Siemens und warum Stillhaltergeschäfte gefährlich sind

Sie sind nicht nur manchmal gefährlich, sondern immer. Derjenige der Optionen verkauft, ohne sie zu besitzen und so ins Bett geht, lebt gefährlich. Theoretish an jedem nächsten Tag kann er insolvent werden. Nein es ist nicht meine übertriebene Risikoaversion sondern eine statistische Tatsache. Ich muss es mir immer wieder verinnerlichen. Früher habe ich Indexoptionen verkauft und sie nur halbwegs abgesichert. Das war zwar teuer aber vom Crash abgesehen hielt sich die Gefahr in Grenzen. Große Eröffnungslücken hat es selten gegeben.

Anders  wenn man Aktienoptionen handelt. Ich tue es seit einigen Monaten als Teil meiner Investmentstrategie. Ich kaufe Aktien und verkaufe Calls, manchmal auch Puts und manchmal kaufe ich Puts. Und ich dachte, geringeres Risiko einzugehen. Vergebens!

Die Schwankungen bei Aktien sind erheblich größer als bei Indizies. Zwar wiegt eine Aktienoption weniger als eine DAX-Option, dennoch kann es eine Aktie morgen in beide Richtungen so weit reissen, dass Du plötzlich die Position egal mit welchem Verlust schließen musst. Und Du bist draussen.

Schaut Euch mal die Siemens Aktie an ( mit freundlicher Genehmigung von tradesignalonline.com)
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Noch sieht es harmlos aus. Die Aktie korrigiert auch hohem Niveau. Ich gehe vom Rückgang auf 53 € aus.

Nun scrolle ich zurück, um herauszufinden, ob die Aktie zu Gaps neigt. Gaps sind nämlich für einen Stillhalter tödlich, es sei denn er sichert sich entsprechend ab. Dann wird aber das Geschäft schnell teuer und unprofitabel.

Und was fand ich heraus? Das Gegenteil dessen was ich erwartet hatte. Die Aktie bewegt sich extrem oft mit Eröffnungslücken nach oben und nach unten. Im Prinzip bei jeder Marktverfassung weiss man nie, ob die Aktie morgen früh nicht gleich 5 € mehr oder 9 € weniger kostet.

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Hier die größten Gaps der letzten Jahre:

1. 25.01.2006  2,6 €

2. 16.06.2006 1,8 €

3. 25.01.2007 2,7 €

4. 19.09.2007 2,4 €

5. 17.03.2008 -7,7 €

6. 30.01.2008 3,5 €

Seit Jan. 2009 ist der Kurs etwas ruhiger geworden. Gaps sind kleiner geworden. Aber die der letzten Jahre hätten gereicht, um die Gewinne der ruhigeren Phasen voll aufzufressen.

Fazit: Auch eine so spiessige Aktie wie Siemens mit extrem hoher Liquidität und größtenteils im Streubesitz kann extreme Bewegungen aufweisen.  Leerverkäufe unabgesichrter Calls und Puts machen deshalb wenig Sinn. Der Aktienpresi reagiert sehr empfindlich auf Nachrichten aller Art und neigt auch zu sehr großen Handelsspannen. Am 14.01.2009 fiel die Aktie im Laufe des Tages um 6,2 € was 13% entsprach.

Veröffentlicht von Option_Basil

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