Der heutige Anstieg um über 3% im deutchen Leitindex war zwar angesichts der schlechten Stimmung der letzten Tage nicht ganz überraschend. Charttechnisch befindet sich bei 4557 eine Unterstützung- ein Kursniveau bei dem viele Börsianer aus Mangel an schlechten Nachrichten kaufen würden. So ist es auch eingetreten. Das Ausmass der heutigen Rally war nicht ungewöhnlich. Zuletzt stieg der DAX so stark am 18.05, vorher am 2.04 usw.
Hat es sog. fundamentale Gründe gegeben? Ja, die Banken wieder einmal. Die Erwartung hoher Gewinne im zweiten Quartal scheint sich bei den Börsianern festgesetzt zu haben. Da kann nichts mehr überraschen. Trotzdem diese Woche berichten Citigroup, J.P.Morgan und Goldman Sachs, bei den Tech-Werten legen IBM, Intel und Google Ergebnisse vor.
Geht es dann am Ende der Woche doch wieder bergab?
Studie der Analystin beflügelt Finanzwerte.
„Meredith Whitney erhöhte die Einstufung für Goldman Sachs auf „Buy“ und sieht einen Gewinn im zweiten Quartal, der mehr als 1 USD über dem sonstigen Analystenkonsens liegt. „ ( Dow Jones)
Wie auch immer, ich habe in den letzten Tagen mehrmals geschrieben, dass ich bislang keinen Grund für den weiteren Kursrückgang erkennen kann. In keinem Blog habe ich auch nicht einmal Spekulationen über die Gründe für einen möglichen weiteren Rückgang an den Börsen gefunden.
Das hiess für mich, die meisten werden wohl auf die Charts schauen und den positiven Unternehmenszahlen lauschen.
Mein Signalgeber steht auf Long Kauf bei 4644 Stopp-Loss 4498. Ich weiss, die Infos kommen zu spät. Aber – siehe gestern- der Börsenbrief kommt! 🙂
In der Onlineausgabe des „Handelsblatt“ fand ich ein informatives Interview mit Fredmund Malik
http://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/der-kapitalismus-ist-gescheitert;2431526
Seine Einschätzung überlappt zum Teil mit meiner.
Wir wiederholen genau jene Fehler, die die Japaner in den 90er-Jahren gemacht haben. Dort hat man seitdem etwa 15 große Pakete verabschiedet, um die Konjunktur anzukurbeln. Sie haben alle nichts genutzt. Das Geld kam in der Realwirtschaft nicht an. Und das zeigt sich jetzt auch. Höchstens fünf Prozent der beinahe 1 000 Mrd. Dollar, die die Amerikaner in Konjunkturpakete investieren, kommen in der Wirtschaft an; in Deutschland ist es weniger als ein Prozent.
Ich spreche schon lange von kommenden japansichen Verhältnissen. Das Gerede von der aufkommenden Hyperinflation habe ich nicht verstanden. Dafür müssen doch die Gehälter steigen und die Preise ebenso. Aber in meinem Umfeld wird gespart bis zum Erbrechen.
Demonstrativ habe ich meine Eigentumswohnung deshalb verkauft und jetzt schaue ich mich nach einem anderen Domizil und freue mich, dass mein Geld jeden Tag mehr wert ist.
Seine Erwartung zur Entwicklung an der Börse gleicht ebenfalls ansatzweise meiner.
Wer jetzt Entwarnung gibt, hat anscheinend nicht die Krise der 30er-Jahre studiert. Die aktuelle Erholung an der Börse ähnelt der von 1930, als auf den Crash im Oktober 1929 eine sensationelle Rally bis hinein in den April folgte. Zu diesem Zeitpunkt gaben alle Auguren der damaligen Zeit Entwarnung. Man glaubte auch an die Wirksamkeit der Fed-Maßnahmen. Dabei begann das Debakel erst. Am Ende stand der Dow Jones im Jahr 1932 bei 40 Punkten. Der gegenwärtige Bullenmarkt hat seinen Ursprung im Jahr 1982. Damals stand der Dow Jones bei 1 000 Punkten. Das ist auch die Fallhöhe, mit der wir rechnen müssen.
Na dann viel Spass Shorties!