Die Implizite Volatilität abgeleitet aus den Am-Feld-Optionen liegt zur Zeit bei 17%.
Der Put mit Basispreis 7150 kostet 137, der Call 7150 wird mit 157 gepreist. Unter der Anwendung des Binomialmodells für Indexoptionen des europäischen Typs entspricht dies der 17% Vola.
Bei den Aus-dem-Geld – Optionen sieht es wie immer etwas anders aus. Nehmen wir einen 500 Punkte entfernetn Basispreis und unter der obigen Annahme kommt man auf folgende Werte der Optionen:
Put 6650 Preis 11 Punkte
Call 7650 Preis 20 Punkte
Und wie sehen die tatsächlichen gehandelten Optionsprämien aus?
Put 6650 29
Call 7650 10
Man sieht also den fast schon klassischen Effekt der zur Überbewertung der Putoptionen gegenüber den durch das Black-Scholes erwarteten Werten. Ob man damit Geld machen kann, bleibt eine offene Frage.
Die historische Vola liegt zur Zeit bei 14% und somit etwas unter der impliziten. Es ist also eher mit weiter fallender Vola zu rechnen , was wiederum steigende Kurse bedeutet.
Interessant ist der Blick auf die historische Volatilität der letzten Jahre. Man stellt fest, dass bei 9% offenbar ein charttechnischer „Widerstand“ existiert, bei welchem es immer wieder zur Umkehr kommt. Dieses Niveau wurde zuerst am 31.10 erreicht. Zuvor war es 5.6 und 23.02. Immer kurz danach kam es zum schnellen DAX-Rückgang. Das heisst natürlich nicht, dass es bald wieder soweit ist. In den Jahren 2003-2005 kam die Vola häufig in die Gegend von 10% und blieb lange tief. Aber das Unterschreiten der 9% Marke hat in den letzten 5 Jahren immer eine schnelle Trendwende beim DAX-zur Folge.
Charttechnisch kann der DAX bis zum nächsten Verfall bis auf 7600-7800 steigen bzw. bis auf 6000 zurückgehen. Die realistische Schätzung liegt bei 7370 bzw. 6850. Es bietet sich also, die entsprechenden DAX-Optionen zu schreiben.
In diesem Sinne eine spannende Trading-Woche.