Wie kann sie denn bloss sein? Natürlich wie der Dauerregen es ahnen läßt- negativ.
Gründe gibt es zwar wenige, um Aktien zu verkaufen. Schon deswegen nicht, wiel es kaum noch private Investoren in Deutschland gibt, die in Aktien ihr Erspartes stecken. Die meisten Menschen können aus den Vergangegnheit Schlüsse ziehen und wissen , dass dies ein außerorderlich gefährliches Unterfangen ist, Aktien zu kaufen. Ich gehe ein 100% Risiko ein, oder? Natürlich mit einer relativ geringen Wahrscheinlichkeit. Ausschließen kann ich den Totalverlust nicht. Es sei denn, ich versichere mich mit Optionen oder anderen Instrumenten, von denen man allerdings vermuten kann, dass sie nicht billig sind und für einen Ungeübten schwer zu handhaben.
Genau- wer handelt noch Aktien? Entweder sind es Hobbyisten wie ich, quasi-hauptberufliche Trader (solange sie im Markt bleiben) oder institutionelle Anleger, die große Fonds verwalten. Diese Fonds gibt es natürlich. Geld ist in unserer Republik nicht ausgestorben. Im Gegenteil. Es gibt auch viele Sparformen in Aktien. Ob Deutsche Bank, VW, Bayer, Lufthansa, IBM, Daimler oder auch Deutsche Post- alle haben inzwischen Mitarbeiterbeteiligungsprogramme in firmeneigenen Aktien oder Optionen. Das Geld muss natürlich irgendwo hin.
Wie auch immer- es gibt nch Aktienkäufer, die jedoch keine eigene Meinung haben und auch an die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt nicht so richtig glauben. Uns allen geht doch relativ gut, oder? Die Gewinne der Unternehmen steigen, alle klagen über hohe Preise, niedrige Löhne und die allgemeine Hoffnungslosigkeit. Solange die Stimmung in der Gesellschaft so schlecht ist, kann es nur aufwärts an den Börsen gehen. Das wissen die Investoren und kaufen, wenn auch zögerlich. Es gibt zwar eine positive Grundstimmung in der deutschen Wirtschaft aber eine negative Erwartungshaltung gegenüber der US-Wirtschaft. Die Äußerungen des Bernanke am Freitag haben hier nicht unbedingt für eine Aufhellung gesorgt.
Da die Saison der Unternehmenszahlen inzwischen vorüber ist, schauen die Händler auf andere Informationsquelle, um in diesem durch Unsicherheit, Fehlinformation und Psychologie bestimmten Markt zu überstehen. In der kommende Woche kommen zahlreiche Konjunkturdaten aus den USA und sie werden den Markt prägen.
Hier um der heutigen FTD finden Sie eine kurze Zusammenfassung
http://markets.ftd.de/markets/
Neben dieser fundamentalen Information gibt es natürlich auch die Kurshistorie, aus der man auf die Zukunft zu schliessen versucht, im Rahmen der sog. Charttechnik.
Hier hat sich in Bezug auf den Deutschen Leitindex DAX nicht viel getan- der Index pendelt nach wie vor in einem Seitwärtsgürtel zwischen 5700 und 6400 mit leicht steigender Tendenz. Wie man im angehängten Bild (von http://www.tradesignalonline.com) sieht, wäre der erneute Anstieg auf 6400 das denkbare Szenario. Wer weiß, vielleicht steht uns dies Art von Seitwärtstrend noch über viele Monate bevor. Gegen diese Hypothese spricht jedoch die Tatsache, dass der DAX in immer kleineren Dreiecken pendelt, was wiederum auf einen bevorstehenden Ausbruch hindeutet.
Diese Theorie hat eine Lücke und zwar wörtlich. Am Dienstag sahen wir einen Abwärtsgap ( = Lücke) im DAX, die erst bei Werten über 6000 überwunden ist. Ein solcher Gap ist immer negativ zu bewerten. Natürlich, wird es, wie man in Büchern liest, geschlossen. Aber was dann? Dreht der Markt anschliessend, dann nimmt der Abwärtstrend im deutschen Markt seinen Lauf. Wir würden dann eine schöne Kopf-Schulter-Formation sehen, die weiter fallende Kurse erwarten läßt.
Zusammenfassend bezeichne ich die aktuelle Verfassung im deutschen Aktienmarkt als neutral bis negativ.
Mein DAX-Handelssystem läuft seit Jahresanfang auf der Shortseite gut. Da sind bereits 1100 Punkte gewonnen worden. Am 25.08 wurde eine Shortposition geschlossen mit 255 Punkten Gewinn.
Die Longseite läuft nicht so gut. Hier sind lediglich 186 Punkte seit Jahresanfang gut, was nach Abzug der Gebühren einen negative Performance bedeutet. Im Übrigen steht zur Zeit der Indikator auf Long und zwar seit Freitag mit 5950 als Einstand.
In dem Sinne gute Geschäfte und keine Angst vor dem September. Der letzte war nicht schlecht, im 2008 natürlich wie das ganze Jahr, 2007 war er gut und sonst wie der allgemeine Trend.

Ein Kommentar zu “DAX, Mitarbeiterbeteiligungsprogramme und die Stimmung vor dem September”