Das Jahr ist bald vorüber und es war keine sehr volatile Zeit bisher. Anders als Anfang des Jahres auch von mir erwartet blieb die Volatilität fast immer unter der 20% Marke. Bis auf den Oktober-Peak. Das aber eine der auffälligsten Eigenschaften der Volatilität, die auch gerne als Angst-Skala bezeichnet wird. Sie verändert sich wie die Menschen gerne handeln – nicht vorhersagbar.
Im Großen und Ganzen ein ruhiges Jahr.
Wissen Sie, dass der DAX zurzeit etwa dort steht, wo er vor einem Jahr war. Diese banale Tatsache sagt vieles. Es gibt viel Geld in den Banken, welches leider nicht in Kredite einfließt, um zum Beispiel endlich die Inflation etwas anzukurbeln. Es gibt auch sehr viel Geld in der deutschen Bevölkerung, welches oft in wenig sinnvolle Anlagen, etwa in Immobilien, verbraten wird. Oder für welches die Deutschen gerne ihre Strafzinsen zahlen. Das heißt, es gibt keinen Grund, von einem dramatischen Kursrückgang im Aktienmarkt auszugehen.
Andererseits bieten die Unternehmen und Volkswirtschaften keinen Grund, besonders euphorisch auf die Börse zu schauen.
Nun aber zum meinem Lieblingsthema am Freitag – der Prognose.
Der DAX befindet sich in einem mittelfristigen Abwärtskanal, und steigt zurzeit hin zur oberen Begrenzung des Kanals. Denkbar ist ein Kurs von 9700 am 21.11.2014. Dafür spräche sowohl der Erholungspotenzial in der impliziten Volatilität und die 200-Tage-Linie, die demnächst wieder nach oben durchhandelt wird. Anzumerken ist auch das Wegbleiben von Horrornachrichten, die uns den Übergang vom Sommer zum Herbst zu schön versüßten.
Ich wäre trotzdem vorsichtig, da die Nervosität doch um einiges großer als noch vor einem halben Jahr ist. Der Index neigt zu ausgedehnten Gegenbewegungen. So ist auch ein Rückgang auf 8250 denkbar. Eins kann ich sicherlich ausschließen – eine Rauschen um den heutigen Kurs.
Was folgt daraus? Zunächst ist es kein Markt für Stillhalter in Index-Optionen. Angesteckt durch die mehrjährige Hausse betätigen sich inzwischen nicht wenige am Optionenmarkt mit den sog. Stillhaltergeschäften. Diese führen dazu, dass regelmäßig Prämie eingenommen wird, im Gegenzug geht der Stillhalter hohe Risiken ein. Seit 2010 hatten wir einen perfekten Markt für Stillhalter, der sich meines Erachtens im Oktober verabschiedete. Ob mit oder ohne Absicherung, ob Iron Condor, Butterfly oder naked Strangke. Ich würde im Moment dazu raten, den Katastrophenansatz zu fahren. Ich kaufe zum geeigneten Zeitpunkt Calls und Puts mit gleicher Laufzeit > 30 Tage und warte. Bei einer heftigeren Bewegung verkaufe ich eine Gegenposition weiter aus dem Geld, mit welcher ich den Gewinn sichere und warte entspannt auf die Gegenbewegung.
Ich muss zugeben, in den letzten Jahren mit diesem simplen Ansatz mehr Geld verdient zu haben, als mit reinen Leerverkäufen. Der Mansch mag jedoch regelmäßige Einnahmen… Ich auch. Deshalb bastle ich weiter an meinen Spreads bis zum Verfall im Dezember.
Im nächsten Jahr werden die Karten neu gemischt und ich schaue dann auf die potenziellen Dividendenbringer.
Chart m .f. G. http://www.tradesignalonline.com
