Es ist ein Jahr der verpassten Chancen, könnte man sagen. Zu diesem Schluß komme ich, wenn ich meine Beiträge in diesem Jahr zur Markteinschätzung lese. Sie haben von Anfang an die richtige Tendenz prognostiziert. Es ist verblüffend, wenn ich folgende Sätze lese:
„So auch jetzt, Der April war der erste weisse Monat. Die folgenden Monate werden ruhiger dennoch bullisch.“
Ein weiterer Beitrag
https://basili.wordpress.com/2010/04/01/warum-sollte-ich-jetzt-aus-aktienengagements-aussteigen/
Die Weihnachtsrally begann für mich bereits im September.
https://basili.wordpress.com/2010/09/13/weihnachtsstollen-dax-heute-die-entscheidung/
Mehrfach schrieb ich, dass sobald 6400 überschritten sind, geht es auf 8000 zu.
Warum lag ich mit dieser Einschätzung richtig? Weil ich selbst danach kaum gehandelt habe. Ich betreibe zum einen Optionsgeschäfte, die lediglich auf überdurchschnittliche Volatilitätsänderungen reagieren, nicht aber die Trendrichtung antizipieren wollen. Zum anderen entwickele ich Handelssysteme, die relativ kurzfristig Positionen halten.
Offensichtlich aber wäre eine andere Strategie erfolgreicher gewesen. Einfach BMW, Hugo Boss, Lufthansa diverse MDAX Werte wie Gildemeister kaufen und nichts tun. Die Einsatzverdoppelung wäre sicher. Gut bei einigen Aktien insbesondere aus der Finanzbranche wäre es nicht so gut gelaufen.
Die Analogie zu 2003 war für mich beim DAX bereits am Anfang des Jahres erkennbar.
Was tun aber jetzt? Es wird weiter nach oben gehen. Allerdings nimmt die Volatilität zu. Anfang des Jahres stand sie bei 20%, danach stieg sie kurzfristig auf 40% , sank dann wieder auf unter 20% und seit Oktober steigt die implizite Vola mit Schwankungen an. Immer wieder fällt sie, wie letzte Woche, um danach erneut auf einen etwas höheren Wert zu steigen. Ähnlich war es Ende 2006 und über das gesamte Jahr 2007. Die Nervosität in den Märkten wurde immer deutlicher, u.a. wegen der aufkommenden Finanzkrise. Derzeit weiss auch niemand, wie das Verschuldungsproblem der EU-Länder gelöst wird und wie es weiter mit den Bondpreisen gehen wird. Hinzu kommt die Rohstoffrally und die Inflation in China.
Es wird also unsicher und dennoch bleiben die Märkte bullisch. So ist jedenfalls meine Einschätzung. Über die langfristige Charttechnik gibt es nicht viel zu schreiben. Die Hochs von 2007 bleiben als Kursziel. Man kann also noch viel Geld an der Börse machen.
Allerdings würde ich dafür entweder in Aktienfonds oder ETFs nicht aber in einzelne Aktien investieren. Der spektakuläre Anstieg der BMW Aktie konnte man noch anfangs durch die insgesamt positive Stimmung in der Automobilindustrie, danach durch die innovativen Technologien erklären. Im Moment ist es reine Spekulation. Ähnlich bei der Lufthansa. Billiger Dollar war der Auslöser, denn das Kerosin wird ja schließlich in USD gekauft. Jetzt aber ist der Euro gefallen, und die Aktie steigt dennoch weiter.
Ich werde das Augenmerk auf Banken werfen, die sich derzeit keiner Beliebtheit der Börsianer erfreuen.
Ein Kommentar zu “DAX 2010 – theoretisch immer richtig gelegen”