Was mir nach ein paar Tagen Pause als Erstes beim Blick auf die Märkte auffiel, war der unveränderte Bund Future. Ja, er ist sogar etwas gestiegen.
Normalerweise ist die Korrelation des Aktienmarktes mit dem dem Rentenmarkt negativ. Das heisst, steigt der Bund, fällt der DAX und ungekehrt. Es hängt vor allem mit der Umschichtung beider Assetsklassen zusammen. Warum also steigen seit 27.07 beide Märkte?
1. Erste mögliche Erklärung könnte die bevorstehende Korrektur an den Aktienmärkten sein. Beim Blick auf historische Charts fällt einem auf, dass die vorübergehende Übereinstimmung der Trendrichtung für Anleihen und Aktien meist abrupt endet. In unserem Falle kann ich mir gut vorstellen, dass die Trendwende beim Bund am 27.07 eine Trendwende des DAX auf sich ziehen wird. Die Investoren haben bereits angefangen, die Assests umzuschichten- raus aus Aktien rein in Anleihen.
2. Zweite Erklärung ist die erste aus fundamentaler Sicht. Wir beobachten seit Tagen eine Korrektur in den Rohstoffmärkten. Nehmen wir das Rohöl- hier versucht der Markt seit Wochen das Hoch vom Junianfang zu überschreiten, bis jetzt aber ohne Erfolg. Rohstoffe bleiben zwar stabil, steigen aber nicht so wie von vielen „Inflationsflüchtlingen“ erwünscht. Infolgedessen wird das Geld auf Anleihen umgeschichtet. Und somit sind wir japanischen deflationiären Verhältnissen gelandet, wie ich es schon vor Monaten erwartet habe.
Darüber schreibt auch der Chefredakteur Jürgen Koch in der neusten Ausgabe der „Märkte und Zertifikate“ von RBS:
„Mehr und mehr Analysten warnen, dass die Preise für Aktien und Rohstoffe als Zeichen einer verschärften deflationären Krise wieder fallen könnten. Staatsanleihen gelten dann wieder als sicherer Zufluchtsort.“
Ist also die kommende kräftige Korrektur im Aktienmarkt so gut wie sicher? Auch wenn es so aussieht, kommt as an der Börse meist anders.
Unten der Öl- und Bund Chart sowie ihre historische Korrelation (mit freudlicher Genehmigung von www.tradesignalonline.com )

Ein Kommentar zu “Bund und Öl und warum steigen jetzt die Zinsen nicht?”