Aktienanleihen finden immer meine Zuwendung, wenn andere Investments wenig Rendite bringen. So wie derzeit. Der Markt ist trendlos geworden. Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt zwar gültig, es kommt aber die wohl bekannte Gesetzmäßigkeit der steigenden Märkte zum Tragen. Wenn es abwärts geht, dann betrifft es alle Assets und geht meist quer durch alle Märkte. Man kann im Prinzip auf fallende Kurse egal welcher Blue Chips im DAX setzen und man wird mit hoher Sicherheit in der Gesamtsumme nicht daneben liegen.
Anders in haussierenden Märkten. Hier verschwindet die Korrelation schnell und manche Aktien steigen schneller als die anderen.
Alle noch-Angestellten unter den Lesern werden sich dieses Verhalten am folgenden Beispiel vorstellen können. In einem großen Unternehmen z.B. einer Großbank geht es bergauf. Gewinne steigen und die Boni auch. Allerdings schaut man sehr genau hin, wer welchen Anteil am Gewinn bekommt. Der eine kommt mit 10%, der andere mit 100% mehr nach Hause.
Anders wenn das Unternehmen in der Krise steckt und die Gewinne sinken bzw. gänzlich ausbleiben. Dann dürfen alle im gleichen Masse solidarisch an den Verlusten partizipieren…
Zurück zur Börse- derzeit scheint sich der Markt in einer unkorrelierten Phase zu befinden. Aktien steigen, aber eben heute nur ganz wenig, morgen steigen andere Aktien auch ein wenig usw. Es tut sich scheinbar gar nichts in den Kursen trotzdem will der Markt nicht fallen und befindet sich im Dauerzustand des Wartens auf den Ausbruch. Nach ein paar Wochen stellt man nur fest, dass wir wieder 200 Punkte höher stehen. Oder haben Sie schon vergessen, dass die 5000 im DAX vor kurzem unmöglich erschienen.
Ich neige in solchen Zeiten zu Aktienanleihen. Was diese sind, habe ich bereits paar mal geschrieben.
Als Beispiel nenne ich eine Aktienanleihe auf Daimler WKN= _SFL95X. Die habe ich selbst im Depot seit Nov. 2009.
Wie funktionierte dieses Geschäft? Die Anleihe zahlt 28,5 % p.a. Zinsen. Den Betrag bekomme ich auf jeden Fall. Der einzige Wermutstropfen ist die Kurs-Schwelle von 14,5 €. Steht der Aktienkurs am Laufzeitende, dem 24.07.2009 unterhalb dieser Schwelle, dann werde ich meinen Nominalbetrag nicht zurückbekommen. Stattdessen darf ich mich als Neuaktionär über den Besitz von Daimleraktien freuen, die nun in mein Depot in einem entsprechenden Verhältnis zum Nominal eingebucht werden. Das hat natürlich die Schattenseite, indem der Marktkurs der Daimleraktie deutlich unter 14,5 € zum Zeitpunkt der Zuteilung liegen kann, ich habe aber die Aktien zu 14,5 quasi gekauft bzw. habe sie angedient bekommen.
Kurz und bündig- Aktienanleihe ist ein Stillhaltergeschäft, ich bin der Stillhalter und die Prämie eben der Coupon. Im Übrigen kann ich die AA auch jederzeit zum Marktpreis verkaufen, bekomme dann die Stückzinsen.
Zurück zu meiner Daimler-Anleihe. Um das Risiko zu vermeiden, kaufte ich gleich im November eine entsprechende Anzahl von Puts an der Terminbörse Eurex. Damit war ich nach unten abgesichert. Die Putkosten frassen aber den großen Teil des Coupons auf. Deshalb habe ich im Laufe der folgenden 8 Monate monatlich weitere Puts meist zu niedrigeren Basispreisen und kurzen Laufzeiten verkauft.
Die Anleihe lebt zwar noch fast einen Monat, ich kann aber inzwischen sagen, dass egal wie sich der Aktienkurs entwickeln wird, habe ich meine 22% p.a. gemacht. Und damit kann ich gut leben. Man kann fast sagen, es war eins sehr gutes Geschäft, wenn ich bedenke, dass der Aktienkurs von Daimler im November bei 25 € stand, was nur 10% unter dem jetzigen Stand ist.
Für diese Aktie lohnt es sich also in Aktienanleihen einzusteigen, bei anderen schaue ich mich noch um. Ich sehe bei der Commerzbank ein Gewinnpotenzial für Aktienanleihen. Hier ist nicht mit einer Hausse zu rechnen, andererseits wird die Aktie nicht auf Null zurückgehen, schliesslich steht der Staat dahinter.
Ich werde demnächst ein paar WKNs aussuchen und lasse Euch wissen!