeder Hausse folgt eine Baisse. Die Schwierigkeit besteht nur darin, den Anfang der Baisse bzw. das Ende der Hausse zu erkennen.

Das Ende eines Aufwärtstrends ist dann wahrscheinlich, wenn die Mehrzahl der Börsenteilnehmer zu optimistisch ist. Aber es gibt natürlich auch unberechenbare marktpsychologische Prozesse.

Wenn aber schlechte Konjunkturdaten positiv geredet werden, dann ist das ein ernstzunehmendes Alarmsignal.

Wenn „Lieschen Müller“ in Aktien geht und sogar die Bildzeitung über phantastische Gewinnmöglichkeiten an der Börse schreibt, dann ist äußerste Vorsicht geboten.

Wenn die Börsenteilnehmer aufhören rational zu denken, wenn der gesunde Menschenverstand ausgeschaltet ist, wenn Unternehmensgewinne prozentual auf die nächsten zwei, drei oder noch mehr Jahre hochgerechnet werden, wenn ein großer Teil des Publikums Aktienbestände aus Kreditmitteln kauft , dann ist die Baisse – wenn nicht sogar ein Crash – vor der Türe. Nur der autonome Anleger kann sich dem Massenverhalten entziehen und sich von den Ansichten der übrigen Marktteilnehmer distanzieren!

Ob es alles so einfach ist? Nein, der Beginn der Hausse 2003 haben auch die meisten verpennt, oder? Ich saß damals im Handelsraum und sah, wie riesige Order aus dem Ausland für deutsche Aktien kamen. Das wusste man zwar, sah aber darin keinen Beginn des Aufwärtstrends. Nun nach vier Jahren alles wieder aus…? Ich glaube schon, es wird aber noch eine Weile sehr unauffällig dauern, bis die breite Masse anfängt zu verkaufen. Es kann auch sein, dass eine sehr lange Seitwärtsbewegung kommt. es ist zwar rein hypothetisch. Der US-Markt hat sich abgekoppelt vom deutschen und dieser wird deshalb möglicherweise den schlechten Vorgaben aus Übersee gar nicht folgen wollen…

Wie verhält man sich in einer Baisse? Nun, die Erfahrungen habe ich bis jetzt nur einmal gemacht 2000-2003. Fallende Kurse sind schwieriger zu handeln. Die heftigeren Bewegungen passieren in sehr kurzen Zeiträumen. Und die Erholungen sind oft auch sehr intensiv und stoppen viele Shorties in kürzester Zeit aus. Man kann aber trotzdem mit CFDs gutes Geld verdienen. In der Baisse lassen sich Ausbrüche gut traden. Die Trends werden oft auf Tagesbasis befolgt.

Und noch eines, die implizite Volatilität steigt meist kräftig. Das freut mich als Optionshändler am meisten. Ich finde immer Käufer für meine teuren DAX-Optionen…

Schliesslich lohnt es sich auch Aktien oder Aktienfonds zu kaufen. Wenn man Geduld hat… Statistisch läge man in den letzten Jahrhunderten damit immer richtig.

Veröffentlicht von Option_Basil

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