Es gibt viele Erkenntisse, Wahrheiten und nützliche Tipps zum Handel an der Eurex, die man offensichtlich nur gegen Bares bekommt. Kauft man Bücher zum Thema Optionen, dann findet man dort fast nur unbrauchbares „theoretisches“ Zeug, welches oft aus zusammengegoogelten Bankenseiten und Abschriften älterer Literatur ist. Die Optionshändler wissen, wie es in der Praxis funktioniert, bzw. sie handeln intuitiv. Es erstaunt mich immer wieder, wie wenig die gelisteten Optionspreise über das wahre Risiko des Geschäfts aussagen. Die Preise werden zwar letzten Endes durch den Markt bestimmt aber dieser Markt richtet sich allzuoft nach den Vorgaben der Marketmakern. Diese widerum nutzen dieselben Modelle, die generell wenig taugen.
Insbesondere in den letzten Tagen vor dem Verfall fällt einem auf, dass die Kaufoptionen am Geld am Wert nicht verlieren wollen.
Beispiel. Ich habe vor vier Wochen eine Juli Kaufoption auf EON zum Basispreis 25 verkauft und nahm eine Prämie in Höhe von 96 Cent ein. Damals kostete die Aktie 25 €. Heute einen halben Tag vor dem Verfall kostet die Aktie immer noch 25 € und der Call knappe 0,55 €. Laut dem Black-Scholes Modell müsste es doch erheblich weniger sein. Auf der anderen Seite kostet die August-Kaufoption lediglich 1,4 €. Dabei kann bis August statistisch gesehen alles passieren und die Aktie kann sowohl bei 16 als auch bei 40 stehen.
Fazit, die Optionen am Geld leben bis zur letzten Sekunde und deren Preis wird nicht durch das Black-Scholes Modell widergegeben. Die Optionen sind viet teurer. Dagegen die länger laufenden Optionen werden völlig unterschätzt und sind schlicht zu billig.
So viel zu Ansichten eines Praktikers.
Sonst gibt es nicht viel zu berichten. Morgen habe ich wg. des Verfalls einiges zu tun und werden erst später darüber berichten. Mein Indikator zeigt immer noch gen Süden mit dem Stopp-Loss 4860.