Sind CFDs die Lizenz zum Gelddrucken? Teil1

Ich bin seit einigen Monaten ein aktiver CFD Trader und habe inzwischen genug Erfahrungen gesammelt, um das erste Resumee zu ziehen.

Ich habe einen Account bei Abnamro (Marketindex). Dort werden zwar keine „echten“ CFDs geboten, sie unterscheiden sich dennoch nur unwesentlich von denen bei CMC. Es gibt zwei Unterschiede: AbnAmro bietet keinen Aktien-CFD-Handel. Das vermisse ich nicht, da ich grundsätzlich keine Hebelprodukte auf einzelne Aktien trade. Ich bin ausschliesslich an liquiden Finanzinstrumenten interessiert: Devisen, Aktienindizies, einigen Rohstoffen, Bund Future. Damit habe ich bislang recht gute Erfahrungen. Als erstes merkt man sofort, dass hier keine festen Transaktionsgebühren anfallen. Das macht die CFDs besonders atraktiv, da man auch mit nur wenigen Punkten aussteigen kann.  Zweiter großer Vorteil sind die kostenlosen Realtimekurse der gehandelten Produkte. Hier ist jedoch Vorsicht angebracht. Bei den Quotes auf DAX, zum Beispiel handelt es sich nicht um die offiziellen Kurse der Deutschen Börse AG sondern um die Quotierung der Market Maker von Abn Amro. Diese liegt zwar meistens sehr marktnah aber nicht immer. Insbesonndere bei extrem starker Volatilität kann es vorkommen, dass die handelbaren Quotes einige Punkte vom Markt abweichen.

Crash nicht in Sicht?

Es liegt vielleicht an meiner Persönlichkeit oder auch am Talent. Steigende Kurse bereiten mir keine Freude. OK, in den letzten Jahren habe ich am meisten in schwachen Märkten verdient. Wenn man das entsprechende Instrumentarium beherrscht, dann ist der fallende DAX eine wahre Goldgrube. Sie müssen sich lediglich des Risikos bewusst sein. Früher kaufte ich Puts, wie man im Roulette spielt, jedoch mit hohen Einsätzen. Das Gefühl, nach ein paar Minuten einen Tausender zu verdienen, ist wohl nur mit dem erotischen Höchstvergnügen zu vergleichen. Nun bin ich keine 20 und kontrolliere auch diese Art von Gefühlen immer mehr, von gelegentlichen Rückfällen abgesehen.
Ich trade nun haupsächlich die CFDs. Niedriger Hebel, überschaubares Risiko, niedrige Marginpflicht… und kein großes Vergnügen, wenn man mal wieder 100 € gemacht hat. So auch jetzt, erstens haben wir offenabar immer noch einen Bullenmarkt und der klettert sich langsam nach oben. Da muss man länger investiert bleiben. Und was mache ich- einfach glatt stellen, wenn 100 Punkte da sind. Welch eine Eselei!!!

Im Großen und Ganzen eine erfolgreiche Woche. Einmal bin ich am 13.06 short gegangen und lag natürlich total daneben. Mein Indikator hat letzten Endes doch steigende Kurse vorhergesagt…(s. Trading Blog). Dann behielt ich Gott sei Lob die Nerven und machte eine paar Gewinne, die den Verlust klar überstiegen. So wird es auch nächste Woche gehen.
Aber es wird auch einmal der Tag der Abrechung kommen, an dem viele sich die Augen reiben werden, wenn der DAX in wenigen Tagen Tausende verliert.
Ich bereite jedenfalls inzwischen mein Eurexkonto vor.
Seid wachsam!!!

Adrian