Crash – der Sommer wird heiss

Wie viele Male klagte ich über gähnende Langeweile im deutschen Markt?! Es schien so, als ob alle entweder nicht handeln wollen oder es zwar möchten aber sich noch unschlüssig sind, ob nun verkaufen oder kaufen.

Nun könnte dieser Zustand der Geschichte gehören. Es kommt etwas Spannung in das Börsengeschehen hinein. Innerhalb einer Woche stieg der VDAX- der Volatilitätsindex von 20 auf knappe 24% also um fast 20%!

Wo befindet sich der DAX -Kurs in seinem langfristigen Verlauf?

Wie bereits geschrieben liegt bei 6567 die sog. Normalkorrektur im Fibonacci Sinne. Seit seinem Sturz am 17.03 stieg der DAX bis zum 19.05. Danach erfolgten die üblichen Gewinnmitnahmen, die den vorausgegangenen Anstieg „korrigieren“. In der Regel beträgt die Korrektur 38,2%, 50% oder 61,8% der vorausgegangenen Anstiegsflanke. Ein Rückgang unter 6567 bedeutet die Unterschreitung der Maximalkorrektur und ist ein warnender Hinweis auf eine erhöhte Abgabebereitschaft im Markt. Darüber hinaus hätte dieses Ereignis eine weitere Signalwirkung. Bis auf 6200 gibt es keine Kursniveaus, welche von den Spieler als Unterstützungen erkannt würden. Also 6200 wäre die nächste Marke und darunter? Das wäre mir fast schon zu langfristig. Eine potenzielle Unterstützung liegt bei 5900 und darunter erst bei 5300. Damit wäre aber mein am Ende des letzten Jahres festgelegte Ziel von 5100 fast schon erreicht.

Kommt es soweit? Wohl kaum. Einen Test der 6200-Marke kann ich mir aber gut vorstellen. Den wieder auflebenden Crash Propheten glaube ich nicht.

Dass wir uns seit November 2007 in einer Baisse befinden , habe ich nicht gezweifelt ( s. meine zahlreichen Beiträge damals). Der oben erwähnte Anstieg vom März bis Mai war lediglich eine Normalkorrektur des Absturzes zwischen Januar und März. Also so gesehen hat sich nichts geändert. Aus technischer Sicht zumindest.

Fundamental bleiben die Gründe für mich im Verborgenen. Zwar kann man über die wachsende US-Arbeitslosigkeit, Inflation oder zurückgehende Industrieproduktion ( Zahlen von dieser Woche) klagen, aber so schlimm ist der Zustand der Wirtschaft doch nicht. Und schon gar nicht der der deutschen. Nein, das einizige Argument, welches mich persönlich überzeugt, ist ein langsamer aber stetiger Abschied der Großinvestoren von Aktien, welcher schon längst begonnen haben könnte. Steigende Zinsen werden niemals Nährboden für Risikomärkte.

Für mich als potenziellen Häuslerbauer ist natürlich der Zusatnd des Bund Futures wichtig. Schliesslich bestimmt er indirekt die Hypothekenzinsen. Und diese sind in jüngster Vergangenheit kräftig gestiegen :-)). Nun aber steig der Bund allmählich oder zumindest fällt es nicht. Die Bodenbildung bei 110 könnte tatsächlich der Beginn einer längeren Phase mit fallenden Aktienmärkten , steigenden Anleihenpreisen und …. daraufhin fallenden Zinsen! 🙂 Alles also halb so wild.

Mein DAX-Handelssystem ist heute morgen mit einem Verlust aus der Longposition ausgestiegen. Eine Shortposition wurde beim gestrigen Tief 6662 eröffnet.

Es freut mich auch als Stillhalter, dass die Optionspreise so steigen. Ich verkaufe gerne.

Veröffentlicht von Option_Basil

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2 Kommentare zu „Crash – der Sommer wird heiss

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