Ein prominenter „Stillhalter“

Ich musste echt schmunzeln, als ich zufällig bei Wikipedia über Optionsgeschäft lesen wollte. Es ist merkwürdig wenig über Stillhalter geschrieben. Kaum Beispiele, keine Strategien, einfach nur die Definition. Beachtenswert ist jedoch die Tatsache, dass ich laut Wikipedia  einen prominenten Vorgänger habe. Nick Leeson, ehem. britischer Derivatehändler ist in den 90-er allzu oft in den Medien gewesen. Wie die meisten von Ihnen wissen, ruinierte er mit seinen Spekulationen die Barrings Bank.

Und wie schaffte er es?  Natürlich mit short straddles! Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Nick_Leeson finden Sie etwas mehr Details.

Fakt ist , dass er anfangs abgesicherte Optionen verkaufte. Also Call und Put leerverkaufen und gleichzeitig eine angepasste Anzahl der Future Kontrakte kaufen bzw. verkaufen. Es ist damit noch nicht getan. Sonst würde es jeder machen. Eine geeignete Strategie muss dabei verfolgt werden. Aber im Großen und Ganzen kann es durchaus ein profitables Geschäft werden und zwar ohne hohe Risiken.

So erging es auch Nick. Es lief alles wie geschmiert und irgendwann glaubte er, die Marktentwicklung vorhersagen zu können. Und die Straddles wurden unabgesichert.  Was dann folgte, ist bekannt.

Veröffentlicht von Option_Basil

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6 Kommentare zu „Ein prominenter „Stillhalter“

    1. Hallo,

      schöne Seite. Wo haben Sie das Templet her? Oder „programmieren“ Sie es selbst?
      Zum Inhalt – alles stimmt, aber leider nicht ganz, sonst würde es jeder tun. Das Stillhaltergeschäft mit DAX-Optionen funktioniert manchmal mehr , dann wieder weniger gut. Zwischen 2004-2007 – perfekt, danach nicht mehr so richtig. Man kann es anhand der historischen Kurse nachvollziehen, dass es sich eher gelohnt hätte Put und Calls zu kaufen.

      1. Hallo,

        Zitat:…..danach nicht mehr so richtig.

        Meine Lehre: Bei schlechtem Verlauf kann man nicht stur an seinen Positionen festhalten. Die ständige Beobachtung ist ja deshalb vonnöten, damit man bei unpassendem Marktverhalten seine Positionen (auch mit Verlust)schließen und anpassen kann. Andernfalls sind bei großen Kursschwankungen extreme Verluste nicht auszuschließen. Aber wir wissen alle, dass die Stärke eines Traders u.a. darin besteht anfallende Verluste zu akzeptieren und auch zu realisieren.
        Oberste Gebote für Stillhalter sind Aufmerksamkeit und Flexibilität.
        Gegen Kursschwankungen wie im Oktober und November letzten Jahres zuzüglich der horrend steigenden Volatilität, kann man sich aber wohl mit der besten Strategie nicht schützen,… außer man schließt alle Positionen leckt seine Wunden und schaut zu. Am besten wäre es gewesen die Seiten zu wechseln. aber wer ist schon Prophet??
        In diesem Sinne
        mfG s.g.

      2. Hallo,

        Noch eine Ergänzung zu Ihrer Antwort:
        Die Aussagen auf Stillhalterfund.de stimmen ja wohl doch, weil da nirgends behauptet wird, dass diese Art von Börsengeschäft immer erfolgreich ist, sondern überall auf die möglichen Verlustrisiken hingewiesen wird.
        Die Betrachtung historischer Daten gibt auch nur begrenzt Beurteilungskriterien für Außenstehende her, da man ja nicht weiß, mit welcher Strategie der Stillhalter seine Positionen tradet.
        Nichts für ungut.
        mfG s.g.

        p.s.: Leeson war eher ein hirnloser Zocker als ein intelligenter Stillhalter.

      1. Sehr interessant! Danke für den Hinweis. Ja, der Punkt bei Indexoptionen ist, dass in den Crashphasen wie am 10.10.2008 man gar nicht daran denkt einzusteigen… Meine Erfharungen sind mit den Puts auch insgesamt sehr gut.

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