Die ruhige Stimmung unterstützt durch das milde Wetter täuschen über die Gefahren hinweg. So ist mein Eindruck, wenn ich die Portale und sogenannte Marktanalysen lese. Ich beschäftige mich seit langem nicht mehr mit den Charts, das wissen viele. Optionshandel ist eine Wette auf die Volatilität und sie ist noch einigermaßen berechenbar, anders als die Aktienpreise. Entsprechend habe ich mein Depot aufgebaut. Dieses entwickelt sich gut. Ich habe mich auf dividendenstarke Aktien beschränkt und verkaufe nun Puts, die sehr eng abgesichert sind. Notfalls bin ich deshalb bereit, mich andienen zu lassen, sprich, die Aktien zu kaufen. Das Geschäft ist deshalb für mich sehr ruhig geworden. Ich schaue maximal einmal am Tag auf die Kurse und mache mir fast keine Gedanken mehr über Umschichtungen o. ä. Manchmal kommt noch eine neue Position hinzu. So geschah es auch diese Woche, ich verkaufte Vonovia Puts, nachdem die Aktie etwas nachgegeben hat. Ich verkaufte auch einen Put auf DAX. Diese Position ist mit einem anderen Put abgesichert, den ich nicht im Depot halte. Der Rest bleibt unverändert.
Ich halte mich etwas zurück, weil ich auch des Trends nicht sicher bin. Andererseits weiß ich, dass solche Unsicherheiten eine hervorragende Chance sind, Gewinne zu machen. Bin gespalten.
Charttechnisch sieht es trotzdem nicht gut aus. Wie im Chart unten. Der kurze 38-Tage Durchschnitt steht kurz vor der Kreuzung mit der 200-Tage Linie. Das geschah in den letzten 6 Jahren selten: 2018, 2020, 2022. Es waren immer große Korrekturen, die anschließend folgten. So trivial ist es aber nicht. Denn häufig haben sich beide Linien gerade nur berührt, oder gar für kurze Zeit überschnitten, es ging danach dennoch weiter aufwärts. Ich bleibe deshalb grundsätzlich skeptisch, was die Aussagekraft der technischen Analyse angeht, gerade in Bezug auf Korrekturen im Markt.
Viele Analysten sind inzwischen skeptisch geworden, wie Lawrence McMillan.
Weekly Stock Market Commentary 9/29/2023 | Option Strategist
Die Zinsen steigen und unsere Regierung lässt keine Zweifel offen, was sie mit diesem Staat vorhat. Das Ziel bleibe eine Transformation in eine „goldene klimafreundliche sehr heterogene bunte“ Zukunft, koste es was es wolle.
Jedenfalls spricht einiges in den Volkswirtschaften für die Fortsetzung der Abwärtswelle.
Der Zeitpunkt scheint mir jedoch nicht er passende für den Ausverkauf. Das Jahresende naht und Investoren wollen gute Performance zeigen. Zweitens sind die bisherigen großen Abstürze immer unvorhersagbar gewesen. Sie kam aus dem Nichts – die große Angst. Die Abgaben waren über mehrere Tage gigantisch. Jetzt ist e s eher ein Gefühl. Im September gab der DAX gerade 8% nach. Der Weltuntergang war es nicht.
Chart unten m. f. G. commdirect.de

