Der letzte Monat an der Börse in diesem Jahr muss ja gelingen. So denken viele und deshalb steigen die Märkte in der Regel bis Weihnachten. Ich verlasse mich nicht darauf und schaue mir lieber die Zahlen an.
Zuerst die EUREX. Dort sehe ich mir am Anfang der Optionsperiode die open Interests an. Es sind die Zahlen der offenen Kontrakte für Puts und Calls. Es wird vieles übe diese Zahlen und ihre Interpretation geschrieben.
Unten habe ich die Verteilung der OI für Dec. 15 angehängt. Wir sehen bei den Kaufoptionen eine schöne Verteilung um 12:000 sowie um 9500 bei Verkaufsoptionen.
Was folgt denn daraus? Für mich ist OI ein Hinweis auf zwei Tatsachen:
- Die Stillhalter – also diejenigen, die Optionen verkauften – bleiben ruhig, bis der DAX an 12.000 bzw. 9500 kommt. Danach können heftigere Bewegungen eintreten. Denn die Stillhalter rechnen wohl nicht damit, dass der DAX 12.000 überschreitet bzw. 9500 unterschreitet, zumindest bis zum Verfall im Dezember am 18.12.
- Gleich stellt sich die andere Frage- warum kaufen viele die Optionen bei den Basispreisen, wo die Gegenseite der Meinung ist, der Preise würde nicht erreicht? So gesehen kann man das OI andersrum interpretieren. Die Käufer gehen von einem DAX oberhalb 12.000 und unterhalb 9500 aus. Wer ist im Recht – Käufer oder Verkäufer?. Man muss sich vergegenwärtigen, wer die Optionshändler sind. Die Käufer sind ein breit gemischtes Publikum, während die Stillalter oft aus Market Makern und großen institutionellen Investoren bestehen. Natürlich verkaufen auch inzwischen viele Privatinvestoren Optionen, jedoch nicht in der breiten Masse. Wer initiiert die Geschäfte? Ich weiß es nicht, würde aber sagen, es sind die Käufer. Sie berücksichtigen jedoch die vorhandene Liquidität, die wiedrum von den Market Makern und großen Instis zur Verfügung gestellt wird. Es sind also doch die Großen, die über die Zielkurse des DAX entscheiden.
- Was folgt daraus für mich? Ich fahre dieselbe Strategie wie zuletzt und gehen stets von einer starken Rally bis 12.000, indem ich Calls kaufe, versuche diese mit Verkäufen zu finanzieren. Inwiefern es mir gelingt, werden wir sehen.

