Heute an diesem heiss-schwülen Tag widme ich mich einer meiner Lieblingsbeschäftigungen- dem Auswerten von Statistiken.
Die Deutsche Börse veröffentlichte stolze Zahlen:
20, 7 Mio Trades im Mai- ein Zuwachs um 40%, die Umsätze stiegen sogar um 70% auf 163, 3 Mrd Euro.
Ich fragte mich, ob es wirklich viel ist. Denn es spricht im Moment zwar vieles für die Aktienkäufe- Zinsen und Übermenge an Liquidität in Privathänden. Andererseits hält man sich selbst mit Aktienkäufen zurück. Und die Mehrheit denkt meistens wie man selbst. Trotzdem steigen die Umsätze?
Ich habe einen Blick auf die historischen Daten der Deutschen Börse seit 1999 geworfen. Demnach sieht die neueste Veröffentlichung schon anders aus. In der Grafik unten habe ich die Anzahl der Trades an der Deutschen Börse dem sog. Orderbuchumsatz gegenübergestellt. In der Tat, was nicht aus diesr Grafik hervorgeht, steigen die Umsätze seit Jahresanfang. Dennoch auch bei der Interpolation der Mai-Zahlen auf das gesamte Jahr stehen wir schlechter als 2007, 2008 und nur etwas besser als 2006 und viel schlechter als 2009. Im Übrigen war der Umsatz an allen deutschen Börsenplätzen 2009 der schlechteste seit 1999.
Bemerkenswert fällt der Vergleich der Umsatzzahlen in Euro mit der Anzahl der Geschäfte an den Börsen. Hier sehen wir zuerst seit 2001 einen synchronen Anstieg der Trades-Anzahl im Vergleich zum Umsatz. Das Maximum des Trades-Anzahl wurde jedoch verspätet 2008 erreicht, zwei Jahre nachdem die Umsätze ihr Maximum verlassen haben.
Seit 2007 sehe ich einen steilen Sturz der Umsatzzahlen einerseits und einen deutlich langsameren Rückgang der Anzahl von Trades.
Fazit: Die Umästze an den deutschen Börsenplätzen steigen an, liegen jedoch nach wie vor deutlich unten den Maximalzahlen. Hingegen fällt die Anzahl der Geschäfte verhältnismäßig sanft. Dies bestätigt meine These, dass hier das automatisierte Trading und sonstige Intraday (Intrasecond Trading)- Handelsstrategien den wesentlich Beitrag leisten. Es wird mit weniger Geld dennoch häufiger gehandelt.
