Was tun morgen
Nach mehreren Anfragen muss ich nun Farbe bekennen. Ich habe vor drei Tagen eine Erholung prognostiziert. Dabei bleibe ich. Der hohe Volatilitätsanstieg am Freitag wird sich nicht täglich fortsetzen. Dafür müsste morgen der große Crash kommen. Das heißt, die Volatilität wird zurück gehen und der Kurs wieder aufwärts.
Kurzfristig ist dieses Szenario denkbar. Aber auf längere Sicht betone ich meine vielfach geäußerte Beobachtung, dass die Nervosität innerhalb der letzten Wochen deutlich gestiegen ist. Und sie neigt zum Clusterverhalten, wird sich also nicht gleich beruhigen.
Eine große Korrektur ist demnach denkbar. Der Crash-Prophet Roland Leuschel hat sich rechtzeitig zu Wort gemeldet.
Auch diesmal könnte er Recht behalten, vor allem die zitierte extrem niedrige Anzahl der Pessimisten erschreckt mich.
Wie begegne ich diesem Markt?
Nun gibt es zwei Szenarien:
1. Direkt nach der Eröffnung fällt der DAX ins Bodenlose. Eine regelrechte Panik bricht aus. Kurz nach 10:00 Uhr steht der Index knapp über 9000. Danach beginnt ein langsamer Anstieg. Dieser wird immer wieder unterbrochen durch Kursstürze. Kurz nach 14:00 Uhr geht es doch aufwärts und am Ende des Tages steht der Index 1,5% im Plus. Nach 17:30 Uhr steigt der US-Markt weiter und so eine kleine Erholung kann beginnen.
2. Der DAX reagiert zuerst zögerlich und fällt nur ein wenig. Allerdings schon um 10:00 Uhr bricht er ein und bleibt unten bis die US-Börse eröffnet hat. Später gibt es zwar kleine Erholungsversuche, der Dow fällt am Ende trotzdem immer tiefer. Der wahre Ausverkauf beginnt nach 20:00 Uhr. Das wäre ein Crash-Szenario und eine gute Kaufgelegenheit.
Die Chancen beider Szenarien schätze ich auf 60:10 ein. Der Rest sind alle anderen.
Im ersten Falle lohnt es sich, in der zweiten Tageshälfte Index-Optionen zu verkaufen, natürlich abgesichert. Im zweiten Fall würde ich im Laufe des Tages Puts am Geld und weiter aus dem Geld Calls kaufen.
Generell sollte man die Irrationalität des Marktes zwar nicht unterschätzen aber auch daran denken, dass man die zurzeit sehr skeptische Meinungen in den Medien immer mit Vorsicht betrachten muss. Vielleicht kommt es doch anders und ein schneller Ausstieg aus den Aktienpositionen eine Dummheit war.