Gute Zahlen aus der Realwirtschaft scheinen niemanden mehr zu beeindrucken. Die Angst vor der Griechenland-Pleite, Spanien-Pleite, Euro-Pleite und generell dem Ende der Welt lassen Fakten ignorieren.
Hier die entsprechende Dow Jones News.
ZÜRICH (Dow Jones)–Der Schweizer Aktienmarkt hat im Verlauf des Dienstagvormittags ins Minus gewechselt. Als Grund für den Vorzeichenwechsel werden im Handel Gerüchte genannt, wonach Spanien einen noch viel größeren Kapitalbedarf als Griechenland habe. An den Anleihemärkten kursierten Spekulationen, wonach Spanien die EU um ein Unterstützungspaket über 280 Mrd EUR angefragt habe, heißt es am Markt, wie die Nachrichtenagentur AWP berichtet. Der SMI verliert gegen 12.25 Uhr MESZ 0,5% auf 6.574 Punkte, nachdem er im Tageshoch 6.641 Punkte erreicht hatte.
Die Gerüchte um Spanien überschatteten auch die zunächst positiv aufgenommenen Quartalsausweise der UBS und von Swiss Life. Auf dem Finanzsektor laste die Unsicherheit über die Höhe des jeweiligen Risikos in Spanien, sagt ein Händler. UBS, die nach Vorlage der Quartalszahlen zunächst haussierten, verlieren 2,8%. Die Bank hat wie erwartet einen überzeugenden Quartalsabschluss vorgelegt. Erfreut zeigen sich die Analysten insbesondere von der Entwicklung im Geschäftsbereich Vermögensmanagement. Auf der Konjunkturdatenagenda stehen am Nachmittag der Auftragseingang der US-Industrie und die ausstehenden Hausverkäufe für März. Der Datenkranz werde insgesamt wenig am vorhandenen Konjunkturbild ändern, heißt es von der Landesbank Hessen-Thüringen. Die gesunkenen Flugzeugbestellungen hätten bereits auf den Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter gelastet. Insofern sei auch mit schwachen Zahlen der Gesamtindustrie zu rechnen. Die sehr positive Entwicklung abseits des Flugzeugbereichs untermauere jedoch das Aufschwungszenario.