Die sind eher durchwachsen. Wenn man nur die Kurshistorie zugrunde legt, dann sieht man, dass bestenfalls die Zahl der Unentschlossenen gestiegen ist nicht aber die der Optimisten.
Mit 5174 verliess der DAX den seit März andauernden Aufwärtstrend. In der Regel reicht diese Information den Börsianern, um den Index quasi bewusst bis auf 4567 zu drücken. Dort verläuft das erste Fibonacci Niveau. Es ist natürlich kein Naturgesetz, obwohl manche es gerne als solches ansehen. Beim Ausbleiben externer kursrelevanter Informationen warten viele einfach auf die Einstiegsgelegenheit. Und diese bietet sich bei den Kursniveaus, die allen als Korrekturen bekannt sind. Die bekanntesten sind die Fibonacci Korrekturen: 38,5, % , 50% und 61,5% des vorherigen Trends. Alles einfach? Naja, man muss natürlich einsteigen, das Risiko eingehen und rechtzeitig aussteigen und das noch mit Gewinn oft wiederholen…
OK, für die Fortsetzung spricht auch mein Signalgeber, der schon seit Montag auf fallende Kurse setzt. Der Einstieg erfolgte bei 5040.
Auch der von mir gerne zitierte langfristige MACD spricht für einen weiteren Kursrückgang. Der Verkaufssignal ist seit zwei Wochen gültig.
Ich persönlich glaube dennoch nicht an den großen Sturz (Sommercrash). Dafür müsste bereits irgendetwas im Gange sein, was den Markt exogen beeinflusst. Es waren 2006 die Carry Trades. Es war 2007 die Hypothekenkrise. Und jetzt ? Angst vor der Inflation? Angesichts der steigenden Nachfrage nach den festverzinsten Wertpapieren ist wohl ein schneller Anstieg des kurzfristigen Zinsniveaus kaum zu befürchten. Dafür müsste auch der Konsum in Deutschland und in der EU-Zone anziehen und die Nachfrage nach Geld ebenfalls. Nichts davon ist mir bis jetzt bekannt.
Ein weiteres Kriterium für meine Markteinschätzung ist der ifo – Geschäftsklimaindex. Darüber habe ich vor einem Monat bereits ausführlich geschrieben.
https://basili.wordpress.com/2009/05/24/geschaftsklimaindex-und-dax/
Zusammenfassend sehe ich eine starke Korrelation zwischen den Finanzmärkten und diesem Index. Wenn man die historischen Daten auf die Zukunft extrapoliert, dann stellt man schnell fest, dass hier die Marschrichtung bereits seit langem festgelegt ist. Der Index wird wohl fallen, die Frage ist nur, wie weit. Auf der anderen Seite sollte man wachsam bleiben, um den Wendepunkt doch nicht zu verpassen. Morgen um 10:00 Uhr wissen wir mehr.
Ansonsten bietet der heutige Tag wenig Anlass zu Spekulationen. Führungschaos bei Sal. Oppenheim, das Auslaufen der Kurzarbeit und natürlich das Lieblingsthema der deutschen Medien – Teheran. Insgesamt also keine guten Aussichten bzw. Nachrichten. Ob diese Nachrichtenlage alleine reicht, um die Kurse zu drücken, bleibt fraglich. Wie gesagt ich selbst rechne mit der Fortsetzung des Abschwungs bis auf ca. 4300 im DAX, dannach wird eine Erholung bis auf über 5200 einsetzen, die bis zum Jahresende etas korrigert wird.
Oder in einem anderen Szenario fällt der DAX schnell unter die Jahrestiefs bei 3500. Diese Entwicklung hätte den Charm, dass man charttechnisch vom Ende der Baisse spreechen könnte, da dann nach der Elliot „Theorie“ die letzte Abwärtswelle erkennbar ausgebildet wäre, was ich bis heute vermisse.
OK, jetzt versuche ich doch noch trotz Regens nach draussen zu gehen.
Bis dann.