Mit Erstaunen lese ich den folgenden Beitrag zum Thema Social Banking und Banken.
hhttp://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/banken-und-social-media-transparenz-und-dialog-als-geschaeftsmodell/6444312.html
Dirk, sei mir gnädig, aber so stimmt es nicht. Zunächst natürlich herzlichen Glückwunsch! Deine Co-Beiträge erscheinen mittlerweile in einer der angesehensten Zeitschfriften in Deutschland. Der Artikel ist zwar sprachlich vorbildlich, dennoch ein wenig inhaltsleer.
Banken arbeiten gewinnorientiert und Banken verwalten unser Geld, somit spiegeln sie auch unsere Hoffnungen und Ängste wider. Deshalb werden sie niemals so transparent sein, wie sich die Autoren wünschen. Warum auch? Ist etwa VW oder Bayer transparent? Die Pharmalobby vernetzt sich nach völlig intranspaarenten Regeln und die Automobilindustrie geniesst in unserem Staat einen Kultstatus, und wird faktisch nie kritisiert. Man darf fast nicht einmal sagen, welchen Anteil Werbung und Marketing an den überteuerten Fahrzeugen aus Wolfsburg haben.
Warum zum Teufel sollten Banken einen Einblick in ihr Geschäftsmodell geben? In dem zitierten Artikel gibt es keinen einzigen Hinweis, wie die neue „Transparenz der Banken“, „Machtverlegung von der Bank zum Kunden“ oder das „Kollektive Finanzwissen“ umgesetzt werden sollte.
Sollte etwa eine Investmentbank über ihre Verhandlungen mit der Bank of England informieren, in denen es um die Emission einer 4-Milliarden-Anleihe geht? Und dass sie dabei 4 Millionen Euro verdienen wird?
Oder wo könnte man noch die vermisste Transparenz erwarten? Etwa bei der Begründung der 15-18% Überziehunsgszinsen ( Deutshe Bank AGB )?
Social Media werden sicherlich zu mehr Dialog in der Finanzbranche führen. So wie sie zu mehr Interaktion in anderen Branchen geführt haben. Sie werden aber keien Revolution auslösen. Die wichtigste Frage (für mich) lautet, welche Dienstleistungen aus der heutigen Finanzbranche hervorgehen werden. Und welche von ihnen verstaatlicht werden. Diejenigen, die privatwirtschaftlich geführt werden, bleiben ihrem Prinziop treu, den Wettbewerbsvorteil nicht zu verraten.