Was sagt das Pu/Call Ratio über den DAX?

Durch den puren Zufall landete ich auf einer Onvista-Seite, die ich mal früher angeschaut hatte. Dort fand ich das Put/Call Ratio. Es handelt sich dabei um einen Index, der aus dem Verhältnis der Anzahl der gehandelten Kaufoptionen zu der analogen Anzahl der Verkaufsoptionen gebildet wird. In dem zitierten Beispiel werden zwar Optionsscheine betrachtet, am Gesamtbild ändert das nichts.

http://www.onvista.de/index/charts.html?ID_NOTATION=8384540&TIME_SPAN=3Y&VOLUME=1&TYPE=LINE&SCALE=abs&DISPLAY_TYPE=LINE&SUPP_INFO=0&AVG1=0&AVG2=0&ID_NOTATION_COMP1=0&ID_NOTATION_COMP3=0&ID_NOTATION_COMP4=0#chart_01

Trotz des hohen  Rauschanteils erkennt man im Kursverlauf des Put/Call Ratios eindeutig eine Wellenbewegung. Die Amplitude liegt bei ca. 0,7 und der langfristige Durchschnitt bei 1,3. Die Extremwerte schwanken  zwischen 0,5 und 2,5.

Es bietet sich an, die Korrelation zwischen dem Put/Call Ratio und dem Aktienindex qualitativ zu untersuchen.

Die gängige Meinung ist, dass dieses Verhältnis groß ist ( = viele Puts und wenige Calls), wenn der Pessimismus überwiegt, also wenn die Märkte fallen. Sogar Wikipedia schreibt darüber am Anfang.

http://de.wikipedia.org/wiki/Put-Call-Ratio

Ein kurzer Blick auf das oben erwähnte Bild von Onvista und wir erkennen ein umgekehrtes Verhalten. Die Aktienmärkte steigen, wenn das Put/Call Verhältnis fällt und umgekehrt.

Im März diesen Jahres hatten die Märkte eine mehrmonatige Hausse hinter sich und das P/C ist fast kontinuierlich auf 2,5 gestiegen.  Danach gab es Fukushima, und eine Erholung, auf welche schließlich der Absturz folgte. Im September stand der DAX bei 5000 und das P/C mit 0,5 am Minimum.

Interessant, oder?

Offensichtlich werden bei steigenden Märkten gerne Puts gekauft. Zur Absicherung der gewinnenden Positionen? Wohl kaum. Ich weiß es nicht. Ist es wirklich, wie Wikipedia schreibt, der Kontraindikator, der sozusagen das Gegenteil der vorherrschenden Meinung widerspiegelt? Oder einfach die Aktivitäten der Leeverkäufer in Optionen (Stillhalter), die Puts verkaufen, um sich ev. günstige Einstandskurse zu sichern…? Auch bin diesem seltsamen Trend gefolgt. Ich verkaufe erstaunlich viele Puts, seitdem es in den Märkten eher aufwärts geht.  Und ich verdiene damit Geld, was spätestens am kommenden Freitag, dem kleinen Verfall,  feststehen wird. Vielleicht steigen die Märkte auch deswegen. Fragen über Fragen…

 

 

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Kommentare

  • larskirchner  On November 11, 2011 at 9:26 am

    Hallo Adrian,

    ich kann Dir da nur zustimmen. Je länger der Markt steigt, desto höher steigt in der Regel auch die PCR. Die Logik der Marktteilnehmer scheint zu sein das die Wahrscheinlichkeit sinkender Kurse mit jedem weiteren Anstieg steigt. Dabei muss man sicherlich die eher kurzfristigen Anleger betrachten.
    Das das nicht immer zutrifft, hat man schon öfter sehen können. Aber hier geht es ja auch nicht um Fakten sondern um „gefühlte“ Wahrscheinlichkeiten.
    Ich persönlich mache das auch nicht anders, nur kaufe ich nach einem kräftigen Anstieg keine Puts sondern verkaufe Calls. Den Verkauf von Puts setze ich dann nach kräftigen Kursverlusten ein. Hierbei bin ich aber deutlich vorsichtiger, da Bewegungen nach unten teilweise extreme Dynamik entwickeln können. Nach oben gehts da deutlich geruhsamer voran und man hat als Stillhalter noch genügend Zeit zum reagieren.

    Gruß Lars

    • Basili  On November 11, 2011 at 11:13 am

      Hallo Lars,

      ist es wirklich so? Mein Eindruck aus den letzten zwei Jahren ist, dass die Dynamik nach oben sehr stark werden kann. Man fürchtet zwar stets den Down-Gap. Die größte Panik bekommen die Händler wenn der Markt plötzlich steigt. Die nackt geshorteten Calls sind m.E. viel gefährlicher als die Puts short. Aber in der Tat, meistens steigt der Markt später doch etwas langsamer als er fällt., dafür aber oft über längere Zeit.
      gruss
      a

      • Lars Kirchner  On November 11, 2011 at 11:28 am

        Hallo Adrian,

        ich denke es ist wirklich so. Ich gebe dir Recht in dem Punkt das die Aufwärtsdynamik in der jüngeren Vergangenheit zugenommen hat. Aber ein Blick auf den Chart zeigt das kräftige Kursverluste meist in sehr kurzer Zeit und mit z.T. hoher Ausprägung erfolgen, während starke Kurszuwächse (die umso stärker ausfallen wenn kurz vorher ein Einbruch war) insgesamt gesehen etwas mehr Zeit brauchen. Diese Zeit kann ein Callverkäufer nutzen um seine Positionen anzupassen. Zumal im Normalfall bei stark steigenden Märkten eine sinkende Vola für den Stillhalter arbeitet. Dieser Punkt dreht sich auf der Put-Seite um und spielt dann gegen den Stillhalter (zusätzlich zum Kursverlust).
        Da ich nackte ShortCalls grundsätzlich mit einem 10%igen Abstand aus dem Geld handle (und hier auch nur Indexoptionen) bekomme ich ausreichend Zeit um Positionen anzupassen.

        Wie reagierst Du wenn deine Puts plötzlich tief ins Geld laufen?

      • Basili  On November 11, 2011 at 2:41 pm

        Zu Deiner Frage – ich bin stets long mit langlaufenden Puts oder gehe vond er Ausübung aus. Bei Indexoptionen rechne ich mir das worst case Szenario aus und außerdem
        würde ich notfalls mit CFDs hedgen.
        Gruss
        a

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