Die Ähnlichkeit bestimmter Reaktionsmuster in Finanzmärkten zu physikalischen Phänomenen überrascht mich immer wieder. Dinge die man mit naivem Verstand nicht immer erklären kann, lassen sich oft mit den Gesetzmäßigkeiten moderner Physik besser auffassen.
Ähnlich der DAX in den letzten Tagen. Mein Handelssystem DAX daily reagierte gestern überhaupt nicht auf den Kurssturz. Und es ist auch gut so. Erstens beweist es, dass die Software meine Regelwerk umsetzt. Zweitens wären wir heute im Verlust aus dem Handel gegangen.
So einfach ist es aber trotzdem nicht. Denn die Unterdrückung des Shortsignals gestern beruht auf einer Logik, die ich erst kürzlich eingabaut habe. Von diese Logik gibt es zwei Varianten. Die erste- die auch derzeit technisch realisiert ist, bewertet bestimmte Zeit/Volumen/Preis/ Information anders als die andere. Eine kleine Änderung der Parameter verursacht also eine Trendwende?
Nein, es ist eben kein Zufall, sondern vermutlich eine Art Mischzustand im Markt, in dem kurzfristig ein Potenzial in beide Richtungen besteht. Dies ist mit der quantentmechanischen Auffassung der Räumlichkeit vergleichbar.
Mischzustand
Im mikroskopischen Bereich werden Teilchenzustände durch eine quantenmechanische Wellenfunktion Y beschrieben. Man stellt fest, dass manche Teilchen Zustände besitzen, die sich als Kombinationen aus zwei, drei oder mehr Wellenfunktionen anderer Zustände beschreiben lassen (bzw. „gemischt“ werden können), z.B. YTeilchen= Y1 + Y2 + Y3.
So existieren die Quarkoniumzustände der leichten Quarks u, d und s nicht in „Reinform“, also als uu, dd und ss, sondern es gibt nur Mischzustände, deren Wellenfunktionen Kombinationen der drei reinen Zustände sind, z.B. Yh‚= (Yuu+ Ydd+ Yss)/Ö3. Zur Abkürzung und zur Betonung der enthaltenen Quarks schreibt man meist: h‚= (uu + dd + ss)/Ö3.
Kurz und bündig- der DAX verliert meienr Ansicht nach seine rein bullische Ausrichtung und schwankt mit immer größer werdenden Nervosität.
Der Blick auf die implizite Volatilität zeigt es deutlich. Seit Monaten steigt diese mit scharfen Korrekturen. Danach geht es weiter aufwärts und zwar noch einen kleinen Tick höher. Ähnlich ging es 2007, als es zwar immer wieder runter ging, der DAX aber schaffte, neue Höchststände zu errobern, um danach abzustürzen. Damals stieg die Vola ebenfalls das gesamte Jahr lang.
Danach sieht es auch im Moment aus. Das heisst, es steigt aber die nach unten gerichtete Komponente wird immer deutlicher… Eben kein reiner Zustand.