Es reizt mich schon seit Jahren, sich intensiver mit dem Deisenhandel auseinander zu setzen. Zwischenzeitlich habe ich immer wieder mit Euro/Dollar bzw. Derivaten gehandelt, habe aber nie an ein lauffähiges System gedacht. Dabei spricht so manches für FX Trading:
Der FX-Markt heisst Forex, es ist jedoch keine Börse! Forex ist eine Interbankenplatform. Die Banken tauschen Devisen zu transparenten Kursen. Dabei findet kein physischer Austausch der Devisen statt, sondern es wird lediglich verlangt, dass die Kontrahenten eine sog. Margin als Sicherheit bereit halten müssen, die i.d.R. weniger als 5% des Transaktionsvolumens ausmacht.
Den FX -Handel gibt es schon lange. Aber erst seit wenigen Jahren ist es für Privatanleger möglich, in dem großen Spiel mitzumischen. Diverse Anbieter wie Oanda aber auch etablierte Großbanken bieten den Zugang zum Markt an. Gerade nach dem Börsencrash 2000 suchten viele nach alternativen Investment-Gelegenheiten. Da wurde plötzlich die Forex neu entdeckt.
Es spricht manches dafür.
1. Es ist der größte Markt der Welt, der dazu sehr liquide ist.
2. Der Handel findet permanent zwischen Sonntag 22:00 Uhr und Freitag 23:59 Uhr statt. Die lästigen Eröffnunglücken sind also nicht zu befürchten.
3. FX Trading ist sehr günstig. Die meisten Anbieter verlangen keine Transaktionsgebühren.
4. Die FX Kurse unterliegen keinen mikroökonomischen Einflussfaktoren, wie Unternehmenspleiten, Dividendenzahlungen etc.
Mein Interesse wurde geweckt, als ich 1997 einen Mann kennen lernte, der vom privaten Devisenhandel lebt. Er hat ein automatisches Handelssystem entwickelt, welches natürlich geheim gahalten wird.
So fing ich an, ein bisschen zu zocken und kaufte Optionsscheine, danach CFDs. An den „echten“ FX -Handel habe ich mich noch nie getraut. Ich habe nämlich festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Der FX-markt wird durch nur sehr wenige Spieler beeinflusst. Deutsche Bank macht angeblich 20% des täglichen Umsatzes aus. Das heisst, man hat weniger kapitalstarke Konkurenten. Zweitens sind die Kurse noch unberechenbarer als die im Aktienmarkt. Ihre Charts folgen einer ganz anderen Logik. Hier gibt es nicht einen „günstigen Euro“ wie es oft bei Aktien der Fall ist. Die FX Kurse verändrn sich sprunghaft und verharren danach in langen Seitwärsphasen mit hoher Volatilität. Das Stopplossen ist damit noch schwieriger, obwohl man im Prinzip einen sehr liquiden Markt hat.
Letztlich steckt auch eine hohe Gefahr in der Margin. 1-2% sind heutzutage die Regel. Was heisst es nun? Ich kaufe 1.000.000 Euro gegen den $-Gegenwert.
Ich bekomme 1.000.000 € gutgeschrieben samt Guthabezinsen und werde mit dem $-Gegenwert belastet samt Zinsen. Ich muss dafür aber nur 10.000 € als Sicherheit hinterlegen! Was passiert , wenn der € /$ Kurs um nur einen Cent fällt . z. 1,34 auf 1,33. Dann ist mein Dollarkonto plätzlich 13.400 € mehr wert. Oder mein Eurokonto 13.400 weniger wert. In letzter Konsequenz sind meine 10.000 € Margin weg und ich muss 3.400 € nachschiessen.
Also ungefährlich ist es nicht. Dennoch als alternatives Investment interessant. Entscheidend für den Erfolg ist die Existenz eines Regelwerkes, welches die Einstiegs- und Austiegspunkte definiert und das Moneymanagement regelt. Dann wird aber kompliziert. Es gibt im Devisenmarkt keinen klassischen Kursbalken mit Eröffnung Schluss, Tief und Hoch. Diese Parameter muss man sich selbst zusammenbasteln. Die im Aktienmarkt relevanten historischen Kurse bedürfen im FX -Markt einer anderen Definition.
Schön zum lesen, weiter so…