Reflexionen zum „dreifachen“ Hexensabbat am 19.06.2009

Und schon wieder ein halbes Jahr vorüber. Seit die Optionsgeschäfte ein signifikanter Teil meines Lebens geworden sind, dauert ein Monat nicht vom ersten zum 31 sondern vom Verfallstag zum nächsten Verfallstag. Ich denke oft danei an die vielen Emotionen, die mich an diesem Tag schon mal begleitet haben. Früher spekulierte ich in der Tat auf eine bestimmte Kursentwicklung an dem Tag und ging von steigender Vola aus. Oder ich fürchtete diesen Tag wie der Teufel das Weihwasser und machte alle Positionen glatt viele Tage vorher.

Inzwischen sehe ich den Tod der Optionen mit einer gewissen Gelassenheit entgegen. Nun es gibt doch den nächsten Monat und danach wieder einen.

Eine Besonderheit ist der sog. dreifacher Hexensabbat. An diesem Tag verfallen die meisten Indexoptionen und – Futures, Aktienoptionen und mittlerweile die wenig beachteten Stock Futures. Strenggenommen müsste der kommende Freitag ein vierfacher Sabbat heissen.

Erlebt habe ich viele Launen des Marktes an diesem Tag. Hohe Schwankungen im Vorfeld und keine an diesem Tag. Oder oft umgekehrt, besonders vor ein paar Jahren- da sorgte oft der Verfallstag selbst für Überraschungen und die relevanten Indizies wurden oft in letzter Minute über bzw. unter eine Marke getrieben.

Die DAX-Optionen laufen zum Beispiel um 13:00 Uhr aus. Dann beginnt die Schlussauktion, die allerdings keine feste Zeitspanne andauert. Zwischen 1-5 Minuten können es werden und dann steht der Abrechnungspreis fest. Mit diesem werden ausgeübte Optionen bewertet.

Dazu fällt mir eine Anegdote ein. Einmal habe ich auch bis zum Schluss auf offenen leerverkauften DAX-Kaufoptionen gesessen und wollte sie nicht glatt stellen, sondern wartete, bis sie wertlos verfallen. Dabei war der Basispreis sehr eng an den Marktpreis gesetzt. Ich wollte sie eventuell  mit den CFDs hedgen. Am Freitag sass ich tatsächlich bis 13:00 Uhr vor dem Bildschrim und schaute wie der Index mal stieg mal wieder fiel unter diese Marke. Jedesmal bedeutet es plus oder minus 400 €. Der Reiz war deshalb groß, doch nicht den „richtigen “ Ausstieg zu verpassen.

Kurz vor 13:00 stand der DAX unter dem Basispreis und ich war glücklich, als um 13:00 die Optionen minimal aus dem Preis waren. Das würde heissen, ich werde nicht ausgeübt und kann die ganze Prämie behalten.

Ich ging in die Kantine und als ich 30 Minuten später zurückkam, erlebte ich ein blaues Wunder, der DAX war kurz nach 13:00 in wenigen Sekunden doch noch fast 30 Punkte über dem Basispreis gestiegen und ich wurde mit Verlust ausgeübt.

So zahlte ich für eine Gier und Unkenntnis der Spielregeln.

Diesmal könnte es auch so kommen. Der Markt ist volatil und nicht  weit von 5000. Die Volatilität ist gestiegen auf 34% ( von 27%) und die Börsianer verunsichert. Im Moment zeigt mein Indikator immer noch nach unten ( Stopp Marke nachgezogen auf 4907). Spätestens morgen Abend ist das meiste gelaufen und die aus demGeld Optionen werden anfangen zu sterben. Zwischen den Börsianern kommt es dann langsam zum stillen Konsens über den Schlusspreis.

Bis dann aber  können wir gespannt sein.

Veröffentlicht von Option_Basil

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