Börse am Montag, dem 8.Dez. 2008

Die Vorgaben für den morgigen Tag sind eher gut. Der amerikanische Markt haussierte am Freitagabend und legte entgegen dem anfänglichen Trend über 400 Punkte zu. Der nachbörsliche DAX ist der Tendenz  gefolgt und baute den größten Teil seiner Freitagsverluste ab. Dementsprechend dürfte morgen der deutsche Markt knapp über 4500 in den Handel starten.

Die Standardindikatoren geben ein gemischtes Bild ab. Die Volatilität steht weiterhin bei 60%  und ist damit hoch genug, um für weitere Unruhe im Markt zu sorgen.

Aus den USA stehen in der kommenden Woche neben den Import- und den Erzeugerpreisen insbesondere die Einzelhandelsumsätze auf der Agenda. Während die Preisentwicklung der Postbank zufolge eine weitere Entlastung bringen sollte, sei bei den Einzelhandelsumsätzen erneut ein deutlicher Rückgang zu befürchten. Bereits die wöchentlich gemeldeten Umsätze der Ladenketten ließen wenig Gutes erwarten und durch den weiter rückläufigen Autoabsatz und sinkende Kraftstoffpreise sollten auch die Tankstellenumsätze im Rückwärtsgang bleiben, schrieben die Postbank-Analysten.
Für Deutschland werden unterdessen die ZEW-Konjunkturerwartungen mit Spannung erwartet. Die WestLB erwartet, dass der Pessimismus unter den befragen Analysten nochmals zunehmen wird und der Index auf ein neues Rekordtief fallen wird. Das weitere Abwärtspotenzial sei dann aber begrenzt. Ein weiterer Höhepunkt dürfte auch die Veröffentlichung der Daten zur Industrieproduktion sein.
KLEINE CHANCE AUF JAHRESEND-RALLY BLEIBT
, denn technisch bewegt sich der DAX seit Tagen in einem engen Gürtel zwischen 4000 und 4750. Vom Ausbruch kann man bereits reden, wenn die Notierungen 4800 über- oder 4300 unterschreiten und die Gegenbewegung zum Tagesende nicht zu groß ausfallen wird. Dann hätten wir womöglich die Weihnachtsrally bis 5300, im Extremfall bis 5600.

Träume, träume, denn ich selbst gehe von weiter fallenden Kursen aus. Mein Indikator steht auf Short, wenn auch mit einem Stopp bei 4530. Dieser Wert dürfte morgen schnell erreicht sein. Am negativen Gesamtbild wird es nicht viel ändern.

Japanische Verhältnisse willkommen! Es ist auch nur die Frage der Zeit, wann die kurzfristigen Zinsen in den negativen Bereich wie in Japan fallen. Dieser Zustand wird solange andauern, wie lange die Bücher großer Banken zu viele  Positionen enthalten die mit eigenen Risikomodellen falsch bewertet wurden.  Im Jahr 2000 war es einfacher. Spreu vom Weizen wurde relativ schnell getrennt, da es sich oft um  Hochstapler, heisse Luftblasen und relativ einfach zu durchschauende Geschäftsmodelle handelte. Deshalb kam es zuügig zur Erholung nach dem Motto- Fakten liegen nun auf dem Tisch.

Jetzt ist es aber nicht so. Wer zum Teufel weiss, wieviel ein kompliziertes Finanzprodukt , das nicht verkäuflich ist und trotzdem  zu den Aktiva einer deutschen Bank gehört, überhaupt  wert ist? Den eigens entwickelten Risikomodellen glaubt keiner mehr.

An den so gefürchteten Weltuntergang mit hohen Arbeitslosenzahlen und dem Ende der etablierten Industrien glaube ich nicht. Der Mensch wird ziemlich schnell wieder Hoffnung fassen und neue Profite erwirtschaften, die natürlich nach dem alten Schema verteilt werden: 20% der Mitwirkenden kassieren 80% der Gewinne…

Also seid guten Mutes- wichtig ist nur, dass uns die Banken endlich die Wahrheit sagen und die gesamte Volkswirtschaft wieder vertrauensvoller Geld leiht und verleiht.

Amen.

Veröffentlicht von Option_Basil

Investieren

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten