Kleiner Verfall und wie geht es weiter mit dem DAX

Der Freitagsverfall ist bereits Geschichte. Der Settelmentpreis für den DAX steht nun bei 6294 (ohne Gewähr) und damit deutlich über dem Schlussstand des DAX um 17:30 Uhr.

Für viele mag der Kurssturz nach 13:00 Uhr überraschend gekommen sein. Es gab ja keine Anzeichen vorher. Nun, der transparente und liquide Kapitalmarkt kann heute nur so funktionieren. Die Preisbildung muss sprunghfat erfolgen, so dass niemand einen offensichtlichen Vorteil durch rechtzeitiges Handeln erlangt. Man kann sicherlich mit viel Aufwand und hohen Kosten etwas besser als die anderen Marktteilnehmer sein, aber nicht auf Dauer.

Ich kannte seiner Zeit einen Trader, der für eine Bank das sog. algo-Trading betreute. Diese sog. statistische Arbitrage besteht darin, kurzfristige Preisungleichgewichte schnell auszunützen und den Gewinn danach zu realisieren. Oft versucht man verschiedene Märkte zu arbitragieren. Der Klassiker  mit dem Kauf in London und dem telefonischen Verkauf in Paris gehört aber längst zur Geschichte.

Zurück zu dem Bekannten. Nun früher wurde der amtliche DAX-Wert alle 15 Sekunden aktalisiert. In diesen 15 Sekunden wurden aber die zugrunde liegenden Aktien weiter gehandelt. So dass faktisch kurz vor dem Ablauf der 15 Sekunden der physische DAX anders als der zuvor gelistete war. Diese Verzögerung konnte man auszuntzen, indem man den Index durch eine geschickte Auswahl von Aktien gegen den DAX-Future handelte. Man hatte also eine risikoneutrale Position aufgebaut und konnte theoretisch Gewinn erzielen. Tatsächlich schaffte die schnelle Software, Arbitrage-Orders rechtzeitig zu senden.

Alles Geschichte, inzwischen wird der DAX kontinuierlich aktualisiert. Aber bereits früher sagte der gleiche Trader, das Ssytem verliere Geld und wurde aus dem Laden rausgeschmissen (das System nicht sein Schöpfer).

Jetzt aber zurück zum Thema. Der Kursrutsch am Freitag war sprunghaft, dennoch zu erwarten gewesen. Ich habe mehrfach auf das bevorstehende Kursziel 6400, ab welchem die Märkte hektischer werden, hingewiesen.  Hier mein Zitat von letzter Woche.

Ich habe vor Wochen geschrieben, dass das Kursziel im DAX die Marke 6400 ist. Auf dem Weg dorthin befinden wir uns im Moment. In der kommenden Woche haben wir den kleinen Verfall an der Euerx. Bis dann wird es wohl weiter steigen. Die Anzahl der Skeptiker wird bis dann weiter abgenommen haben und ab nächster Woche könnte es wieder abwärts gehen.

In der Tat haben es viele Marktteilnehmer geahnt, und nahmen die Gewinne vor der 6400 Marke mit. Wundert es jemanden? Dies war doch ein klassicher Beweis, warum man mit der sog. technischen Chartanalyse nicht Geld verdienen kann. Natürlich steht die Marke 6400 weiter auf der Agenda. Sie wird auch wahrscheinlich überschritten. Aber der Weg dorthin ist nicht so trivial, wie die technischen Analysten es uns darstellen. Wenn ich long im DAX wäre, und auf die Marke 6400 warten würde, dann kriege ich womöglich früher kalte Füsse oder einen Herzinfrakt.

Wie geht es weiter? Die fundamentalen Gründe lagen auf der Hand. Zum einen waren es Ängste ausgelöst durch die Schieflage eines Goldmann Sachs Fonds, zum anderen die Ängste um die Finanzlage der Airlines nach dem langem vulkanbedingten Ausfall des Flugverkehrs.

Aus meiner Sicht bieten beide Ereignisse gute Einstiegschancen. Ich wiederhole, es ist nur meine intuitive Meinung und kein Handlungshinweis, oder Trading-Empfehlung.  Der Index wird wieder schnell steigen, dann aber doch einbrechen. Meinen früheren spötischen Anmerkungen zum Trotz deutet vieles auf einen kommenden „Sell in May and go away“ hin.

Unten der letzte DAX-Chart m.f.G. von http://www.tradesignalonline.com. Man sieht die Abflachung des MACD Indikators. Die beginnende Korrektur kann den Index bis auf 5981 drücken.


Veröffentlicht von Option_Basil

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