Ob es wirklich ein Strohfeuer war, weiss ich nicht. Die erwartete Zinssenkung um 50 Basispunkte kam zwar nicht überraschend, ist aber in sich keine schlechte Nachricht.
Deshalb kann ich der generell schlechten Einschätzung der Agenturen nicht folgen:
EURO-STOXX-50/STOXX-50
Der Abgabedruck an den Börsen in Europa könnte nach Einschätzung eines Teilnehmers am Donnerstag anhalten. Wie befürchtet scheine die Fed-Entscheidung nur für ein Strohfeuer gut gewesen zu sein. Die US-Notenbank hat am Vorabend wie mehrheitlich erwartet die Leitzinsen um 50 Basispunkte gesenkt und die Bereitschaft signalisiert, die Zinsen weiter zu senken. An der fundamental schlechten Lage ändere auch die Entscheidung der Federal Reserve nichts, heißt es im Handel. Als belastend könnten sich am Berichtstag die Aussagen von Standard & Poor’s (S&P) erweisen. Die Ratingagentur hat mehr als 8.000 Immobilienanleihen und CDOs mit einem Volumen von 534 Mrd USD abgestuft oder mit einer negativen Implikation versehen.
Am Mittwoch hatten die Börsen in Europa etwas leichter geschlossen. Abwarten lautete die Devise vor der Zinsentscheidung in den USA am Abend. Im Vorfeld hätten Marktteilnehmer noch letzte „Anpassungen“ vorgenommen, um neutral positioniert zu sein. Für Entspannung sorgte am Nachnmittag der deutlich besser als erwartete ADP-Arbeitsmarktbericht aus den USA. Der Bankensektor, der um 0,4% nachgab, kam weiter nicht zur Ruhe. Spekulationen um eine Übernahme der Societe Generale durch BNP Paribas sorgten für Kursbewegung. Societe Generale gewannen 4,3%. UBS verloren indes 1,6%. Die Abschreibungen im Zusammenhang mit Subprime-Investments deckten sich zwar mit den Erwartungen, zusätzliche Abschreibungen von 2 Mrd USD auf weitere Hypothekengeschäfte in den USA seien jedoch „beunruhigend“, hieß es.
DAX/MDAX/TECDAX
Etwas leichter – Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend sei das Geschäft extrem ruhig verlaufen, da es nach wie vor Unsicherheit gegeben habe, ob die Fed tatsächlich eine Senkung um 50 Basispunkte vornehmen werde. Der Gesamtmarkt wurde auch von guten Geschäftszahlen gestützt, die bei einzelnen Titeln zu deutlichen Gewinnen führten. So zogen Münchener Rück um 5,9% an, nachdem der Versicherer überraschend gute Zahlen vorgelegt hatte. SAP profitieren von positiven Analystenkommentaren nach dem Ausweis endgültiger Geschäftszahlen und der Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramm. Die Aktie zog um 0,7% an. Auch adidas kam die Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms zugute. Die Aktie legte um 3,1% zu.
DAX-FUTURES
Schwach – Zunächst sorgten die Zinssenkung der US-Notenbank und die in der Folge deutlich steigenden Kurse an Wall Street für einen Anstieg. Im späten Handel kamen die Notierungen in New York allerdings wieder deutlicher zurück und drückten auch den DAX-Future ins Minus.
+++++ RENTEN-/GELDMARKT +++++ RENTEN-FUTURES
Leichter – Der März-Kontrakt des Bund-Futures kam fast wieder auf das Niveau unmittelbar vor der erneuten Zinssenkung der US-Notenbank zurück. Das Tageshoch lag Der März-Kontrakt des Bund-Futures lag im Tageshoch bei 116,37% und im -tief bei 115,60%. Der Bund treffe bei 116,50% auf Widerstand, so ein Händler. Unter 115,58% dürfte sich die Konsoliderung ausweiten.
Mein Indikator zeigt auf Kauf und zwar mind. bis 6720. Darunter trifft das früher beschriebene Szenario zu. Ich selbts bleibe bei der Einschätzung, dass sich die Erholung vorerst bis auf 7100 fortsetzen wird, wahrscheinlich auch drüber. Vielleicht aber erst ab nächster Woche. In sich deutet auch der schwache Rentenmarkt auf weiter steigende Börsen hin.
Also seid frohen Mutes!
Übrigens meine Stillhalterpositionen bewegen sich bereits in der Gewinnzone und ich werde sie wohl anfang nächster Woche aufstocken. Die nach dem „Crash“ gekauften Commerzbank Aktien und die Aktienfonds sind mittlerweile gut im Gewinn.
Danke für diese umfangreiche Einschätzung!
Leider sehe die Lage nicht so optimistisch, aber lasse mich gerne positiv überraschen ; ).