In einem der vielen Portale über Optionen fand ich wieder mal einen interessanteren Artikel über Optionen als Grundlage für den Lebensunterhalt.
http://www.tradingmarkets.com/.site/options/how_to/articles/Trading-Options-for-Income-81311.cfm
Das Konzept scheint nicht neu und ist auf den ersten Blick trivial. Um Ihnen die ausführliche Lektüre des Artikels zu ersparen, fasse ich die Grundsätze zusammen.
Das Geschäftsmodell geht vom Verkauf von nackten (ungedeckten) Verkaufsoptionen aus. Diese werden auf qualitative“ Aktien gegen Margin verkauft, und zwar mit einem Basispreis, der weit unter dem aktuellen liegt. Der Autor preist das put short selling gegenüber dem reinen Aktienverkauf als die günstigere Alternative. Warum? Ganz einfach.
Nehmen wir ein Beispiel. Die Aktie der Deutschen Post notiert zur Zeit bei 12,00 €. Der Put mit Verfall im August (20.08) und dem Basispreis bei 11 notiert zur Zeit bei 0,25.
Wenn ich also vorhabe, 1000 Aktien der Deutschen Post zu kaufen, dann kann ich eben stattdessen 1000 Puts verkaufen. Ich bekomme 250 € als Prämie, die ich bis auf Weiteres behalten kann, es sei denn, die Aktie am 20.08 unter 11 steht. Dann werde ich mit 1000 Aktien angedient, für die ich jeweils 11 Euro zahlen darf. Faktisch sind es 10,75, da ich die Prämie bereits vereinnahmt habe.
In der Tat mache ich damit ein besseres Geschäft, als mit dem reinen Aktienkauf. Aber was nützt es mir? Die Aktie steht möglicherweise bei 9,0 € zu diesem Zeitpunkt.
Das Argument kann ich also nur bedingt gelten lassen.
Das Wichtigste folgt aber später. Was tun mit den zu teuer gekauften Aktien? Hier wendet der Autor einen erstaunlichen Ansatz, den ich oft von anderen u.a. auch Lesern dieses Blogs gehört habe. Man verkaufe gedeckte Calls auf die Aktien. Bitte?? Wunderbar. Ich besitze also 1000 Aktien der Deutschen Post erworben zu 10,75 Euro (Gebühren lasse ich aussen vor). Diese Aktien kann ich nun für 9,00 verkaufen, würde also einen Verlust von 1,75 pro Aktie oder 1750 € machen. Und was nun? OK, ich verkaufe 1000 Calls mit dem Basispreis 9,00 und bekomme dafür jeweils 0,35 €. Jetzt , da ich ein Pechvogel bin, steigt die Aktie“unerwartet“ und ihr Kurs steht am Ende der Optionsperiode wieder bei 12 €. Ich werde in Calls ausgeübt, muss die Aktien zu 9 € verkaufen, bzw. zu 9,35, da die Prämie für Kaufoptionen bereits verinnahmt ist.
Am Ende des Tages sieht die Rechnung so aus:
Aktien gekauft bei 11, verkauft bei 9 macht 2000 € Verlust
Optionen einmal 1000 x 0,25 € = 250 € und einmal 1000 x 0,35 € = 350 insgesamt 600 € gewonnen. Am Ende des Tages hat sich der Aktienkurs nicht verändert und ich habe 1400 € verloren. Dem Ansatz folgend habe ich neue Puts zu verkaufen und stehe damit am Ende des Jahres bei null.
Dann lieber doch nur die Aktien kaufen?
Ich selbst fahre erfolgreich mit einer Optionsstrategie, die der oben beschriebenen ähnelt. So trivial ist sie aber nicht und man sollte wirklich immer die extremsten Ereignisse bzw. ihr Ausbleiben in der Risikoplanung berücksichtigt haben, bevor man die erste Orde abgibt.