Veroptionieren eines Aktiendepots Teil 1

Meine Optionsgeschäfte entwickeln sich wieder mal gut. Das ist nicht nur ein Zeichen für den sich stets vollziehenden Lernprozess. Ich habe in der Tat einiges aus der 2008 Krise gelernt. Die erstaunlichste Erkenntnis war, dass trotz der enormen Kursbewegungen ich in den meisten Fällen die Positionen doch im Gewinn hätte schliessen könne. Dass dies nicht geschah, hatte einen ganz simplen Grund. Es war
die eigene Risikobereitschaft, die im falschen Verhältnis zum Kapital stand. Ich merkte immer, dass ich Einschlafprobleme hatte, sobald ich das gesamte Positionsrisiko zu sehr erweiterte. Mein Unterbewustsein hat mir also die richtigen Tipps gegeben. Ich hab es aber zu oft ignoriert.

Die Rechnung ist einfach. Wenn ich eine DAX Kaufoption weit aus dem Geld verkaufe, dann gehe ich eine Marginverpflichtung von ca. 1500 € ein. Das ist nicht viel wenn ich 20.000 € Kapital als Polster halte. Auch für den Fall, dass die Position gegen mich läuft und die Option plötzlich 500 Punkte im Geld ist, verlöre ich zuerst 2000 € und würde wahrscheinlich 2 Optionen zum höheren Basispreis verkaufen. Die Margin steht dann bei 2800 und damit kann ich ebenfalls stressfrei leben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es noch mehr steigt, sinkt, ich werde wohl die Prämie behalten und das Gesamtgeschäft mit einem Gewinn schliessen.

Wenn ich aber immer noch mit 20.000 plötzlich 10 Kontrakte verkaufe , dann sieht es ganz anders aus. Man kann leicht ausrechnen, was pasiert, wenn die Position auf einmal 500 Punkte im Geld steht. Die Margin dehnt sich auf 20.000 aus und ich kann sicher sein, dass mein Broker für die sofortige Positionsschliessung sorgen wird.

Mit Puts geht es ähnlich, wobei hier hat man den Vorteil, dass der Index nicht auf unter Null fallen kann, was eine natürliche Grenze für die Verluste bedeutet. 🙂

Das vernünftige Risikomanagement ist also 90% des Erfolgs im Optionshandel.
Es gibt aber andere Gründe, die für meine bessere Laune sorgen. Es ist wieder mal die zurückgehende Volatilität. Die implizite sowie historische Vola stehen zur Zeit bei 28%, Tendenz fallend. Man kann also mit gutem Gewissen Optionen verkaufen, und vom wertlosen Verfall der Optionsprämie am Ende  der Ausübungsperiode ausgehen.

Ich habe mit diversen Modellen die Vola geschätzt. Zuleutzt fand ich auf der Seite http://www.vandermart.com/ eine interessante Formel, die ich nun in mein Excel Regelwerk einbettete. Das Ergbnis ist in allen Fällen fast gleich.
Die Volatilität steigt leicht  seit vier  Wochen an, ist aber immer noch in einem Bereich, der einen ruhigen Markt impliziert.

Ich vermeide dennoch den Verkauf der riskanten ( und sehr profitablen) nackten DAX-Optionen. Vielmehr kaufe ich Aktien und veroptioniere sie nach meinem Muster cut collar.

Schliesslich wie der A. Kostolany sagte:
„Ein gut veroptioniertes Depot bringt mindestens 20% im Jahr.“

Im zweiten Teil schreibe ich etwas mehr über dieses Veroptionieren eines Aktiendepots.

Veröffentlicht von Option_Basil

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